Hand aufs Knie gelegt

17. Oktober 2016 12:57; Akt: 17.10.2016 17:17 Print

Sexismus-Vorwurf gegen Berns Stapi Tschäppät

«Klartext» und konkrete Namen: Aline Trede (Grüne) äussert sich auf Telebärn über Sexismus im Bundeshaus. An den Pranger stellt sie SP-Stapi Tschäppät und Nationalrat Andreas Aebi.

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Tschäppät soll Aline Trede unsittlich berührt haben.

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Es sind happige Vorwürfe, die Aline Trede (Grüne) vor laufender Kamera in einem Beitrag von Telebärn äusserte: Berns Stapi Alexander Tschäppät (SP) habe sie sexuell belästigt. «Er hat eine Grenze überschritten», sagt sie in der News-Sendung vom Sonntagabend. Der Vorfall sei während einer Veranstaltung 2014 passiert. Trede und Tschäppät hätten in einer fröhlichen Runde gesessen, als die 33-Jährige plötzlich die Hand des Stapis auf ihrem Knie gespürt habe. Sie habe dessen Hand dann wieder an «den richtigen Ort» bringen müssen. «So etwas ist schon mühsam», findet die Ex-Nationalrätin.

Umfrage
Hand auf dem Knie: Geht das zu weit?
17 %
10 %
22 %
51 %
Insgesamt 4831 Teilnehmer

Der beschuldigte Stapi wollte sich im Beitrag von Telebärn nicht vor der Kamera äussern. Er gibt aber schriftlich zu Protokoll, dass er sich keiner solchen Situation mit Aline Trede bewusst sei. «Sollte eine solche Berührung je stattgefunden haben, so hatte sie höchstens einen kollegialen, aber sicher keinen sexuellen Hintergrund», lässt sich Tschäppät weiter zitieren.

Aline Trede mit Kuh verglichen

Der Berner Stadtpräsident und Nationalrat ist nicht der einzige «Herr der älteren Generation», den Aline Trede des Sexismus bezichtigt. Allgemein sei das von Männer dominierte Bundeshaus ein «Palast des Sexismus». So sei etwa auch der SVP-Nationalrat Andreas Aebi übers Ziel hinausgeschossen. «Herr Aebi verglich mich mit einer Kuh aus seinem Stall», erzählt Trede.

Am Tag nach dem Beitrag meint Trede gegenüber 20 Minuten: «Ein Kuh-Vergleich ist konterbar – im Gegensatz zu einer fremden Hand auf dem Knie.» Sie habe sich lange überlegt, ob sie sich öffentlich vor der Kamera zum Thema äussern wolle. «Doch es ist wichtig, dass die heutige sexistische Struktur aufgebrochen wird.»


(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fränzi am 17.10.2016 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald verjährt

    ohhh das ging aber lange bei der Grüne bis Sie das erkennt!Vielleicht war im 2014 das Heu noch auf der selben Bühne.

  • Ina am 17.10.2016 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belästigung

    Langsam geht das ganze Theater mit den Sexismus Vorwürfen einfach zu weit! Hinter jeder Ecke kommt eine Frau und fühlt sich belästigt!

    einklappen einklappen
  • Daniela Valsecchi am 17.10.2016 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    ...ein klarer Beweis, dass der Stapi in allen Belangen keinen Geschmack hat!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolli am 17.10.2016 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trede ??

    Frau Trede ist in der politischen Versenkung verschwunden und sucht Aufmerksamkeit.

  • Renato am 17.10.2016 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig

    Ja und warum kommt sie mit diesem Vorwurf erst jetzt an die Öffentlichkeit? Irgendwie eigenartig.

  • Meinrad Jnglin am 17.10.2016 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Oh diese Frauen!

    Oh diese Frauen! Eine Hand auf dem Knie ist doch noch keine sexuelle Belästigung, sondern einfach nur eine Berührung am Bein. Wenn die Hand zwischen den Beinen im Genitalbereich gelandet wäre, ja dann wäre es eine sexuelle Belästigung. Oder darf man Euch nicht mehr berühren? Und übrigens, auch eine Hand auf dem Knie ist konterbar.

  • Miss Eule am 17.10.2016 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte übertreibt nicht!

    Es ist gut, wenn ein Problem besteht, dass darüber diskutiert wird. Doch man kann alles auch übertreiben. Ich als Frau habe sicher auch schon einem Mann am Knie berührt, doch ganz bestimmt war kein sexueller Hintergedanke dabei. Wenn einer Frau an Busen oder Hintern gefasst wird, ist das mit Sicherheit ein Übergriff. Ich finde es auch eine Frechheit, wenn geäussert wird, eine Frau, die vergewaltigt wird habe eine Mitschuld. Selbst wenn jemand nackt herumläuft: Nein heisst nein! Aber bitte übertreibt nicht, sonst wird am Schluss auch das wirklich Schlimme ins Lächerliche gezogen.

  • Verena Fischer am 17.10.2016 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig

    Weshalb hat sie nicht im Moment des Geschehens die Situation geklärt? Für mich absolut unwahr. Schmeckt nach politischer Auseinandersetzung und Machtdemo!