28. April 2005 04:54; Akt: 27.04.2005 23:00 Print

Sextempel locken Kunden mit Rabatten und Verlosung

Geiz ist geil! Das älteste Gewerbe der Welt reagiert mit Discount-Aktionen auf die schlappe Wirtschaftslage.

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«Die Zeiten werden immer schlechter – nur wenn man ein gewisses Niveau hat, kann man die Preise halten», klagt die Prostituierte Suzanna. Billigangebote sind in der Branche zwar gang und gäbe, aber verpönt: «Sie ziehen die falsche Kundschaft an», weiss Jörg Kammer vom Saunaclub Kleopatra in Bargen. Es seien vor allem kleine Etablissements, die unter Druck stehen. In manchen könne man sich für weniger als 100 Franken eine Liebesdienerin für das «volle Programm» aussuchen. Einfach «gruusig» findet Kammer die Sex-Rekordversuche, mit denen ein Grenchner Club um Kundschaft kämpft.

Thomas Leuenberger vom Freubad gelassen: «Konkurrenz belebt das Geschäft – auf die eine oder andere Art wird es immer funktionieren.» Im Lusttempel steht ein Ferrari Maranello, der unter den Gästen verlost wird. Die Werbung läuft auf Hochtouren. Für Vereine, Fasnachtsgesellschaften, Firmen- und Gruppenausflüge lockt ein satter Rabatt.

Trotzdem gibts in Recherswil weniger Verkehr als die Anwohner befürchteten: «Wir schätzen, dass etwa 20 Besucher pro Tag je 450 Franken liegen lassen», sagt Iris Obert vom Verein, der den Club bekämpft hat. Aber man warte mit Sorge auf die Gartenpartys im Freubad.

Patrick Marbach