Razzia in Berner Reitschule

24. November 2018 08:03; Akt: 24.11.2018 11:44 Print

Unbekannter greift Polizei mit Steinschleuder an

Die Polizei hat am Freitagabend die Berner Reitschule gestürmt. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause wollte sich ein Bild vor Ort machen. Doch er kam nicht weit.

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Mit einem Grossaufgebot hat die Polizei am Freitag kurz nach 21 Uhr das Berner Kulturzentrum Reitschule und das Restaurant Sous le Pont gestürmt. Am Samstag gab die Kantonspolizei Bern per Medienmitteilung bekannt, dass es sich dabei um eine gezielte Aktion gegen den Drogenhandel gehandelt habe.

Nach einer vorgängigen Beobachtung seien 13 Männer auf der Schützenmatte sowie in der Reitschule gezielt angehalten und auf die Polizeiwache gebracht worden, so die Polizei. Weiter schreibt sie: «Teilweise versuchten sie, sich durch Flucht und körperliche Gegenwehr der Anhaltung zu widersetzen.» Nach aktuellem Stand sei niemand verletzt worden.

Verbal und körperlich bedrängt

Auch sei die Polizei angegriffen worden: «Im Zuge der Anhaltungen auf der Schützenmatte wurden die Polizisten von einer unbekannten Person vom Balkon der Reitschule aus mit einer Steinschleuder angegriffen.» Im Innern der Reitschule sei die Polizei dann von mehreren Anwesenden verbal und körperlich bedrängt worden. «Zwei Personen wurden in diesem Zusammenhang angehalten und ebenfalls auf eine Polizeiwache gebracht», schreibt die Polizei.

Die Kantonspolizei Bern werde insgesamt zehn Anzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie sieben Anzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch an die Staatsanwaltschaft überweisen. Im Rahmen der Aktion wurden verschiedene Betäubungsmittel sichergestellt: 42 Gramm Kokain, 17 Ecstasy-Pillen sowie kleinere Mengen Haschisch und Marihuana.

Weiter seien vier Männer wegen illegalen Aufenthalts in der Schweiz in Ausschaffungshaft beziehungsweise in Zuführungshaft versetzt worden.

Kritik an Polizei

Wie «Der Bund» berichtet, ist der Polizeieinsatz von Reitschülern auf Twitter heftig kritisiert worden. So heisst es in einer Medienmitteilung der Reitschule: «Das Sous le Pont befand sich im Vollbetrieb und konnte seine Arbeit erst nach einigen Stunden wieder aufnehmen. Der öffentliche Verkehr um die Schützenmatte wurde erheblich durch die Polizei beeinträchtigt.» Der Einsatz sei klar geplant gewesen. Es seien «rund 50 Polizisten in Vollmontur und in Zivil» im Einsatz gestanden. Anders als die Polizei gibt die Reitschule an, dass mindestens eine Person durch Gummigeschosse verletzt worden sei.


Hausverbot für Sicherheitsdirektor Nause

Nach dem Polizeieinsatz wollte sich der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ein Bild von der Lage machen. Die Reitschüler wiesen ihn jedoch weg. Laut dem «Bund» hat Nause Hausverbot in der Reitschule – auf einem Grundstück, das eigentlich der Stadt Bern gehört. Nause beschwert sich darüber auf Twitter:


Der Politiker beschreibt die Situation vor Ort so:


(qll)