Im Auto oder als Bodypack

04. November 2019 04:44; Akt: 04.11.2019 04:44 Print

110 Kilogramm Kokain – sieben Dealer vor Gericht

Spektakulärer Prozess in Bern: Eine Gruppe Männer muss sich ab Montag wegen Kokainschmuggel im grossen Stil und Geldwäscherei vor Gericht verantworten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Kantonspolizei Bern hat in Zusammenarbeit mit der holländischen Polizei und der Bundeskriminalpolizei einen internationalen Drogenring gesprengt. Zwischen August 2014 und Juli 2015 soll die Organisation über 110 Kilogramm Kokain von Holland in die Schweiz geschmuggelt haben. Nun stehen sieben Angeklagte in Bern vor Gericht, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

Fahrzeugkontrolle brachte Durchbruch

Eine simple Fahrzeugkontrolle im März 2015 brachte die Ermittlungen damals ins Rollen, wie aus der Medienmitteilung der Kapo Bern vom 20. Dezember 2018 zu vernehmen war. Zwei Männer wurden verhaftet, die vier Kilogramm Kokain im Ersatzreifen ihres Autos von Holland in die Schweiz schmuggeln wollten. Vier Monate später kam es zu einer Razzia in Köniz. Zwei weitere Personen wurden dabei verhaftet. Einer hatte eine Lieferung Drogen als Bodypacker in 201 Fingerlingen in seinem Darm geschmuggelt – es wurden zwei Kilo Kokain sichergestellt. Die verhafteten Männer in der Schweiz waren nur ein kleiner Teil des grossen Ganzen, eines gut organisierten internationalen Drogenrings.

Liebefeld, Köniz und Worblaufen

Das Drogennetzwerk war mit vier parallel agierenden Zellen in der Schweiz aktiv gewesen – eine davon war in Bern. Die Drogen kamen von Südamerika und wurden in Holland für den Transport fertiggestellt. Dort kamen die wichtigsten Köpfe des Netzwerkes ins Spiel. Die Organisatoren koordinierten die Drogenlieferungen in die Schweiz, Transporteure brachten den Stoff schliesslich zu den Depots.

Diese waren in Liebefeld, Köniz und Worblaufen zu finden. Depotverwalter kontrollierten die Ware. Von dort ging sie an einen Abnehmer, der sie verkaufte.

Sieben Männer stehen vor Gericht

Vor dem Berner Regionalgericht wird nun fünf Männern nigerianischer und zwei kongolesischer Herkunft im Alter zwischen 33 und 58 Jahren der Prozess gemacht. Sie müssen sich wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei sowie weiteren Delikten verantworten.

Für den aufwendigen Prozess wurde ein ganzer Monat veranschlagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(km)