Bern

16. Januar 2011 22:52; Akt: 16.01.2011 20:53 Print

Skandal um AKW-Abstimmung

von Nora Camenisch - Skandal um die Mühleberg-Abstimmung: In der Vorlage wird nicht erwähnt, dass nebst dem neuen AKW auch ein Atommülllager geplant ist. Gegner prüfen nun eine Beschwerde.

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Computersimulation des geplanten AKWs Mühleberg. Bild: keystone

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Am 13. Februar stimmen die Berner über ein neues AKW Mühleberg ab. Eines fehlt aber in der Abstimmungsbotschaft: Nebst dem Neubau ist in Mühleberg ein Zwischenlager für ­radioaktive Abfälle geplant. Die Halle könnte so gross wie drei Fussballfelder werden. Gelagert würde dort nicht nur schwach oder mittelstark aktiver Abfall, sondern auch hoch radioaktiver Müll. Umweltfachmann und EVP-Grossrat Josef Jenni zeigt sich in der «SonntagsZeitung» besorgt: «Ein solches Lager muss in den Abstimmungsunterlagen unbedingt erwähnt werden, denn es stellt ein grösseres Sicherheitsrisiko dar als das AKW selber.»

«Skandalös» findet das Vorgehen in der Abstimmungsbotschaft Bruno Vanoni, Präsident der Grünen Freien Liste (GFL) Zollikofen. «Aus dem Gesuch der an der Planung beteiligten Firmen geht hervor, dass das Zwischenlager in 100 Jahren noch aktiv sein könnte, wenn bis dahin kein Endlager gefunden würde.» Die GFL geht deshalb auf die Barrikaden: «Wir prüfen eine Stimmrechts­beschwerde», so Vanoni. Diese könnte bei Gutheissung zur Aufhebung des Abstimmungsentscheids führen.

BKW-Sprecher Antonio Sommavilla relativiert die Gefahr: «Zwischenlagerung vor Ort entspricht heute dem weltweiten Standard.» So würden un­nötige Transporte vermieden und die Sicherheit erhöht.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Atomüller am 17.01.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    nicht sagen ist auch ein Sagen

    Und warum wurde das verschwiegen, auch wenn es keine Gefahr darstellen soll? Suspekt oder einfach ein redaktioneller Fehler? Die Wähler werden bestimmen! Für mich ein Grund zum Nein.

  • werner hasler am 17.01.2011 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    nicht weit gedacht...

    jedermann will unbegrenzt strom konsumieren, immer mehr geld verdienen, aber keinen strom produzieren. dafür mit windrädern die landschaft verindustrialisieren, verschandeln.

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  • Franz W. Seibold am 17.01.2011 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischenlager sind keine Endlager

    Das es zumindest Zwischenlager für Atomabfälle braucht, ist einleuchtend. Ob das mit einem alten oder neuen AKW bewerkstelligt wird ist ausser Zweifel. Ein Teil der Abfälle werden je länger je mehr recikliert werden müsser.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kaffeejunkee am 18.01.2011 04:00 Report Diesen Beitrag melden

    Atomenergie?

    ...das bei der Nutzung der Atomenergie noch nie zu Ende gedacht wurde, zeichnet sich auch in diesem Beispiel ab... ...von wegen "saubere Kernenergie"...

  • L.B am 17.01.2011 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    zwischenlager nein danke, Endlager erst recht nich

    schade, ich habe gehofft die radioaktiven Abfälle lösen sich in Luft auf...

  • T.G. am 17.01.2011 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Juhui

    Juhui, ich freue mich bereits darauf mit meinem Elektroauto rumzukutschieren dessen Strom aus einem Kohlekraftwerk kommt. Energieausnutzunggrad lässt Grüssen

    • Velowadi am 27.01.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

      Intelligente Lösungen

      Vielleicht lesen Sie meine Antwort auf Werner Haslers Artikel "nicht weit gedacht...". Jedenfalls gäbe es intelligente Lösungen, wenn man nur wollte. Aber eben: Da sind zu viele finanzielle Interessen im Spiel!

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  • LALIPOP am 17.01.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Ja genau Herr Antonio Sommavilla, Beim Terroranschlag sind ihre Endlager bestens geschützt( ironisch ). Und das es bei der Abstimmungsbotschaft fehlt das ein Zwischenlager gebaut wird finde ich skandalös!

  • Walter Morsch am 17.01.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    AKW und Giftmüll gehören zusammen

    AKW's und Endlager sollten immer zusammen geplant werden. Es geht einfach nicht, dass man sich für Atomstrom ausspricht und dann damit rechnet, dass sich andere um den Giftmüll kümmern.

    • katie am 17.01.2011 18:27 Report Diesen Beitrag melden

      ^^

      kann ich nur unterstützen, ich bin komplett gegen AKW's! Lieber spare ich Strom anstatt diesen Müll zu verbrauchen! (Natürlich kann ich so schreiben; da ich in einem Kanton wohne dessen Strom zu 100% aus Wasserkraft kommen könnte!!)

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