Johanna Gapany (31)

12. November 2019 04:52; Akt: 12.11.2019 10:24 Print

Die jüngste Ständerätin mag Star Wars und Fondue

von S. Ulrich - Johanna Gapany (FDP) ist nicht nur die erste Freiburgerin, sondern auch die jüngste Frau, die jemals ins Stöckli gewählt wurde. Wer ist die 31-Jährige aus Bulle FR?

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Vor dem ersten Wahlgang für den Ständerat hatte kaum jemand Johanna Gapany (FDP) auf der Rechnung. Doch die amtierende Kantons- und Gemeinderätin aus Bulle FR hat es allen gezeigt: Dank eines couragierten Wahlkampfes schlug sie den Bisherigen Beat Vonlanthen (CVP) in der Stichwahl hauchdünn um 138 Stimmen. Im Interview mit 20 Minuten erzählt die 31-Jährige, wie sie ihren Sieg feierte, warum sie nicht zu viel trinkt und wie es in ihrem Liebesleben aussieht.

Frau Gapany, wann sind Sie letzte Nacht zu Bett gegangen?
Wir haben nach dem Endresultat noch ein bisschen gefeiert. Zudem erhielt ich unzählige Glückwunsch-Nachrichten, die ich alle beantwortet habe. Das hat einige Zeit beansprucht. Etwa um 2 Uhr war ich im Bett. Aber kein Problem, ich bin noch voller Energie.

Wir haben Sie ihren Sieg gefeiert?
Ich war mit Familie, Freunden und Parteimitgliedern im Stammlokal der Freiburger FDP in Bulle. Auch einige Bürger sind gekommen. Das hat mich sehr berührt. Wegen der späten Ergebnisse blieb allerdings nicht mehr allzu viel Zeit zum Feiern.

Ihre Wahl ist historisch: Sie sind nicht nur die erste Freiburgerin, sondern auch die jüngste Frau, die jemals in den Ständerat gewählt wurde. Was bedeutet ihnen das?
Das ist eine grosse Verantwortung. Für die Schweizer Politik gilt es nun, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Ich denke dabei an Reformen wie das CO2-Gesetz, aber auch in der Gesundheits- und in der Europapolitik.

Wofür wollen sie sich persönlich im Ständerat einsetzen?
Mir ist unter anderem wichtig, dass die Kaufkraft der Mittelklasse gestärkt wird. Deshalb werde ich mich zum Beispiel für die Einführung der Individualbesteuerung einsetzen. Viele bisherige Reformen unterstützen die Wirtschaft, junge oder alte Menschen. Die Mittelklasse geht leider allzu oft vergessen – dabei ist sie unsere Zukunft.

Mit Ihnen, Lisa Mazzone (GE) und Céline Vara (NE) wurden gleich drei sehr junge Frauen in den Ständerat gewählt. Was wird sich verändern?
Es braucht alle Menschen im Parlament: Jüngere und ältere, Frauen und Männer, mit unterschiedlichen Hintergründen. Nur so können tragfähige Lösungen für die Mehrheit der Bevölkerung gefunden werden. Dass es nun mehr Frauen im Ständerat hat, ist zwar gut – aber noch lange nicht genug. Wir brauchen in der Schweiz viel mehr Frauen, die sich politisch engagieren.

Sie sind Kantons- und Gemeinderätin. Auf Bundesebene kannte man sie bislang nicht. Was sind Sie für ein Mensch?
Ich bin eine kommunikative Person, will mit den Menschen sprechen, um ihre Bedürfnisse herauszuspüren. Das war auch die Devise meiner Wahlkampagne. Mir wird zudem nachgesagt, dass ich authentisch und zielstrebig bin.

Projektleiterin in einem Spital, politische Ämter. Was machen Sie, wenn Sie mal Freizeit haben?
Ich gehe gern und oft wandern und Ski fahren. Die Berge sind mein zweites Zuhause. Zudem jogge ich täglich 30 bis 60 Minuten.

Bleibt bei all den Aktivitäten noch Zeit für die Liebe?
Ja, ich bin seit fast vier Jahren mit meinem Lebenspartner zusammen. Wir haben uns verlobt.

Als Grossrätin haben Sie sich dafür eingesetzt, dass Freiburger Bars und Discos bis um 6 anstatt nur bis 4 offen haben dürfen. Wann haben Sie selber das letzte Mal auf den Putz gehauen?
Das war letzte Woche in Biel. Ich war mit Freunden in einem Gastro- und Weinlokal. 6 Uhr morgens ist es aber nicht geworden. Generell blieb der Ausgang während des Wahlkampfes ziemlich auf Strecke. Ich musste schliesslich am Morgen fit sein.

Trinken Sie gern mal eins über den Durst?
Das nicht. Ich will am nächsten Morgen noch wissen, was ich alles gesagt habe. Und als Gemeinderätin kann ich ja nicht angetrunken in der Stadt herumlaufen.

Ihr bevorzugtes alkholisches Getränk?
Da bin ich einfach gestrickt: Bier und Rotwein.

Ihr Lieblingsessen?
Fondue. Es ist einfach zuzubereiten und man kann es gut in der Gruppe geniessen.

Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freitag- und Samstagabende?
Am liebsten verbringe ich Zeit mit Freunden zu Hause oder im Restaurant. Ich gehe auch gern ins Kino.

Haben Sie einen Lieblingsfilm?
Ich mag Star Wars und allgemein Actionfilme.

Ihr Deutsch ist schon sehr beachtlich. Wie wollen Sie es noch besser machen?
Das hat absolute Priorität für mich. Um in Bern effizient zu sein, muss ich gut Deutsch sprechen können. Ich habe schon viel Unterricht genommen, muss aber noch mehr an meinem Deutsch arbeiten. Ich lese zum Beispiel Bücher auf Hochdeutsch. Ich hoffe, dass ich auch einmal Dialekt verstehen werde.

Laut Ihrer Mutter wollten Sie als Kind Bundesrätin werden. Ist das noch immer Ihr Traum?
Nein, Bundesrätin zu werden ist kein Ziel von mir – obschon das sicher ein interessantes Amt ist und ich viel Bewunderung für alle Bundesrätinnen und Bundesräte verspüre. Ich gehe Schritt für Schritt. Nun bin zur Ständerätin gewählt worden und werde als solche meine Arbeit machen. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.


Christian Levrat (SP) zu seiner Wiederwahl:

Beat Vonlanthen (CVP) zu seiner Abwahl im zweiten Wahlgang:


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tt am 12.11.2019 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lobbyismus lässt grüssen

    Wetten dass da nichts mehr kommt. Gegen den ganzen Lobbyisten Schlamassel in diesem Land, kommt auch sie nicht an. Zu aller erst müsste man den lobbyismus hier abschaffen und verbieten, die Interessen der Wirtschaft werden überwiegend bevorzugt und als Stimmungsmache bei Abstimmungen missbraucht.

  • lorenzo am 12.11.2019 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    kommt schon leute

    wie immer so auch hier, nur blablabla. schön sagen was die blender unter uns hören wollen: Reformen wie das CO2-Gesetz... gähn. es wird langsam langweilig.

    einklappen einklappen
  • Gut' Nacht, schlaft wohl am 12.11.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    ihr Sorgen

    Ich hoffe, dass sie nebst dem Star Wars doch noch ein bisschen in der realen Welt lebt, was soll's!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jo Vonlanthen am 12.11.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Jung

    Ist wohl nicht viel zu Erwarten, als Ständerätin zu Jung!

  • Ganjaflash am 12.11.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Peter am 12.11.2019 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so lächerlich

    zum lachen, mit 31 soll sie mutter von mind 2 kinder sein und nicht diese quatsch abziehen

  • Echter Kerl am 12.11.2019 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Smartvote revolutionieren

    Jetzt wird alles besser. Frauen sind die Lösung für neue Probleme, die wir bisher gar nicht kannten. :-))) Smartvote sollte eine neue Funktion haben. Was stimmen die Politiker letztendlich ab wie diese es auch versprochen haben? Das wäre für die nächsten Wahlen eine sehr wichtige Info für die Wähler.

  • S.G am 12.11.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind keine News

    Was sie Privat macht und was sie gerne schaut oder lernt hat niemanden von uns was anzugehen.