Ausbildungsplätze in Bern

30. Juni 2016 16:29; Akt: 30.06.2016 16:29 Print

So viele freie Lehrstellen im Kanton wie noch nie

Im Kanton Bern sind derzeit mehr Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle als im Vorjahr – gleichzeitig gibt es so viele freie Ausbildungsplätze wie noch nie.

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Freie Lehrstellen gibt es vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie. (Bild: Keystone/AP/Matthias Rietschel)

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Gut 400 Jugendliche haben derzeit im Kanton Bern noch keine Lehrstelle gefunden. Dies hat eine Umfrage des Kantons unter 9500 Schülern gezeigt, die im Sommer aus der Schule kommen oder ein Brückenangebot beenden. Dies entspricht 5,4 Prozent – im Vorjahr waren es erst 2,6 Prozent gewesen.

Umfrage
Hatten Sie Mühe, eine Lehrstelle zu finden?
46 %
18 %
14 %
13 %
9 %
Insgesamt 523 Teilnehmer

Gleichzeitig waren am Stichtag der Umfrage noch 1600 Lehrstellen offen – mehr als je zuvor, wie der Kanton in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Offene Lehrstellen gibt es gemäss dem Lehrstellenportal vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie. «Dass dieses Jahr mehr Jugendliche noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, dürfte nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein, dass die Jugendlichen durch die Lehrkräfte und die Berufsberatung ermutigt werden, sich weiterhin um eine Lehrstelle zu bemühen», schreibt der Kanton.

Flexibilität bei der Berufswahl

Bleibt die Suche trotz aller Anstrengungen erfolglos, klärt die kantonale Triage-Stelle der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren mit den betroffenen Jugendlichen ab, welches kantonale Brückenangebot am meisten Sinn macht und meldet sie direkt für die entsprechende Zwischenlösung an. Damit Jugendliche ohne Lehrstelle auch noch kurzfristig eine Lösung finden, appelliert der Kanton an ihre Flexiblität bei der Berufswahl. Natürlich müsse der Beruf den persönlichen Interessen und Fähigkeiten entsprechen – dennoch lohne es sich, das Suchfeld auszuweiten.

Leicht rückläufig ist die Zahl der Jugendlichen, die den Gymer machen: Es sind knapp 20 Prozent. Langfristig sei der Anteil aber konstant. Weiterhin gesunken ist der Anteil der Jugendlichen, die nach dem 9. Schuljahr ein berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS) einlegen (11 % gegenüber 11,9 % im Vorjahr). Mit 1,1 % praktisch gleich geblieben ist der Anteil der Jugendlichen, die sich für eine Vorlehre entschieden haben.

(nc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laura Stern am 30.06.2016 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Anforderungen und kleine Löhne

    Früher konnte ein guter Handwerker solide mit Familie leben. Heute sind die Löhne klein, während die Anforderungen steigen. Wer gute Noten hat, studiert, versucht es bei den Banken, Versicherungen, Bundesverwaltung und den grossen Firmen wie der Post, SBB etc. Diese Firmen können wählen unter zahlreichen Bewerbern. Für die Abgelehnten bleibt das Handwerk, die Gastronomie und der Detailhandel... leider die Realität in Bern.

  • Maurer am 30.06.2016 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    undankbare Handwerker jobs

    Junge, lern erstmal was richtiges, Maurer kannste immer noch werden. Hätte ich doch auf meinen alten Herren gehört.

  • Hi am 30.06.2016 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein stimmt nicht

    Stimmt nicht. Hier im Aargau bekam ich sogar als Sekundarschüler eine Absage für eine Maurerlehre.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mim am 03.07.2016 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einfach

    Die betriebe wollen die kinder aus dem "trückchen" wie uns erwachsene auch. Wenige firmen sind bereit etwas mehr zu investieren, sobald ein jugendlicher mehr als 5 tage pro jahr absenzen aufweist oder die kreuze mehr rechts als links hat. Obwohl die noten stimmen würden. Das sind die erfahrungen die ich gemacht habe mit meinem pflegekind. Die absenzen sind aber nicht durch ihn verschuldet sondern durch die mutter. Dann noch Die unsitte der praktikas die um sich greift bei den kindern, so werden sie als billige arbeitskräfte ausgenutzt mit dem versprechen auf eine lehrstelle im nächsten jahr.

  • Jimmy Bern am 02.07.2016 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wählerisch

    Es gibt genug lehrstellen doch diese firmen die diese lehrstellen vergeben sind zu wählerisch ! Es muss das kleinste detail passen und somit ensteht das es so viele unbesetzte lehrstellen gibt ich kenne leider noch ganz viel doe boch keine lehrstellen haben

  • Rainer Franck am 01.07.2016 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Tendenzen

    Die Lehrstellenverknappung ist auch eine Folge der ungezügelten Einwanderung, ebenso wie der allgemeine Lohnzerfall!

    • Heidi am 01.07.2016 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rainer Franck

      Du hast schon den selben Artikel wie wir gelesen??? Es gibt nicht eine Verknappung, es gibt ein Überangebot. Und zwar weil weniger und nicht mehr Jugendliche die Schule abschliessen...

    • Eidgenoss am 01.07.2016 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rainer Franck

      Und ich wührde sagen das auch die schreibunfäigkeit von uns eidgenossen eine direkte folge der zu hohen zuwanderung ischt ;)

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  • Laura Stern am 30.06.2016 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Anforderungen und kleine Löhne

    Früher konnte ein guter Handwerker solide mit Familie leben. Heute sind die Löhne klein, während die Anforderungen steigen. Wer gute Noten hat, studiert, versucht es bei den Banken, Versicherungen, Bundesverwaltung und den grossen Firmen wie der Post, SBB etc. Diese Firmen können wählen unter zahlreichen Bewerbern. Für die Abgelehnten bleibt das Handwerk, die Gastronomie und der Detailhandel... leider die Realität in Bern.

  • eh klar am 30.06.2016 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht zu schaade....

    Lehrstelle egal weleche...man wächst mit dem Job!!!!

    • Laura Stern am 01.07.2016 00:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @eh klar

      Als Plan B ist das eine gute Alternative. Viele bleiben dann aber auch dort hängen und haben weder Spass am Job, noch eine Perspektive. Aber sie haben schon Recht... besser irgendwas als garnichts ;)

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