YB – ManUtd

01. November 2018 05:41; Akt: 01.11.2018 07:28 Print

7293 Franken Busse für 30 Sekunden Flitzerspass

von Raphael Casablanca - Während des Champions-League-Spiels der Young Boys gegen Manchester United sorgte ein Flitzer für Aufsehen. Nun wurde er happig gebüsst.

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Es läuft die 91. Minute. Die Berner Young Boys liegen in ihrem ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte gegen Manchester United mit 0:3 im Rückstand. Das Spiel ist so gut wie gelaufen. Plötzlich springt ein junger Mann mit einem Scherensprung über die Bande Richtung Spielfeld. Bevor die Security-Stewards realisieren, was da gerade passiert, ist der Flitzer S.C.* schon auf dem Spielfeld und umarmt seine Idole aus England.

Seine kaum eine halbe Minute dauernde Aktion an jenem 19. September hat nun ein Nachspiel. Diese Woche flatterte eine saftige Busse in seinen Briefkasten: «Ich habe drei Jahre Stadionverbot erhalten, dazu eine Busse von 7293 Franken», erzählt der junge Berner im Gespräch mit 20 Minuten. Dass er eine Strafe erhalten würde, war S.C. von Anfang an klar. Dass sie gerade so hoch ausfällt, damit hätte er der 22-jährige Student nicht gerechnet.

Keine Suffaktion

Mit der Umarmung seiner Idole hat er sich einen Traum erfüllt. S.C. ist schon seit acht Jahren Manchester-United-Fan und verfolgt praktisch jedes Spiel seiner Mannschaft im Internet. «Als ich mitbekam, dass Manchester in Bern spielt, bin ich ausgeflippt», erinnert er sich. Mit Freunden besuchte er dann das Spiel. Es war der erste Match seiner Lieblingsmannschaft, den er live mitverfolgen konnte. Gegen Ende des Spiels, beim Stand von 3:0 für Manchester, sei er völlig aus dem Häuschen gewesen.

Als es dann in der Schlussphase aufgrund eines Foulspiels zu einem Unterbruch kam, habe er die Chance genutzt und sei losgerannt. «Ich rannte bewusst erst ganz am Schluss des Spiels und während eines Unterbruchs aufs Feld. Ich wollte den Spielfluss nicht allzu fest stören», erinnert sich der junge Berner. Er möchte zudem klar stellen, dass das Ganze keine kopflose Suffaktion gewesen sei: «Ich bin leidenschaftlicher Fan. Bei keiner anderen Mannschaft wäre ich aufs Spielfeld gerannt.»

Jetzt hofft er auf Spenden

Die Flitzeraktion brachte selbst ManU-Coach José Mourinho zum Lächeln. «Das hätte ich mir niemals erträumt», so S.C. Trotzdem würde er eine solche Aktion nicht wiederholen: «Niemals, das war dieses eine Mal, jetzt ist gut.» Nun hofft der Berner auf Spenden. Denn aus eigener Tasche kann der Student, der nebenbei als Bartender arbeitet, die hohe Busse nicht bezahlen.

Er arbeitet momentan an einem Projekt, um den Schuldenberg zu tilgen. «Ich hoffe, dass es da draussen Fussballfans gibt, die meine Leidenschaft nachvollziehen können und mir mit einer kleinen Spende helfen möchten», so S.C. Seine Crowd-Funding-Seite wird ab nächster Woche online sein.

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pater007 am 01.11.2018 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Ja klar....Zuerst Mist bauen und dann die anderen zahlen lassen. Da hätte er den Kopf halt vorher einschalten müssen.

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  • Jazzco am 01.11.2018 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crowdfunfing NOPE

    Wieso sollte ich spenden? Verstehe nicht was in seinem Kopf vorgeht und so einer studiert noch...

  • 4057 BASEL am 01.11.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ungerecht

    3 Jahre Stadionverbot wäre schön bei Randalierer und Schläger,aber die kommen ja ungeschoren davon.....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick83 am 02.11.2018 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In die Kasse der UEFA?

    Ich frage mich in welche Kasse das fliesst und welche rechtliche Grundlage wir hier haben. Geht ein Anfechten übers Schweizer Gericht?

  • Don Höfi am 01.11.2018 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Busse

    Studenten sind in der Regel jung und können arbeiten, somit kann er die Busse auch abarbeiten. Habe Liverpool auch schon über 45 jahre mehrmals gesehen und all die Grössen der verschiedenen glorreichen Epochen dieses Klubs. Hatte aber nie das Bedürfnis einen blöden Flitzerspass zu machen. Stell dir mal vor die gleiche Idee hätten z.B. 1000 MaU Fans gehabt, besser nicht. Wäre noch interessant wie diese Summe zustande kahm und wer sie ausgesprochen hat.

  • Lukas Reutimann am 01.11.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ziemlich frech, der Bursche!

    Man kann sich über die Höhe der Busse streiten, aber der Bursche hat nun mal nichts auf dem Fussballfeld verloren! Wieso reicht es ihm nicht, seine Lieblinge live im Stadion zu sehen? Als YB-Fan weiss ich, wie heiss begehrt die CL-Tickets sind. Es hätte genug Leute gegeben, die das Ticket dieses ManU-Fans gerne gehabt hätten! Dass er jetzt noch das Gefühl hat, man zahle ihm die Busse, ist schlicht eine Frechheit!

  • D.Müller am 01.11.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Recht so! Ist selber schuld. Die Regeln und Vorschriften sind bekannt. Soll es akzeptieren.

    • Schteimanndli am 01.11.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Mein kleines Glück

      wie stellt sich diese Busse zusammen?,,,Xx.=Selbstkosten oder so! Zum Glück hat nicht jeder dieses "Bedürfnis"

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  • Jacqueline am 01.11.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auch ein Fan

    Bezahl deine Dummheiten selber! Wenn jeder über das Spielfeld rasen würde, kämen die Spieler nicht zum spielen (ausserdem würde die Übertragungszeit für das TV gar nicht mehr reichen). Wenn du ein echter Fan bist, wartest du am Ende des Matches beim Spielerausgang und bittest um ein Autogramm oder Selfie. Also: Selber ausbaden! Ist ja voll frech, andere darum zu bitten.