Hockey, Fussball, Handball

11. Oktober 2018 21:22; Akt: 11.10.2018 21:22 Print

Darum dominieren Berner Teams den Spitzensport

Ob im Fussball, Eishockey, Handball oder Unihockey: In den wichtigsten Teamsportarten haben Berner Clubs die Oberhand. Was sind Gründe und Folgen dieses Phänomens?

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Der Kanton Bern ist derzeit die Sporthochburg der Schweiz: Im Eishockey liegen der EHC Biel und der SC Bern in Front. In der Super League hat YB über zehn Punkte Vorsprung auf seine Verfolger. Im Unihockey sind mit dem SV Wiler-Ersigen und Floorball Köniz gleich zwei Berner Teams in den Top 3. Und im Handball mischt Wacker Thun nach seinem Meistertitel auch ganz vorne mit.

«Gut für Selbstbewusstsein des Kantons»

«Die grossartigen Leistungen der Clubs machen mich stolz», sagt Philippe Müller, für den Sport zuständiger Regierungsrat. Als Momentaufnahme will er die Berner Vorherrschaft im Teamsport nicht abtun und verweist auf die jahrzehntelange Konstanz im Eishockey durch den SCB oder die langjährige Dominanz von Wiler-Ersigen im Unihockey. «Auch YB spielte schon in den Jahren vor dem Titel vorne mit», sagt Müller. Und fügt an: «Insbesondere YBs Erfolg tut dem Selbstbewusstsein des Kantons enorm gut.»

Der FDP-Regierungsrat ist überzeugt: Die Basis für die Erfolge im Leistungssport liegt in der Förderung des Breitensports. Mit dem Sportfonds unterstütze der Kanton Vereine und Verbände etwa beim Bau von Sportanlagen oder bei der Anschaffung von Sportausrüstung. «Bei der Bewilligung der Beiträge ist der Kanton Bern relativ grosszügig», sagt Müller. So könnten viele lokale Sportclubs von den Geldern profitieren.

Die richtigen Leute in der richtigen Position

Warum aktuell fast überall die Berner vorn sind, kann sich Sportpsychologe Jörg Wetzel zwar nicht erklären, er kennt sich aber mit den Erfolgsfaktoren im Mannschaftssport aus: Es brauche eine gemeinsame Vision, eine klare Rollenverteilung sowie eine mittel- bis langfristige Planung. «Auch die Verankerung in der Region kann einem Team unglaublichen Schwung verleihen», sagt Wetzel. Denn damit könnten sich mehr Personen innerhalb wie ausserhalb der Teams mit den Vereinen identifizieren. «So werden die Clubs auch attraktiver für Medien und Sponsoren.»

Oft hänge der sportliche Erfolg mit Einzelpersonen in der Clubführung zusammen. «Es braucht die richtigen Leute zur richtigen Zeit in der richtigen Position, die über den kurzfristigen Erfolg hinausdenken», sagt Wetzel. Ein Vorbild sei YB-Sportchef Christoph Spycher: «Er leistet seriöse und bodenständige Arbeit im Hintergrund und ist eine wertvolle Identifikationsfigur für den Verein.»

Auch Wetzel sieht den Breitensport als Basis für erfolgreichen Leistungssport. Umgekehrt gelte: «Der Leistungssport ist der Motor für den Breitensport.» Spitzenteams und -sportler seien Gradmesser und Motivatoren für die Jugend. «Man schaue sich nur an, welchen Zuwachs die Schweizer Tennisvereine durch Roger Federer bekommen haben», so Wetzel.

Erfolg stärkt Zusammengehörigkeitsgefühl

Bei Wacker Thun hat der Meistertitel laut Präsident Georges Greiner zwar keinen Nachwuchs-Boom ausgelöst, er sagt aber: «Eine leichte Zunahme bei den Neueintritten konnten wir auf die neue Saison hin aber schon verzeichnen.» Der Erfolg des Fanion-Teams habe vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein gestärkt.

Auf die Zuschauerzahlen habe sich der Meistertitel nicht ausgewirkt. «Die Zahlen bewegen sich im Schnitt der letzten Jahre», sagt Greiner.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fan am 11.10.2018 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wechselnde Teams

    Die aktuell besten Teams sind vorne. Jetzt sind es solche aus dem Kanton Bern. In ein paar Jahren sind es andere. Ist so weil ist so, bleibt so, weil war immer so!

  • Dagobert am 11.10.2018 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nach 30 Jahren einmal vorne

    und schon soll der Kanton Bern im Fussball das Mass aller Dinge sein :-) ...

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  • Lilly Wolf am 11.10.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulieren

    Ich gratulieren hier dem Kanton Bern! Es sollen und darf auch immer die bestes Teems gewinnen! Das ist Sport und sportlich darum auch allen viel Glück und Gesundes!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arturo am 13.10.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Dorfvereine!

    In einem stark ländlich orientierten Kanton wie Bern, wo das Dorf und die eigene Scholle mehr zählen als glitzernde Urbanität, sind (Sport-)Vereine das Mass aller Dinge. Und wenn ein Sportverein erfolgreich ist, fiebert die ganze Region mit, ganz anders als etwa in Genf und Zürich, wo man sich über andere Dinge wie zum Beispiel die eigene Wirtschaftsmacht definiert.

  • Mama Bär am 12.10.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alles falsch! Der Grund ist Geld, Geld!

    Und da bezieht der Kanton Bern als Bezüger aus dem NFA! Also eigentlich ist der Erfolg der Zürcher-Bezahler!

  • Simon am 12.10.2018 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, aber...

    Die Saison hat in den drei genannten Sportarten ja mehr oder weniger erst gerade begonnen. Zumindest im Handball und Eishockey kann es nach ein par weiteren Runden schon wieder ganz anders aussehen.

  • Taxo Peter am 12.10.2018 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenkanton

    99% der Berner Zuschauer sind Beamten, die haben Geld und Zeit, diese Spiele anzuschauen und damit die Vereinskassen mit Staatsgeldern zu füllen während der Rest der Schweiz für den Finanzausgleich arbeitet und am Abend zu müde ist, um in die Stadien zu pilgern

    • Iceman29 am 12.10.2018 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Taxo Peter

      Wohne im Appenzeller Land..bin gebürtiger Berner...kein Beamter ..und ich gehe so oft ich kann nach Bern..Also deine Theorie ist schon mal falsch.

    • Max M. am 12.10.2018 16:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Taxo Peter

      Ich bin "Beamter" in Bern (obwohl es den Status eigentlich nicht gibt), und schaue keinen Mannschaftssport. Eigentlich bin ich gebürtiger Basler mit einem Zürcher Heimatort, wohne aber seit 38 Jahren in Bern, und frage mich gerade, warum ich Ihnen das erzähle...

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  • Stettler Kurt am 12.10.2018 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielen Unihokey

    das mit den Födergelder stimmt so nicht wircklich, wenn die Eltern schon für eine Saison Unihockey über 1000 Fr. Zahlen müssen und das für einen 14 Jährigen, da muss man sich schon fragen wo hin den diese Gelder fliessen.