Private Werbung in Ämtern

09. Juni 2011 22:04; Akt: 09.06.2011 21:08 Print

Stadt Bern als Pionier

von Nora Camenisch - Mit privater Werbung zu mehr Einnahmen: Diese Idee des Berner Einwohneramts sorgt für Gesprächsstoff unter Berner Politikern.

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Für mehr Werbung im Einwohneramt: Gemeinderat Reto Nause. Foto: meo

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«Im Zuge der Sparprogramme der Stadt ist jeder Beitrag willkommen», so Gemeinderat Reto Nause. Deshalb hat er über 200 Berner Firmen angeschrieben. Sie können in der Schalterhalle des Einwohnerdienstes ihre Werbung über Bildschirme flimmern lassen – und so die Stadtkasse füllen. Die Idee stammt von Bereichsleiter Alexander Ott. «Ich habe in Engandiner Postautos solche Werbung gesehen und dachte: Das wäre doch was für uns.»

Diese Aktion sorgte beim Grünen Bündnis bereits für rote Köpfe. Stadtrat Hasim Sancar hat einen Vorstoss eingereicht, der ein Ende der privaten Werbung in öffentlichen Ämtern verlangt. Doch nicht alle Politiker sind gegen die Reklamen. «Der Staat ist knapp bei Kasse, da sind die Werbespots eine tolle Möglichkeit, um Einnahmen zu generieren», so FDP-Stadtrat Bernhard Eicher. Simon Glauser (SVP) ergänzt: «Solange in der Wartehalle mit Flyern für zahlreiche staatliche Projekte oder Informationen für Sozialhilfebezüger geworben wird, kann man die Plattform auch Privaten offenlassen.»

Thomas Fuchs, SVP-Nationalrat und Geschäftsleiter des Berner Bundes der Steuerzahler, geht noch weiter. «Man sollte die Werbung auf weitere Ämter – auch kantonale und nationale – ausweiten.»