Parteitag der Pnos

30. November 2018 12:06; Akt: 30.11.2018 12:06 Print

Stadt Bern bereitet sich auf Demo-Samstag vor

Bern wird am Samstag zu einem Pulverfass: Linke Kreise wollen sich in Bern zu einer grossen Demonstration treffen – und damit gegen den Parteitag der Pnos demonstrieren.

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Die Polizei will ein Dispositiv vor Ort haben: Am Samstag laufen in Bern geschätzte 800 Leute gegen den Parteitag der Pnos. Am 1. Dezember will sich die Pnos (Partei der national orientierten Schweizer) im Kanton Bern zum Parteitag treffen. Die dortigen Gäste sind höchst umstritten. Eingeladen ist unter anderem Richard Spencer, ein Anführer der ultrarechten Alt-Right-Bewegung. Er proklamiert in zahlreichen Reden die Überlegenheit der weissen Rasse. Aufgrund seiner Ideologien hat Spencer aktuell eine Einreisesperre in allen 26 Schengenländern, inklusive der Schweiz. Gegen diese «neofaschistische Prominenz» wollen junge, linke Berner nun ein Zeichen setzen. «Am 1. Dezember wird die Juso Stadt Bern mit der Unterstützung zahlreicher Aktivisten und Organisationen aus der Region ein Zeichen gegen diese feindlichen Ansichten setzen», heisst es deswegen vonseiten der Anti-Pnos-Demonstranten. Erst am letzten Samstag gab es auch in Basel eine Gegendemonstration gegen die Pnos. Hunderte Linke störten die rund 30 Pnos-Demonstranten bei ihrem Protest gegen den UNO-Migrationspakt. Dabei kam es zwischen den beiden Gruppierungen zu massiven Zusammenstössen. Die Polizei setzte Gummischrot ein. Bilanz: Zwei Verletzte, einer davon schwer. Die Kantonspolizei Bern bestätigt auf Anfrage gegenüber 20 Minuten, dass man Kenntnis von der umstrittenen Veranstaltung der Pnos habe. Auch dort will sie eingreifen, wenn nötig. Tamara Funicello (Juso) meinte schon vor Wochen: «Die Behörden müssen nun aktiv werden und diesen Auftritt verhindern, das ist ihre demokratische Pflicht. Richard Spencer vertritt eine faschistische Ideologie, die wir in der Schweiz nicht tolerieren dürfen. Die Meinungsfreiheit hört da auf, wo sich Leute für ethnische Säuberungen aussprechen.» Benjamin Fischer (JSVP) war bezüglich des Pnos-Parteitags ebenfalls skeptisch: «Ich halte nichts von diesem Spinnerkabinett, das sich hier treffen will. Aber sie sollen in der Schweiz reden dürfen. Ich schätze die Redefreiheit als hohes Gut in unserem Land ein. Auch ein Richard Spencer soll seine Meinung öffentlich äussern dürfen, solange er nicht zu Gewalt aufruft. »

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Am Samstag will sich die Pnos feiern lassen. Vor Wochen hat die rechtsextreme Gruppierung für den 1. Dezember an einem geheimen Ort in der Region Bern ihren Parteitag angekündigt. Leute wie der Amerikaner Richard Spencer stehen dort auf der Gästeliste. Dieser ist ein Anführer der ultrarechten Alt-Right-Bewegung und proklamiert die Überlegenheit der weissen Rasse (White Supremacy). Auch Eric Weber aus Basel und Mitglieder der AfD sollen am Anlass der Pnos aufkreuzen.

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Gegen diese «neofaschistische Prominenz» wollen junge, linke Berner nun ein Zeichen setzen. «Am 1. Dezember wird die Juso Stadt Bern mit der Unterstützung zahlreicher Aktivisten und Organisationen aus der Region ein Zeichen gegen diese feindlichen Ansichten setzen», heisst es deswegen vonseiten der Anti-Pnos-Demonstranten. Die angekündigte Demonstration in Bern wurde derweil aber mit der gewünschten Route durch die Berner Innenstadt bewilligt. Die Behörden sowie die Organisatoren rechnen mit rund 500 bis 800 Teilnehmenden.

Eskaliert es nach sieben Tagen erneut?

Bern könnte also dieses Wochenende wieder zum Pulverfass werden: Erst am letzten Samstag gab es auch in Basel eine Gegendemonstration gegen die Pnos. Hunderte Linke störten die rund 30 Pnos-Demonstranten bei ihrem Protest gegen den UNO-Migrationspakt. Dabei kam es zwischen den beiden Gruppierungen zu massiven Zusammenstössen. Die Polizei setzte Gummischrot ein. Bilanz dieses Einsatzes: Zwei Verletzte, einer davon schwer.

Auch am Samstag in der Stadt Bern wird die Polizei präsent sein: «Die Kantonspolizei Bern hat Kenntnis von der bewilligten Kundgebung in der Stadt Bern. Wir werden mit Einsatzkräften vor Ort sein und die Lage laufend neu beurteilen», teilt die Kapo Bern mit.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • König Ludwig am 30.11.2018 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jede

    Partei hat das Recht sich zu versammeln auch die rechten. Mal sehn ob es den linken gefallen würde wenn man sie stört. Für mich sind die Linken Weltfremd und Träumer

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  • axl am 30.11.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollen sie

    Ich habe nichts dagegen das die linken ihre meinung kund tun. Sollte es aber nur kleine sachbeschädigungen oder kleine gewalt delikte geben hoffe ich das die polizei mal richtig durchgreift und es dann mal heisst 300 verhaftungen und nicht nur 1-2

  • Peter Meier am 30.11.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalttätige nein Danke

    Ich befürchte bei der Linken-Gegendemonstration für Friede und Einheit wird es zu Gewaltakten kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Höfi am 30.11.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demosamstage in Bern

    Wieso werden immer wieder Jahr für Jahr soviele Demos in Bern erlaubt. Das Geschäft in der Stadt zu haben ist Horror. Fast jeden Samstag Demos bringt viele zahlende Kunden an diesen Tagen nicht in die Stadt. Möchte gerne wissen wieviel die Summen der Einbussen sind an Demossamstage. Die Stadt sollte eigentlich den Geschäften den Ausfall wegen den Demos entschädigen müssen. Solange die Stadt Demos erlaubt, müssen sie nicht jammern wegen Polizeikosten die ins unermessliche gehen. Wieso muss man an einem Parteitag demonstrieren. Wahrscheinlich nimmt sonst niemand diese Pnos wahr.

  • Heidi Heidnisch am 30.11.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blauäugig

    Der Herr Benjamin Fischer scheint mir doch sehr naiv zu sein, dass er glaubt, ethnische Säuberung oder Versklavung anderer Rassen sei kein Aufruf zur Gewalt. Er glaubt wahrscheinlich auch an den Samichlaus, und daran, dass die SVP eine Politik fürs Volk betreibe...

    • Tinel am 30.11.2018 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Noch jemand der sich noch nie mit der AfD beschäftigt hat und den Einheitsbrei der " Qualität " Medien Glauben schenkt

    • Heidi Heidnisch am 02.12.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tinel

      Ich verlasse mich da vor allem auf meine persönlichen Erfahrungen mit Menschen aller Farben, Ideologien und Kaliber, und habe bisher ziemlich deutlich festgestellt, dass je rechter, desto enger das Bewusstsein...

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  • Bume83 am 30.11.2018 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozial....?

    Ich finde es Komisch das immer wenn Anhänger der "Sozialen" Parteien, an Demonstrationen teilnehmen, es ein riesiges Polizei aufgebot braucht und Sachbeschädigungen die Regel sind. In meinen augen ist das nicht besonders Sozial.....

    • Tinel am 30.11.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bume83

      Vor allem wenn Polizeibeamte verletzt werden . Von Mutti heisst es dann : " Der Polizei Einsatz war unverhältnismässig gewesen " Immer das gleiche Spiel

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  • Volchsrepublik am 30.11.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    solange die PNOS

    eine zugelassene Partei ist die gegen kein Gesetz verstösst gilt auch für sie die Versammlungsfreiheit. Ich halte nichts von der PNOS, dafür halte ich aber sehr viel von den in der Verfassung verankerten Grundrechten.

  • Steuerzahler am 30.11.2018 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause bleiben

    Und wer bezahlt diesen Polizeieinsatz und die Sachschäden die es sicher wieder geben wird?