Opfer von Dürre und Frost

21. November 2018 11:40; Akt: 21.11.2018 12:35 Print

Stadt Bern lässt 229 Bäume fällen

In den kommenden Monaten laufen in der Stadt Bern die Motorsägen: Die Behörden lassen über 200 kranke Bäume fällen.

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Der Spätfrost im Frühling 2017 und die beiden letzten trockenen Sommer haben den Bäumen in der Stadt Bern zugesetzt. So müssen diesen Winter überdurchschnittlich viele Bäume gefällt werden, die krank sind oder ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Insgesamt 229 Park- und Strassenbäume müssen ersetzt werden. Gefällt werden die Bäume in den kommenden Monaten, wenn sich die Natur in der Winterruhe befindet, wie die Stadtberner Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün am Mittwoch mitteilte. Die Aktion wird beendet, bevor die Nist- und Brutzeit der Vögel beginnt.

Die gefällten Bäume will die Stadt im nächsten und übernächsten Frühling durch Jungbäume ersetzen. Bei den Neupflanzungen verzichtet die Stadt Bern derzeit auf Eschen wegen der berüchtigten Pilzerkrankung, für die insbesondere junge Eschen anfällig sind.

Das Eschentriebsterben, wie die Erkrankung heisst, führt dazu, dass Pflanzenteile welken und absterben. Bei stark befallenen Bäumen droht der Abbruch der Krone oder gar das Umstürzen ganzer Bäume. Der Erreger stammt aus Ostasien und breitet sich seit 2008 auch in der Schweiz aus.

Auch junge Bäume litten

Im Frühling 2017 setzte ein starker Spätfrost den Bäumen in der Stadt Bern zu. Durch den Frost verloren sie den Austrieb und mussten viel Kraft investieren, um ein zweites Mal Blätter zu bilden.

Im Sommer 2017 gab es verhältnismässig wenig Niederschlag. Der darauffolgende Sommer übertraf indessen die schlimmsten Befürchtungen der Baumfachleute, wie die Stadt in ihrer Mitteilung schreibt.

Betrifft Jung und Alt

Durch die extreme, langanhaltende Trockenheit starben viele geschwächte Bäume im Verlauf des Jahres ab. Betroffen sind nicht nur alte Bäume, sondern auch rund 40 Exemplare, die erst in den letzten zehn Jahren gepflanzt wurden. Trotz intensiver Bewässerung war der Boden an Extremstandorten so trocken, dass diese Bäume nicht gerettet werden konnten.

Doch auch alte Bäume hatten Mühe, über die Runden zu kommen. So hat zum Beispiel eine der alten Eichen in den Englischen Anlagen oberhalb des Schwellenmättelis im Sommer wegen Wassermangels einen Teil ihrer Krone abgeworfen. Der Rest des Baumes muss nun aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

(miw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 21.11.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Baumschutzgesetz

    In Bern stehen im öffentlichen Raum rund 21'000 Bäume, welche gehegt und gepflegt werden. Schon nur das relativiert die Zahl von 229. Dazu kommt, dass für jeden gefällten Baum wieder einer gepflanzt werden muss, auch wenn vielleicht an einem geeigneteren Ort - darüber hat das Berner Stimmvolk befunden. Übrigens: schon nur ein mittlerer Ast hat eine gewaltige Durchschlagskraft. Bei uns im Park wurden schon die stadttypischen Holzbänke mit Rückenlehne zerschmettert und daher ist es mehr als richtig, dass man dieses Risiko minimiert.

  • Alles im grünen am 21.11.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Bereich? ;)

    Es grünt so grün, wenn die LinksGrünen verblühn!

  • Sabrina am 21.11.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kanns mir denken...

    Ein Schelm wer jetzt denkt, dass vorallem Bäume an der Ostermundigenstrasse und der Viktoriastrasse gefällt werden da man ja dort Platz braucht für das Tram...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarek vom Vulkan am 23.11.2018 04:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und dort

    Wo mal mehr Grün war. Ist jetzt alles Retro 70ger Jahre Beton Wüste. Gemeint ist der umgebaute Eigerplatz!

  • Rembär am 21.11.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorteil von SBI

    Ja liebe Berner wenn ihr JA stimmt könnt ihr in Zukunft selber bestimmen ob die Bäume gefällt werden, sonst geht die Regierung bis nach Strassbourg

    • Frau53 am 23.11.2018 06:39 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort@Rembär

      So ein Quatsch, das Fällen der Bäume hat mit vielen Sicherheitsaspekten zu tun. Ausserdem werden wieder Jungbäume angepflanzt. Allerdings werden dies eher Bäume sein die mit dem Klimawandel besser umgehen können, wie zum Beispiel Platanen, Baumhasel ua.

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  • Berner Mutz am 21.11.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Es gibt aber auch hunderte Bewohner von Bern, die ein noch grösseres Sicherheitsrisiko darstellen. Warum werden die nicht entfernt?

  • Bernd aus Bern am 21.11.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Bin schockiert. Ich liebe die Bäume und sträucher in Bern. Dank ihnen duftet die Luft trotz dem vielen Autoverkehr herrlich nach schönen Blüten, Blättern und Nadel, und im sommer werfen sie einen schönen Kühlen schatten, der zum verweilen einläd. Ich hoffe sehr das die rodung verhindern werden kann.

    • Alter Sack am 21.11.2018 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd aus Bern

      Es werden wieder neue nachwachsen... nur keine Panik. Das leben ist endlich auch bei dem Bäumen

    • Alter Sack am 21.11.2018 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd aus Bern

      Ein Prozent aller Bäume werden gefällt... so ein Theater..in hundert Jahren fängt der Reigen wieder von vorne an

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  • Dave74 am 21.11.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Baumschutzgesetz

    In Bern stehen im öffentlichen Raum rund 21'000 Bäume, welche gehegt und gepflegt werden. Schon nur das relativiert die Zahl von 229. Dazu kommt, dass für jeden gefällten Baum wieder einer gepflanzt werden muss, auch wenn vielleicht an einem geeigneteren Ort - darüber hat das Berner Stimmvolk befunden. Übrigens: schon nur ein mittlerer Ast hat eine gewaltige Durchschlagskraft. Bei uns im Park wurden schon die stadttypischen Holzbänke mit Rückenlehne zerschmettert und daher ist es mehr als richtig, dass man dieses Risiko minimiert.