Neue Abgabe

02. April 2015 11:13; Akt: 02.04.2015 13:35 Print

Stadt Bern will Tourismus fördern

Der Gemeinderat will eine Tourismusförderungsabgabe einführen. Institutionen und Betriebe, die vom Tourismus profitieren, sollen sie bezahlen.

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Die Berner Altstadt aus der Luft. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wenn es nach dem Berner Gemeinderat geht, soll eine kommunale Tourismusförderungsabgabe (TFA) eingeführt werden. In Bern profitieren viele Institutionen und Betriebe vom Tourismus, diese sollen die Abgabe entrichten. Die Vorlage geht nun an den Stadtrat. Dieser soll sich mit dem Reglement befassen, das der Gemeinderat heute Donnerstag präsentiert hat. Das letzte Wort wird womöglich das Volk haben, denn die Vorlage unterliegt dem fakultativen Referendum.

Tourismusstandort Bern besser bewerben

Die Stadt Bern erhofft sich durch die neue Abgabe einen Erlös von rund 1,5 Millionen Franken, wobei sie mit einem jährlichen Erhebungsaufwand von etwa 400'000 Franken rechnet.

Die TFA soll dazu dienen, Bern Tourismus eine solidere Grundlage zu geben und den Tourismusstandort Bern besser zu bewerben. Basel, Zürich, Genf und Lausanne verfügten heute über bedeutend grössere Marketingbudgets, macht der Gemeinderat geltend. Bern Tourismus hingegen musste in den letzten Jahren mit immer weniger Geld auskommen. So sank der jährliche Stadtbeitrag wegen Sparmassnahmen kontinuierlich von 1,4 Millionen auf 870'000 Franken.

Abgabe nach Genfer Beispiel

Weitere Einnahmen generiert Bern Tourismus aus der Übernachtungsabgabe, aus Mitgliederbeiträgen und aus selbsterwirtschafteten Erträgen. Doch unter dem Strich werde es immer schwieriger, das Geld für Marktpromotionen zusammenzubringen, schreibt die Stadtregierung. Die Tourismusförderungsabgabe sollen künftig all diejenigen Institutionen und Betriebe zahlen, «die aus dem Verkauf von Waren oder dem Erbringen von Dienstleistungen an Touristen oder an touristische Unternehmen einen Nutzen erzielen».

Die nun präsentierte TFA orientiert sich am Beispiel von Stadt und Kanton Genf. Die Höhe der Abgabe berechnet sich nicht nur aus der Tourismusabhängigkeit, der Wertschöpfungskraft und der Grösse eines Betriebs. Sie ist vielmehr auch abhängig vom Stadtteil, in dem sich ein Unternehmen befindet.

Bümpliz muss nichts zahlen

Der Grundtarif in der touristisch bedeutsamen Altstadt ist also höher als beispielsweise in der Länggasse. Der Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen ist sogar ganz von der Abgabe befreit, mit Ausnahme des Quartiers Brünnen mit dem Westside.

Die Abgabe schafft laut Gemeinderat mehr Gerechtigkeit. Denn gegenwärtig sei es vor allem die Hotellerie, die über die Übernachtungsabgabe den grössten Anteil leistet. Dabei profitierten auch andere Betriebe von den Touristen. Gut eine Million Franken soll die neue Abgabe einbringen. Daneben soll der Beitrag der Stadt an Bern Tourismus erhalten bleiben. Er soll neu an die Tourismusförderungsabgabe gekoppelt sein und «mindestens 75 Prozent der netto entrichteten TFA betragen».

Kritik von Bern City

Ohne Widerstand wird die TFA kaum eingeführt werden können. So hat Bern City bereits Kritik geäussert: Die Innenstadt-Organisation habe sich gegen eine zusätzliche Abgabe ausgesprochen, zumal diese lediglich Bern Tourismus zu Gute komme und nicht allen Beteiligten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 02.04.2015 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche in der Schweiz

    Eine weitere unnötige Abgabe..

  • Peter G am 02.04.2015 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur Geld fordern und nichts leisten

    Statt einer neuen Steuer könnte man endlich die Reithalle abreissen . Das würde das Stadtbild um 100 % aufwerten und würde die Touristen die per Zug nach Bern kommen , nicht mehr abschrecken.

  • vreni hauser am 02.04.2015 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neue Abgabe/Steuer

    Der Erhebungsaufwand ist zu hoch... schon wieder eine neue Abgabe, die nachBelieben erhöht wird... zuerst besser konsequentes Vorgehen bei denen, die Bern verschandeln...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lahor Jakrlin am 03.04.2015 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter denken

    Schließen und abreissen der Reitschule wäre für Bern werbewirksamer und günstiger.

  • Sofia am 03.04.2015 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig Investieren

    Die Berner können einfach Asylheime bauen und entsprechend bewohnen lassen. Somit haben die auch ein Touristenmagnet (Winwin.Situation).

  • Schweizer Bürger am 03.04.2015 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zuwanderung ist ein Problem

    Bern ist eine sehr schöne Stadt, nur die Zuwanderung macht auch dieser Stadt zu schaffen. Ich finde es sehr schade wenn etwas kulturelles in der Schweiz zu Grabe getragen wird.

  • Laangweilig! am 03.04.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute!

    Echt jetzt, wir habens langsam gehört dass ihr gegen die reithalle seid aber ihr solltet euch mal damit abfinden, dass diese nach 5 abstimmungen sicher nicht so schnell abgerissen oder geschlossen wird. Ihr quengelt ja viel länger als jedes kleinkind.

    • Peter M am 03.04.2015 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Dann stimmen wir halt 6 - 10 Mal ab

      Manchmal muss man hartnäckig an seine Träume glauben . Ich träume von einer Welt ohne randalierende Chaoten und der erste Schritt wäre die Reithalle in ein Gebäude für normale Menschen umzubauen. Damit würden wir ein Zeichen setzen. Eine neue Steuer für Touristen ist nicht der richtige Weg

    • Tom am 03.04.2015 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Demokratie

      Ich bin auch gegen die Reitschule. Jedoch wenn die Berner das Teil wollen, soll es bleiben. Es ändert sich erst was, wenn Leute beginnen das Privateigentum der Gemeinderäte und Linken Stadträte zu verschmieren und zu beschädigen und das immer wieder.

    • @ Peter M am 03.04.2015 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sind auch randalierende

      Natur Chaoten damit gemeint? Die gibt es ja scheinbar auch....

    einklappen einklappen
  • Max T. Krüger am 03.04.2015 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VON DER STADTBERNER FERIENQUALITÄT

    Statt Gelder in sinn- und erfolglose Werbeprojekte zu stecken, würden die verantwortlichen in Bern besser für eine halbwegs saubere Stadt sorgen! Ich denke da natürlich an die Reithalle, an das Bidonville von "Zaffaraya", oder wie es auch immer heisst, usw.! Als ich 1972 zum Stufium in Paris weilte, war es dort um einiges sauberer als in der Stadt Bern heuzutage! (Wie sich Paris aktuell präsentiert, weiss ich nicht). Die zusätzliche Belastung von Bürgern und Betrieben mit der unsinnigen Tourismussteuer ist abzulehnen!