Lange Wartezeiten

20. April 2016 13:46; Akt: 20.04.2016 14:19 Print

Stadt Biel macht Ausländer zu Sans-Papiers

Das Einwohneramt der Stadt Biel ist für seine langen Wartezeiten bekannt. Nun sind die Ausländer teilweise bis zu acht Monaten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung.

storybild

Die Stadt Biel lässt ihre Einwohner warten: Manche sind bereits um fünf Uhr morgens bei den Einwohnerdiensten, um bei der Türöffnung um neun Uhr ein Ticket zu ergattern. (Bild: 20 Minuten/miw)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer in der Stadt Biel seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern will, muss monatelang warten – und in der Zwischenzeit ohne einen gültigen Ausweis leben, wie die Zeitung «Der Bund» schreibt.

Bis zu acht Monaten dauere derzeit die Bearbeitung der Verlängerungsgesuche, heisst es laut dem Leiter der städtischen Abteilung der Öffentlichen Sicherheit, André Glauser. In Einzelfällen würde die Bearbeitung sogar noch länger dauern. Die lange Wartezeit sei gerade bei der Arbeitssuche, bei Auslandreisen oder beim Familiennachzug problematisch, sagen Bieler Rechtsanwälte gegenüber dem «Bund». Auch Arbeitgeber seien verunsichert, ob sie Ausländer ohne gütligen Ausweis weiter beschäftigen dürften. Einer der Anwälte sagt, dass er versuche, mit der Drohung einer Klage beim Kanton das Verfahren zu beschleunigen.

Externe Überprüfung soll Lösungen aufzeigen

Als Grund für die langen Wartezeiten gibt Glauser Personalknappheit an. Die Zahl der Ausländer in Biel sei in den letzten zehn Jahren von 14'000 auf 18'000 angestiegen, die Ressourcen jedoch nicht angepasst worden. Letzten Herbst stimmte der Gemeinderat der Schaffung einer neuen Stelle zu – wegen des Budgetstreits ist diese jedoch noch nicht besetzt worden. Auch die geplante externe Überprüfung durch die international tätige Beraterfirma Deloitte konnte wegen des Budgetstreites noch nicht gestartet werden. Die 85'000 Franken wurden in der Zwischenzeit jedoch freigegeben und die Überprüfung startet noch vor den Sommerferien. Der Gemeinderat erwartet, die empfohlenen Massnahmen ab Anfang 2017 umsetzen zu können.

Die langen Wartezeiten beim Bieler Einwohneramt sind seit Jahren ein Thema bei der Bevölkerung. Dank der Einführung eines Ticket- und Triage-Systems habe sich die Lage «deutlich verbessert», so Glauser gegenüber dem «Bund». Zu langen Wartezeiten komme es «nur noch punktuell.» Einer der Anwälte berichtet dennoch von Ausländern, die um fünf Uhr morgens beim Einwohneramt anstehen würden, um um neun Uhr ein Ticket zu ergattern. Auch würden trotz stundenlangem Anstehens nicht alle Wartenden bedient.

(kaf)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fab am 20.04.2016 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grins! Das ist doch typisch

    Die Gemeinderatsmitglieder und der Gemeindepräsident verdienen mehr als Leute in der Kantonsregierung. Jeder muss zwar jetzt auf paar zehntausend von ihrem grossen Lohn verzichten, wurde beschlossen. Sie haben aber immer noch alle über 200'000 pro Jahr. Dafür wird Gekürzt bei der Pro Infirmis und solchen Organisationen, wo sie Geld wirklich nötig haben. Deshalb passt das leider zur Stadt Biel. Wartezeiten von 8 Monaten wegen Personalmangel! Und noch etwas. Immer teure Projekte planen die dann vom Volk verworfen werden. Welches Planungsbüro verdient da? Vetterliwirtschaft.

  • Michu am 20.04.2016 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nix geändert...

    Ich gehe fast täglich dort vorbei und zT stehen die Leute schon um 5-6 Uhr morgens dort vor dem Gebäude. Egal ob Schnee, Regen oder Minusgrade im Winter...die waren immer dort...

  • niel niemann am 20.04.2016 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?!

    Das kann es doch nicht wirklich sein!?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fab am 20.04.2016 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grins! Das ist doch typisch

    Die Gemeinderatsmitglieder und der Gemeindepräsident verdienen mehr als Leute in der Kantonsregierung. Jeder muss zwar jetzt auf paar zehntausend von ihrem grossen Lohn verzichten, wurde beschlossen. Sie haben aber immer noch alle über 200'000 pro Jahr. Dafür wird Gekürzt bei der Pro Infirmis und solchen Organisationen, wo sie Geld wirklich nötig haben. Deshalb passt das leider zur Stadt Biel. Wartezeiten von 8 Monaten wegen Personalmangel! Und noch etwas. Immer teure Projekte planen die dann vom Volk verworfen werden. Welches Planungsbüro verdient da? Vetterliwirtschaft.

  • Vorname/Name am 20.04.2016 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Wenn ich in ein Land reise, schaue ich vorher für gültige Papiere

    • Sedin Ikanovic am 20.04.2016 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vorname/Name

      sie wollen die papiere VERLÄNGERN.. sie haben wohl den artikel nur überflogen..

    einklappen einklappen
  • Sala am 20.04.2016 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr normal

    Dann sollen die dort mehr Leute einstellen zum arbeiten...kann doch nicht sein, dass so viele Arbeit suchen und an einigen Arbeitsorten man unterbesetzt ist.

  • kiki am 20.04.2016 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    kein Verständnis

    Zu wenig Personal, warten auf Geld nur weil die Mühlen viel viel zu langsam mahlen. Das darf doch nicht einfach so hingenommen werden!!! Die Sparpolitik beim Bund muss aufhören! Geld wäre nämlich vorhanden aber nicht für das Inernes Personal. Das Geld wird lieber für teure Externe Berater und Firmen ausgegeben. Und bis dann die Externe Firme handeln kann gehen JAHRE übers land, da ja so was ausgeschrieben werden muss. So können wir doch nicht weiter fahren!

  • niel niemann am 20.04.2016 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?!

    Das kann es doch nicht wirklich sein!?

    • W.E. am 20.04.2016 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      Und?

      Wo ist das Problem? Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen, temporär die Schweiz verlassen, danach zurückkehren. Dann gibt's wenigstens Zeitweise mehr Arbeit für Inländische Arbeitslose.

    • Bieler am 20.04.2016 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @niel niemann

      Doch, leider ist das so...wollte letztes Jahr meinen Pass erneuern im selben Gebäude, das sah aus wie vor einer Achterbahn im Europa Park...stundenlanges Anstehen...

    einklappen einklappen