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25. Mai 2014 18:27; Akt: 25.05.2014 20:44 Print

Stadt treibt bei Zimmer-Anbietern Kurtaxen ein

Etwa 385 Unterkünfte werden in Bern online via Airbnb vermietet. Die Stadt passt nun die Gesetze an – um Gebühren von den Vermietern einziehen zu können.

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In Bern sollen Vermieter von Airbnb-Übernachtungsmöglichkeiten Kurtaxen zahlen müssen.

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Wer einen günstigen Städtetrip plant, versucht immer öfter, in Privatunterkünften unterzukommen. Das Geschäft boomt, auch in Bern. Die Bundesstadt verschärft nun als erste Schweizer Stadt ihr Gesetz, um Air­bnb-Gastgeber in die Pflicht zu nehmen. Am 1. Juni tritt ein revidiertes Übernachtungsreglement in Kraft. Dort ist festgeschrieben, dass auch Anbieter von «zu touristischen Zwecken vermieteten Zimmern oder Wohnungen» Kurtaxen abliefern müssen. Wer in Bern eine private Unterkunft auf der Online-Pattform Airbnb bucht, zahlt zukünftig also Steuern wie im Hotel. Verlangten Berner Hoteliers bisher 2.80 Franken pro Gast und Nacht, wird die städtische Übernachtungsabgabe fast verdoppelt – 4.30 Franken pro Übernachtung geben Touristen dann an die Stadt Bern ab.

Neue Gesetzgebung auf Druck der Hoteliers

Die Stadt möchte von Airbnb umwegslos Informationen über die Berner Zimmervermieter, um die Kur­taxen einziehen zu können. Martina Rettenmund, Sprecherin der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in Bern, bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir möchten direkt an die Daten der Airbnb-Vermieter kommen.» Laut dem Zeitungsbericht laufen zwischen Bern Tourismus und den Vermietungsplattformen schon Gespräche. Noch weigere sich Airbnb, die Daten rauszurücken.

Die Berner Hoteliers scheinen zufrieden mit der überarbeiteten Gesetzgebung: «Es ist nichts als rechtens, dass auch private Vermieter die städtische Übernachtungsgebühr abgeben müssen», so die Präsidentin des Berner Verbandes Hotellerie Bern+Mittelland, Beatrice Imboden. Es gehe nicht, dass die Hotels Gebühren und Taxen bezahlten sowie Gesetze einhalten müssten, während Private einfach in ihre eigene Kasse wirtschaften dürften. Bern sei nun Vorreiter, aber auch in andern Schweizer Städten, etwa Zürich, sei das Thema aktuell.

Vermieter fürchten sich vor Bürokratie

Die von 20 Minuten kontaktierten Airbnb-Vermieter wussten allesamt noch nichts von der Verschärfung der Berner Gesetzgebung. «An sich kann ich mich schon damit arrangieren», meint ein Anbieter, der anonym bleiben will. Eher der bürokratische Mehraufwand mache ihm Sorgen. «Ich wäre dankbar, wenn die Kurtaxen dann direkt von Airbnb an die Stadt überwiesen würden», so der Gastgeber. Ob er die Übernachtungspreise seines vermieteten Doppelzimmers anpassen wird, konnte er noch nicht sagen.

(sie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • renate am 25.05.2014 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es

    wenn man noch eine Strassenbenützungsabgabe für alle Touris machen würde, die Hotels jammern, wegen ein paar Privaten, die Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, eben, typisch Schweiz, dem anderen ja keinen Rappen mehr gönnen. Hotel in der Schweiz sind alles Abzocker, viel zu teuer.

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  • m.h. am 25.05.2014 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Ja passt in Ruhe die Kurtaxen an macht die Schweiz noch unfreundlicher für Touristen als sie schon ist

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  • ro am 25.05.2014 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mmmmh

    sollen doch die hotels die preise senken, würde hotel bevorzugen, aber sind teilweise zu teuer für das was man kriegt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kiki am 26.05.2014 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    zu geschäftlichem Zweck

    wäre dann also legal?

  • Susy Meier am 26.05.2014 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobby

    Tja da beugen sich die Politiker wieder einmal vor den Lobbyisten. Traurig! Eigentlich sollten sie für das Wohl der Bürger sorgen und nicht der Lobbyisten...

  • maurice.ravell am 26.05.2014 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum

    doppelt. ganz einfach. 2 fliegen mit einer klappe geschlagen. höhere einnahmen und zum anderen, bekommen die Hotels die unliebsame Mitbewerber einfach legal los. die hotels wären besserer daran ihr gesamtkonzept zu überdenken, als zu jammern. ich bin sehr viel unterwegs, und meide so gut es geht hotels. teilweise sehr unfreundlich und unprofisonell.

    • Martin S. am 26.05.2014 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Auf den Rappen schauen

      Ich glaube eher, dass du günstig übernachten willst und daher der Preis eine grosse Rolle spielt.

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  • Lena am 26.05.2014 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verdoppelt! Wozu?

    Es ist ok, dass AirnB Vermieter Kurtaxen mitbezahlen müssen. Aber die eigentliche Frechheit ist doch, dass diese einfach so verdoppelt wurde. Was hat den der Gast jetzt doppeltes davon?

  • Heidi Keller am 26.05.2014 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrektes Vorgehen der Behörde

    Absolut korrekt, die Touristen nutzen ja die Infrastruktur der Stadt genau so wie jene, die in Hotels logieren. Die Vermieter generieren Einnahmen, die sie auch versteuern müssten. Alle die auf der Plattform inserieren müssten vom Steueramt kontrolliert werden, wetten dass die meisten nichts davon angeben? Geiz ist ja sooo geil.