Bern

25. November 2009 23:07; Akt: 25.11.2009 23:54 Print

Stadträtinnen gegen «sexistische» Werbung

von Nina Jecker - Sex sells: Linke Politikerinnen sagen dieser Verkaufsstrategie den Kampf an und fordern ein strengeres Gesetz für freizügige Plakate.

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Vom Energy Drink bis hin zum Sportwagen: Bei kaum einem Produkt verzichten Werbefachleute bei ihren Kampagnen auf volle Körbchen und knackige Kehrseiten. Dem wollen zwei Berner Stadträtinnen jetzt einen Riegel schieben. «Werbung, bei der die Sexiness gar nichts mit dem Produkt zu tun hat und die Frau nur Beigemüse ist, sollte tabu sein», findet Motionärin Rahel Ruch (Junge Alternative) und fordert gemeinsam mit Cristina Anliker-Mansour (Grünes Bündnis) eine Regelung für Plakate mit nackter Haut. Vorbild sei Basel, wo als sexistisch eingestufte Werbung schon seit März 2008 nicht mehr toleriert wird.

Immer wieder in der Kritik der Frauenrechtlerinnen ist etwa das Modeunternehmen Tally Weijl, das auf Plakaten schon Girls auf pinkfarbenen Stoffhasen reiten liess. Beim internationalen Fashionlabel ist man über die Reaktionen nicht erstaunt. «Sie kamen aber immer nur aus der Schweiz», so Sprecher Nicolai Diamant. Für ihn steht fest: «Unsere Kampag­nen bleiben sexy.»

Kein Verständnis für strenge Vorschriften hat auch der Schweizerische Werbeauftraggeberverband: «Den guten Geschmack einzuhalten überlassen wir den Werbetreibenden», so Direktor Jürg Siegrist. Bei Verstössen könne ja schon heute bei der Lauterbarkeitskommission reklamiert werden.