Nach Last-Minute-Absage

03. Juli 2018 05:41; Akt: 03.07.2018 05:41 Print

Stefano (17) hat jetzt eine Lehrstelle gefunden

Happy End für Stefano Haldemann: Der 17-jährige Berner, dem im letzten Moment die versprochene Lehrstelle abgesagt wurde, kann nun bei einem Garagisten im Simmental anfangen.

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Noch vor wenigen Tagen blickte Stefano Haldemann (17) in eine ungewisse Zukunft: Zwei Wochen vor den Sommerferien wurde ihm die sicher geglaubte Lehrstelle abgesagt. Dem Lehrmeister aus dem Berner Oberland, der Stefano zum Automobil-Assistenten EBA hätte ausbilden sollen, waren die zu erfüllenden Anforderungen zu hoch. Gegenüber 20 Minuten sprach der Garagist von Ausgaben in Höhe von 10'000 Franken, die auf ihn zugekommen wären.

Nun hat sich das Blatt für Stefano doch noch zum Guten gewendet: Ab August wird er seine Lehre bei der Garage Mani in Därstetten im Simmental in Angriff nehmen. Am Samstag hat er den zweijährigen Lehrvertrag unterschrieben. «Ich bin extrem erleichert, dass es geklappt hat», sagt Stefano.

Es sei das erste Stellenangebot nach der kurzfristigen Absage gewesen. Zwar hätte sich der junge Mann in weiteren Betrieben vorstellen können, doch habe er bewusst darauf verzichtet: «Das Bauchgefühl nach dem Gespräch, der kurze Arbeitsweg – es hat einfach alles gepasst. Und wenn ich zugewartet hätte, hätte mir vielleicht jemand die Stelle weggeschnappt», so Stefano.

Goodwill und freie Lehrstelle

Für Garagen-Inhaber Ueli Mani (54) sprachen zweierlei Gründe dafür, Stefano bei sich aufzunehmen: «Zum einen bin ich immer motiviert, einem jungen Menschen eine Chance zu geben. Zum anderen hatte ich sowieso eine Lehrstelle frei.» Lehrlinge, die ein Handwerk betreiben wollen, seien heute nicht mehr so leicht zu finden. «Stefanos Schnupperberichte zeigen, dass er am Beruf des Automechanikers interessiert ist», sagt Mani.

Seit über 20 Jahren bilde er Lehrlinge aus, sagt Mani. Die Anforderungen an den Lehrbetrieb seien mit all den überbetrieblichen Kursen zwar nicht kleiner geworden, doch: «Der finanzielle Aufwand für eine zweijährige Lehre bleibt für den Lehrbetrieb aber überschaubar.»

Zahlreiche Reaktionen nach Artikel

Nach der kurzfristigen Absage des Lehrbetriebs hatte Stefanos Mutter einen Hilferuf auf Facebook veröffentlicht. Der Post sowie der darauffolgende Artikel von 20 Minuten warfen hohe Wellen: Von diversen Betrieben erhielt Stefano eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Neben Autowerkstätten seien auch viele Reaktionen aus der Bevölkerung eingegangen, sagte Stefanos Mutter Sandra Haldemann. «Dabei gab es nur positive Rückmeldungen mit guten Zusprüchen oder Geschichten, wie es anderen bei der Lehrstellensuche ergangen ist.»

(sul)