Lauterbrunnen BE

23. Mai 2017 06:27; Akt: 23.05.2017 12:53 Print

Strafanzeige wegen Bike-Trail eingereicht

von Simon Ulrich - Der Zoff um die neu eröffnete Freeride-Strecke reisst nicht ab: Wegen einer illegal gerodeteten Hecke hat der zuständige Wildhüter nun Anzeige erstattet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kaum wurde der Bike-Downhill von der Grütschalp hinunter nach Lauterbrunnen eröffnet, droht ihm bereits Ungemach: Gemäss Pro Natura Berner Oberland weicht die Freeride-Strecke punkto Linienführung, Breite und der Anzahl Kunstbauten von den Plänen ab, die 2015 mit Behörden und Einsprechern ausgehandelt und in der Baubewilligung festgehalten worden war. Zudem habe der Verein Bikestrecke Grütschalp illergalerweise eine Hecke roden lassen und damit gegen das Eidgenössische Jagdgesetz verstossen.

Umfrage
Verstehen Sie die Haltung von Pro Natura?
20 %
34 %
46 %
0 %
Insgesamt 2078 Teilnehmer

«Bei der Schlussabnahme haben wir festgestellt, dass die tatsächliche Streckenführung nicht haargenau jener auf den Plänen entspricht», bestätigt nun der stellvertretende Regierungsstatthalter Sandro Wegmüller gegenüber 20 Minuten. So seien beispielsweise einzelne Holzbrücken zusätzlich gebaut worden. «Mit Ausnahme der Hecke erachteten wir die Änderungen gegenüber den Plänen aber als recht geringfügig», so Wegmüller weiter. Die anwesenden Verteter der Amts- und Fachstellen hätten denn auch keine grundsätzlichen Einwände oder Bedenken betreffend Freigabe des Biketrails geäussert.

Rückbau von Streckenabschnitten möglich

Wegmüller räumt zudem ein, dass eine exakte Umsetzung angesichts der Länge der Strecke und des anspruchsvollen Terrains gar nicht möglich gewesen sei.

Nichtsdetotrotz kamen die Behörden überein, dass es einer nachträglichen Projektänderung bedarf. Will heissen: In einem schriftlichen Gesuch ans Regierungsstatthalteramt muss der Verein Bikestrecke Grütschalp klar dokumentieren, was gegenüber der ursprünglich geplanten Strecke geändert wurde. «Danach wird ein Projektänderungsverfahren eröffnet, bei dem entschieden wird, ob das Projekt bewilligungsfähig ist oder nicht», erklärt Wegmüller. Bei einem Negativentscheid drohen den Bikern Sanktionen, etwa in Form eines Rückbaus gewisser Streckenabschnitte.

Pro Natura behält sich weitere Forderungen vor

Aufgrund der abgeholzten Hecke wurde durch den zuständigen Wildhüter inzwischen Anzeige eingereicht. «Diese wird aktuell durch die Staatsanwaltschaft behandelt», so der stellvertretende Regierungsstatthalter. Ersatzpflanzungen seien durch den Verein Bikestrecke Grütschalp bereits vorgesehen.

Hans Fritschi von Pro Natura Berner Oberland wird sich die Pläne mit den dokumentierten Streckenänderungen genau ansehen. Bereits jetzt kündigt er an: «Wenn wir starke Abweichungen vom ursprünglichen Projekt feststellen, werden wir weitere Ersatzmassnahmen einfordern.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 23.05.2017 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ritter von Ni wollen ein Gebüsch

    Wieviele Quadratmeter Holz wohl gerodet werden müssen, um dem Papierbedarf des nun folgenden Verfahren zu decken?

    einklappen einklappen
  • Basler am 23.05.2017 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buenzli

    Wenn das das wichtigste Problem der Schweiz ist!?

    einklappen einklappen
  • Dalmatino am 23.05.2017 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was?

    die tun ja nichts sind im wald und fahren velo..... die eürden sich lieber um bahnhofraser und dealende kümmern

Die neusten Leser-Kommentare

  • Silur am 23.05.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hecke und Windpark

    Was für ein Irrsinn: wir streiten vor Gericht für ein paar m2 Gebüsch und haben vor 3 Tagen dem Energiegesetzt zugestimmt! Einmal sehen, ob mit dem gleichen Eifer gegen die neuen Windparks vorgegangen wird!

  • joerckel am 23.05.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nasen spitze

    Es gäbe vermutlich wichtigere Dinge zu beanstanden, doch die Eiferer solcher Organisationen sehen vielfach nicht über die eigene Nasenspitze hinaus

  • Voni50 am 23.05.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vollbeschäftigung statt RAV!

    Überlegt mal, wie viele Arbeitsplätze durch diese Einsprachen für lange Zeit erhalten werden können! All diese Sachbearbeiter und Experten haben so eine gewisse Sicherheit vor Entlassung und Stempeln gehen. So kosten diese wenigstens den Sozialstaat nicht noch Geld.

  • Nuno am 23.05.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Thja, Herr Regierungsstatthalter

    Dass man sich nicht an die bewilligten Baupläne - und schon gar nicht an die bewilligten Budgets - hält, dürfen wir Steuerzahler bei jedem einzelnen öffentlichen Bau erdulden. Also spielt Euch nicht so auf. Schafft erst mal Ordnung in Eurem eigenen Stall und führt endlich mal die selbe Kontrolle bei Euch aus, wie Ihr das mit Vorliebe bei den Bürgern tut bevor Ihr Euch so aufspielt.

  • Ch.Sitter am 23.05.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum erst jetzt

    Was mich dabei wundert ist, warum wird nicht während dem Bau ab und zu kontrolliert? Dann könnte man miteinander reden und gegebenenfalls direkt änderungen durchführen. Anstatt zu warten, zu klagen und Prozesse zu führen. Es lebe die Bürokratie un die ständig nörgelnden Menschen.

    • Joel am 23.05.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      Respektive...

      warum kontaktieren die Erbauer die Behörden nicht proaktiv, wenn sie Planänderungen vornehmen wollen?

    einklappen einklappen