Offener Kühlschrank

06. April 2015 18:05; Akt: 06.04.2015 19:37 Print

Studentinnen erklären Foodwaste den Krieg

Vier Berner Studentinnen stellen in der Stadt Bern öffentliche Kühlschränke auf. Sie wollen damit der Verschwendung von Esswaren entgegenwirken.

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Der Food-Sharing-Kühlschrank in der Berner Lorraine wurde über Ostern bereits rege genutzt. (Bild: meo)

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Kathrin Michel, Jana Huwyler, Nina Fassbind und Valerie Riedo sagen dem Foodwaste den Kampf an: Berner sollen Lebensmittel, die sie nicht mehr selbst konsumieren, anderen Bernern zur Verfügung stellen, wie der «Bund» berichtete. Seit vergangenem Donnerstag stehen in der Berner Lorraine dafür zwei Gemeinschaftskühlschränke bereit. «Schenkt Lebensmitteln einen würdiges Ende und überlässt sie nicht einem einsamen Kühlschranktod», heisst die Devise der vier Studentinnen.

Gemüse, Wienerli und Brot

Bevor die Banane braun und die Milch sauer werden, können die Produkte dort von jedermann für jedermann zum Austauschen gelagert werden. Und die Idee funktioniert: «Deponierte Esswaren sind aus den Kühlfächern verschwunden und neue Lebensmittel sind bereits wieder dazugekommen», sagt Initiantin Kathrin Michel nach den ersten Tagen des Pilotprojektes «Bern isst Bern». Die ersten beiden Test-Frigos stehen im Hinterhof des Lola-Ladens und im Keller des Q-Ladens in der Lorraine. Mit Flyern und auf Facebook wird auf das Projekt aufmerksam gemacht. Brotaufstrich, Frischkäse, Gemüse, Wienerli und Brot landeten über Ostern im öffentlichen Frigo.

Angebot wird ausgeweitet

Auch Kühlschrankhersteller Electrolux sei angetan von der Idee und schenke den Initiantinnen des Food-Sharing-Projekts einen weiteren Kühler. «Diesen werden wir am Dienstag beim alten Tramdepot im Ostring in Betrieb nehmen», so Michel.

Keine Angst vor Missbrauch

Willkommen sind laut den Studentinnen abgepackte Lebensmittel, die das Verbraucherdatum nicht überschritten haben. Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits erreicht haben, können auch deponiert werden.

Ein Reglement an der Türe soll verhindern, dass verdorbene Lebensmittel Eingang finden. Angst vor Missbrauch haben die Initiantinnen nicht, da sie nur unverarbeitetes Essen und geschlossene Verpackungen im Kühlschrank tolerieren. «Dafür braucht es gesunden Menschenvertrauen. Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Leute», so Michel. Im Moment kontrolliere sie zudem regelmässig den Inhalt. Später soll das ein Kühlschrank-Götti übernehmen.

(miw/mua)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nadja am 06.04.2015 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein grosses

    bravo!!! kompliment! endlich was gescheites und sinnvolles!sollte es überall geben!

  • m.k am 06.04.2015 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    finde ich eine ganz tolle idee!!! sollte es am mehreren orten und dörfern geben... ich würde auch lebensmittel bringen und je nach dem auch holen...

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  • jenny am 06.04.2015 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geniale idee

    wie oft man lebensmittel wegschmeissen muss wenn man in die Ferien fährt...und so kann mans einfach in den kühlschrank machen und jemand anderes hat daran freude:)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Granini Orange am 07.04.2015 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut wer es will

    Ich finde es toll was die Studies da tun. Das ist ja der Luxus in unserem Land, jeder kann tun und machen "was" er will. Wie wäre es, wenn die Studies als nächsten Versuch beweisen, wie unnötig Geländewagen sind, dies nicht nur für ein Jahr, sondern bis ans Ende der Menschheit, also die nächsten 150 Jahre auch noch.

  • Barbara am 07.04.2015 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber verwerten

    Uh das wäre nichts für mich.Wer sagt mir,dass die Ware so gelagert war wie es gesundheitlich unbedenklich ist,diese zu konsumieren? Die Studentinnen sollen doch die Lebensmittel selber verwerten.Kochen nach Kühlschrankinhalt und nicht nach Gluscht.

  • Anna am 07.04.2015 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Was sagen die Initiantinnen zu den Punkten betr. Sicherheit?

  • Menuplaner am 07.04.2015 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    überlegter einkaufen

    Ich fände es besser, wenn die Leute lernen würden, von Anfang an besser eizukaufen.

    • dz am 07.04.2015 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Allein Wohnender

      Wohne alleine und absolviere momentan den Militärdienst. Jedoch kann man nirgends so einkaufen gehen, das man nach dem Kochen für 1 Person nicht irgendwelche Reste hat. Diese bleiben dann liegen und gehen vergessen. Da hilft auch gutes Planen nicht

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  • FHuber am 07.04.2015 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gute idee, aber vorsichtig...

    Solange nicht jemand auf die Idee kommt andere zu Vergiften finde ich es eine tolle idee.