Schulabbruch

11. Januar 2011 22:53; Akt: 11.01.2011 20:57 Print

Studie stellt auch Lehrer an Pranger

von Bigna Silberschmidt - Freiburger Forscher bringen brisante Fakten ans Licht: Tausende Schweizer Jugendliche schmeissen jährlich die Schule hin, was den Bund Millionen kostet. Viele Schulen schauen weg.

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Schulabbrecher kosten Millionen. Foto: colourbox.com

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«Die Zahl der Schulabbrecher wird oft beschönigt», sagt Margrit Stamm, Erziehungswissenschaftlerin der Universität Freiburg. Das Thema sei vielen Schulen unangenehm. Bei einer umfangreichen Studie hat Stamm herausgefunden, dass fast die Hälfte der Jugendlichen, die die Schule vor Ende der obligatorischen Schulzeit verlassen, dies nicht freiwillig tun: «Teilweise werden die Schüler von den Lehrern regelrecht ­hinausgeekelt.» Aktiv, indem diese die Schüler blossstellen und als hoffnungslose Fälle abstempeln, oder passiv, indem sie Schulschwänzen nicht bestrafen und damit ein Fernbleiben vom Unterricht fördern.

Hochrechnungen zufolge schmeissen jährlich mindestens 5000 Schweizer Teenager den Bettel vorzeitig hin. «Das verursacht Kosten in Millionen­höhe», so Stamm. Denn viele der Abbrecher endeten in Drogenproblemen, legten eine höhere Delinquenzbereitschaft an den Tag oder würden von der Sozialhilfe abhängig.

Aber auch Eltern sollten geschlossener hinter der Ausbildung ihrer Kinder stehen: «Vorzeitiger Schulabbruch kann bei ihnen mit Geldstrafen und Haft geahndet werden», weiss Erziehungs­direktor Bernhard Pulver. Ihn haben die Ergebnisse der Studie aufgeschreckt und dazu veranlasst, eine detaillierte Erhebung für den Kanton Bern in Auftrag zu geben. Stamm präsentiert ihre Resultate morgen an einer Tagung an der Uni Freiburg. bigna silberschmidt

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Auslaufmodell Mutter am 12.01.2011 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Intakte Strukturen fehlen

    Der Beruf der Mutter wurde von Emanzen und Feministinnen abgeschafft und die Erziehung an Krippenleiter und Lehrer delegiert. Upps, hat wohl auch nicht wirklich funktioniert.

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  • Chris_von_Swiss am 12.01.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Ideologie

    Für was denn Schule?? Der Staat bezahlt ja alles für mich!

  • Früher nix verstahn Algebra am 11.01.2011 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Grundlagen nicht begriffen

    Der Sekundarlehrer sagte bei Algebra nur verächtlich lächelnd: "Die einen begreifens's halt und die ander nicht und die werden es auch nie begreifen. In der Kantonsschule schmiss ich den Löffel entmutigt hin. Im Fernkurs ADAD lernte ich in 3 Monaten im Selbststudium mehr als in 3 Jahren Sek., löste viel schwierigere Aufgaben. Lieber hätte ich die Kanti fertig besucht als eine Berufslehre gemacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • josy am 13.01.2011 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    autorität

    ich habe lange zeit hinter den Lehrpersonen gestanden bis ich gemerkt habe das mein Junge genötigt und gemoppt wurde von diesen Personen.Heute muss ich sagen die Schüler werden immer selbstständiger und wehren sich also werden sie als frech eingestuft.Altlehrer sollten schleunigst Kurse in Weiterentwicklung besuchen.

  • Heinrich Zimmermann am 12.01.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Roboter als Lehrpersonal

    Der Lehrer ist ein Mensch, und, das macht schon mal stutzig. Ich kenne kein Menschen der nicht in irgendeiner Art parteiisch wäre. Viel Schüler sind natürlich nicht erst in der Schule mit solchen Personen zusammen gekommen und aufgewachsen. Auch Geltungsbedürfnisse der "Autoritätspersonen" lassen die Gefahr vor verächtlich gemachten Gesten gegenüber dem Lernenden höchst wahrscheinlich werden. Nun ? Ich selber würde einen Roboter, der für mich da ist, herzlich gerne als mein Lehrer amten lassen. Dann fielen die süfisanten Bemerkungen weg, falls das gleich nochmals gefragt.

  • Chris_von_Swiss am 12.01.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Ideologie

    Für was denn Schule?? Der Staat bezahlt ja alles für mich!

  • Auslaufmodell Mutter am 12.01.2011 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Intakte Strukturen fehlen

    Der Beruf der Mutter wurde von Emanzen und Feministinnen abgeschafft und die Erziehung an Krippenleiter und Lehrer delegiert. Upps, hat wohl auch nicht wirklich funktioniert.

    • Sonja, Rheintal am 12.01.2011 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Alice und Co.

      Volle Zustimmung. Die Alice Schwarzer Bewegung hat den Beruf Mutter und Hausfrau konsequent schlecht gemacht und als minderwertig deklariert. Schade, das es so weit gekommen ist. Unsere Kinder müssen jetzt mit dieser Konsequenz leben. Mein Buchtipp für viele Emanzen: Das Eva-Prinzip !!

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  • Früher nix verstahn Algebra am 11.01.2011 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Grundlagen nicht begriffen

    Der Sekundarlehrer sagte bei Algebra nur verächtlich lächelnd: "Die einen begreifens's halt und die ander nicht und die werden es auch nie begreifen. In der Kantonsschule schmiss ich den Löffel entmutigt hin. Im Fernkurs ADAD lernte ich in 3 Monaten im Selbststudium mehr als in 3 Jahren Sek., löste viel schwierigere Aufgaben. Lieber hätte ich die Kanti fertig besucht als eine Berufslehre gemacht.