16. Januar 2018 11:56; Akt: 16.01.2018 11:56 Print

Wiederholung von Jus-Prüfung war rechtens

Weil der Uni ein Fehler unterlief, mussten 190 Berner Jus-Studenten ihre Masterprüfung im Sommer zweimal schreiben. Die Wiederholung war laut der Rekurskommission zulässig.

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Laut der Rekurskommission der Uni Bern war die angesetzte Wiederholung einer Jus-Prüfung 2017 zulässig. (Keystone/Peter Schneider)

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Eine Jus-Prüfung der Universität Bern, die fast identisch mit einer Prüfung im gleichen Fach im Jahr 2013 war, ist zurecht wiederholt worden. Das hat die Rekurskommission der Universität entschieden und Beschwerden von Studierenden gegen die Wiederholung abgewiesen.

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Wie die Kommission am Dienstag mitteilte, war der in der Prüfung zu behandelnde Fall und das Lösungsraster während einer bestimmten Zeit auf der Webseite des betroffenen Instituts aufgeschaltet. Auch nachdem der Fall entfernt worden war, blieben die Unterlagen im Internet greifbar.

Prüfung ohne Zweck

Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Prüfungsunterlagen und vor allem die Lösungsvorlage zumindest einem Teil der an der Prüfung anwesenden Studierenden bekannt gewesen sei, schreibt die Rekurskommission. «Deshalb kann der Prüfungsfall den Zweck der Leistungskontrolle nicht mehr erfüllen.»

Es ging um Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. Die fragliche Prüfung schrieben im Juni des vergangenen Jahres 196 Personen.

Keine Verfahrenskosten fällig

Sieben Studierende hatten sich gegen die Wiederholung der Prüfung zur Wehr gesetzt. Sie müssen nun immerhin keine Verfahrenskosten übernehmen: Die Rekurskommission schreibt, die Verantwortung für den ungeeigneten Prüfungsfall liege bei der juristischen Fakultät. Die Rede ist auch von einem Fehler der zuständigen Dozentin.

Die Beschwerdeführer hätten sich in jeder Hinsicht korrekt verhalten. Es sei nachvollziehbar, dass sie die Rechtmässigkeit des von der Fakultät gewählten Verfahrens durch die Rekurskommission überprüfen lassen wollten.

Klage über langes Verfahren

Mitte Dezember hatte sich die StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB) über die lange Dauer des Verfahrens beklagt. Der Dekan der juristischen Fakultät reagierte mit dem Hinweis, beide Parteien hätten das Recht auf Stellungnahmen. Das brauche seine Zeit.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 16.01.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe den unmut der studenten...

    ...aber gerade als jus studenten sollten sie eigentlich verstehen weshalb sowas länger dauert. sollte man zumindest meinen. und das man die prüfung wiederholen musste, war ja eigentlich auch klar. ganz egal wie ärgerlich das ist...

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  • Urs Lauper am 16.01.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Dozentin, lausige Organisation

    Als Akademiker habe ich mir oft an den Kopf gegriffen, wie unfähig viele Dozenten sind, eine Prüfung zu organisieren, zielgerichtet, klar und eindeutig zu kommunizieren. Von einer fairen Bewertung gar nicht erst zu sprechen. Schon Mani Matter hat die Zustände an der Uni als schlimm bezeichnet. Leider lassen sich die Studierenden heute viel zu viel bieten, aber das System erzieht zu Kleingeistigkeit und Stillhalten. Die Freiheit der Lehre wird schwer missbraucht von gewissen Dozenten.

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  • Hürlimann Roge am 16.01.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Prüfungen gehen leicht zur Hand

    Bei mir an der Fachhochschule war einmal die Prüfung auf die Dateiablage die uns der Dozenten zur verfügung gestellt hat. Es waren 50 Studenten und es gab kein Zeitungsbericht. Man liest in den Zeitungen nur die Spitze des Eisberges

Die neusten Leser-Kommentare

  • G.V. am 16.01.2018 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Man nennst sich nicht Akademiker, weil man Dinge auswendig lernen kann; sondern weil man sie versteht! Und dann sollte es kein Problem sein eine Prüfung zweimal zu schreiben. Aber in unserer Zeit hat "Studieren" und "Können" sowieso nichts mehr miteinander zu tun; alleine schon die Zahlen, wie viele Studenten ihre Arbeit bei einem Ghostwriter einholen, lässt einem an den Fähigkeiten der "Bildungselite zweifeln.

  • Dudge Dredd am 16.01.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Juristenpack

    Habe Jura studiert und würde es nicht wieder machen. Sowohl die Kollegen als auch die Materie sind unglaublich dröge und langweilig. Juristen sind Besserwisser, Juristinnen schnippische Mannsweiber.

  • steve68 am 16.01.2018 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal ... ganz klar ist

    alle nein und Daumen runter sind Studis deren kollegen oder zahlenden eltern welche um die schützlinge bangen

  • Urs Lauper am 16.01.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Dozentin, lausige Organisation

    Als Akademiker habe ich mir oft an den Kopf gegriffen, wie unfähig viele Dozenten sind, eine Prüfung zu organisieren, zielgerichtet, klar und eindeutig zu kommunizieren. Von einer fairen Bewertung gar nicht erst zu sprechen. Schon Mani Matter hat die Zustände an der Uni als schlimm bezeichnet. Leider lassen sich die Studierenden heute viel zu viel bieten, aber das System erzieht zu Kleingeistigkeit und Stillhalten. Die Freiheit der Lehre wird schwer missbraucht von gewissen Dozenten.

    • Hürlimann Roge am 16.01.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Die meisten Dozenten können die Situation der Stud

      Als ich an der Fachhochschule gewesen bin het der Dozent zu uns gesagt dass wir eine Homepage durchlesen sollen. Das einzige was ich gesehen habe ist viel Text, wie 30 Buchseiten, und ich habe es nicht durchgelen und hätte es sowiso nicht auswendig gelernt. Dann an der Prüfung ist eine Frage über diesen Text gewesen und natürlich konnte ich es nicht wissen. Im Sommer trafe ich ein Schulkollege und er sagte weshalb er es gewusst hat und er sagte das die Vorstudierenden diese Frage ihn gesagt haben und er sagte nur die die die Fragen vorher kannten wussten die Antwort. Seit bitte fair Dozenten

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  • Hürlimann Roge am 16.01.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Prüfungen gehen leicht zur Hand

    Bei mir an der Fachhochschule war einmal die Prüfung auf die Dateiablage die uns der Dozenten zur verfügung gestellt hat. Es waren 50 Studenten und es gab kein Zeitungsbericht. Man liest in den Zeitungen nur die Spitze des Eisberges