Medikamente

26. Juli 2018 11:54; Akt: 26.07.2018 13:23 Print

Spitalangestellte stehlen Betäubungsmittel

In Spitälern und Heimen des Kantons Bern werden immer häufiger Betäubungsmittel entwendet. Oft bedient sich das Fachpersonal für den eigenen Gebrauch.

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Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2016/2017 der Kantonsapotheker hervorgeht, musste drei Personen, die in medizinischen Berufen tätig war, gekündigt werden. Dies, weil sie an ihrem Arbeitsort auf illegale Weise Beträubungsmittel besorgt hatten. Dem Verband sind weitere Fälle bekannt; dort konnte der Medikamentendieb jedoch nicht überführt werden.

Ungeklärt ist beispielsweise ein Fall aus einem Altersheim, wo ein Angestellter aus Fläschchen mit Oxynorm-Tropfen so viel des Wirkstoffs Oxycodon entnahm, dass dieses starke Schmerzmittel bei Patienten überhaupt nicht mehr oder nur noch abgeschwächt wirkte. Auch wurden einzelne Fläschchen entwendet.

Medikamentenmissbrauch auf Kaderstufe

Fristlos entlassen und angezeigt wurde hingegen eine Pflegeperson in Kaderfunktion, die in einem Heim vor allem Schmerzmittel für den eigenen Gebrauch abzweigte. Zurück blieben verwässerte Präparate. Auch eine Fachperson Gesundheit, die in einem Spital Betäubungsmittel-Ampullen durch ähnlich aussehende Ampullen mit anderem Inhalt ersetzte, wurde angezeigt und fristlos entlassen.

Der Kantonsapotheker spricht von einer deutlichen Zunahme der Meldungen über Diebstähle von Betäubungsmitteln in Heimen und aus Spital-Stationsapotheken.

(bho/sda)