Gehirn verpacken und Blut absaugen

24. Februar 2020 12:16; Akt: 24.02.2020 12:46 Print

Tatortreinigerin plaudert aus dem Nähkästchen

Wie ist es, nach einem Verbrechen, einem Unfall oder Suizid die Spuren zu beseitigen? Eine Berner Tatortreinigerin gibt in der «BZ» Einblick in ihren Berufsalltag.

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Das Entfernen von frischem Blut oder das Einsammeln von Hirnmasse ist eine Wissenschaft für sich. Das zeigt ein Interview der «Berner Zeitung» mit einer Tatortreinigerin. Schonungslos und ohne Umschweife erzählt die Bernerin darin, wie sie in ihrem Schutzanzug dem Schmutz den Kampf ansagt. Hirnmasse etwa würde sie mit dickem, mehrlagigem Papier in einen Kunststoffsack schieben. «Da muss ich behutsam arbeiten, denn oft sind noch Knochensplitter in der schleimigen Masse drin, an denen ich mich verletzen könnte.»

Doch spitze Skelettteile sind längst nicht die einzige Herausforderung, denen sich die Frau während der Einsätze stellen muss. An schlimme Bilder etwa gewöhne man sich, doch gegen beissende Gerüche könne man sich kaum wappnen – «obwohl mein ganzer Körper im Schutzanzug eingepackt ist, setzten sich Gerüche in der Haut und den Haaren fest.» Der metallische Geruch von frischem Blut oder der faulige Gestank von verwesendem Gewebe bringe man erst beim Duschen wieder weg.

Rund ein Einsatz pro Monat

Doch wo lernt man all diese Skills, um an Tatorten richtig «aufräumen» zu können? «Drei Tage Theorieunterricht in Basel mit Prüfungen an jedem Abend» machen den Anfang. Bis man dann eine offizielle Bescheinigung als Tatortreinigerin erhalte, müsse man noch ein halbes Jahr bei einem erfahrenen Tatortreiniger assistieren.

Dieses ganze Prozedere hat die Bernerin hinter sich. So rückt sie nun selbst als erfahrene Reinigungskraft im Kanton Bern rund zehn- bis zwölfmal pro Jahr aus, um Orte des Verbrechens zu säubern oder die Spuren eines tragischen Vorfalls zu beseitigen.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Berner am 24.02.2020 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RESPEKT

    Hut ab und Respekt vor solchen Arbeiten!!! Und solche Leute sind unbezahlbar!!!!

  • wildsunnys am 24.02.2020 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatortreiniger

    Hut ab vor diesem anspruchsvollen Job!

  • Babsy am 24.02.2020 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Harter Job

    Eins der härtesten Jobs überhaupt.. Hoffe dirs wird korrekt entlöhnt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Babsy am 24.02.2020 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Harter Job

    Eins der härtesten Jobs überhaupt.. Hoffe dirs wird korrekt entlöhnt.

  • cyrill am 24.02.2020 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    klingt gut

    scheint ein schöner job zu sein, gab mal auf zdf neo den tatortreiniger, eine coole sendung.

    • Jörg Frei am 24.02.2020 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @cyrill

      jap wenn man sich daran gehwöhnt kinderleichen zu sehen etz.

    einklappen einklappen
  • Ken-Guru am 24.02.2020 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Harter Job

    Früher mussten meist die Handwerker die Tatorte reinigen. Ist mir selber mal passiert in Luzern, da mussten wir die Wohnung reinigen und instandsetzen, in welcher 3 Monate ein Drogentoter verwest war. Die Leiche war regelrecht in den Parkettboden eingebrannt, der Gestank unerträglich. Es war maximal 15 Minuten am Stück möglich, in der Wohnung zu arbeiten, dafür gab es 20 Franken Zulage am Tag.

    • Guru am A am 24.02.2020 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ken-Guru

      Bist du Märchenonkel?

    • Jörg Frei am 24.02.2020 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ken-Guru

      oh kake ....

    einklappen einklappen
  • Lila Pause am 24.02.2020 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Igitt

    Bei diesem Job braucht man einen starken Magen und ebensolche Nerven. Wäre nichts für mich. Aber irgendeiner muss die Arbeit ja machen. Ein Danke diesen nervenstarken Berufsleuten.

  • Joseph am 24.02.2020 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wow...

    Ich könnte das nicht, mir wäre zu schnell schlecht. Ich bin schon aufgeschmissen bei leichtem Nasenbluten. Meine Hochachtung, dass sie dies packt, Respekt.