Zürich

29. Juli 2014 07:06; Akt: 29.07.2014 12:20 Print

Taxifahrer zocken Kunden ab, die mit Euro bezahlen

Wer in Zürich oder Bern eine Taxifahrt mit Euro zahlt, zahlt bis zu 20 Franken mehr: Viele Fahrer berechnen den Umrechnungskurs eins zu eins. Das bringt Touristen auf die Palme.

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Wenn man in Zürich ein Taxi mit Euro bezahlt, muss man teilweise viel drauflegen. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Peter H.* ist sauer auf die Zürcher Taxifahrer. Grund für seinen Ärger: Eine Freundin aus Deutschland hatte neulich vom Hauptbahnhof ein Taxi genommen. Da sie gerade erst in der Schweiz angekommen war, hatte sie nur Euro dabei. «Der Fahrer sagte ihr, dass er das Geld annehme – allerdings würde er den Umrechnungskurs eins zu eins verrechnen.» Will heissen: Für die 17 Franken teure Fahrt verlangte er 17 Euro. «Das ist doch viel zu viel. Bei einem Kurs von 1.20 hätte sie nur 14 Euro bezahlen müssen», so H. Er dachte zuerst, der Taxifahrer habe sich geirrt. Doch als er sich bei der Zentrale erkundigte, wurde er eines Besseren belehrt – dies sei üblich, hiess es dort. Für H. unverständlich: «Damit werden doch Touristen und Geschäftsleute im sonst schon teuren Zürich abgezockt.»

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«Im Gegenteil», findet ein Taxifahrer, der anonym bleiben möchte: Er berechnet bei Fahrten von bis zu 100 Euro einen Kurs von eins zu eins: «Die meisten meiner Kollegen handhaben das so.» Dass die Kunden damit bis zu 20 Franken mehr bezahlen, findet er gerechtfertigt: «Schliesslich habe ich auch einen Aufwand, wenn ich zur Bank gehe und lege beim Geldwechseln drauf.»

Auch Täxeler-Kollegen im Kanton Bern wechseln den Euro 1:1. «Bei kleineren Beträgen mache ich das oft so. Wir sind ja nicht in einem Euro-Land», gibt ein Thuner Taxifahrer offen zu. Dasselbe in Biel oder der Bundesstadt. «Es ist den Chauffeuren überlassen, wie sie das handhaben», heisst es bei einem Taxi-Unternehmen in Bern.

Touristiker sind besorgt

Darüber schüttelt José Martinez, Inhaber von Joker Taxi Zürich, nur den Kopf: «Die Bank verlangt doch keine 20 Franken fürs Wechseln.» In seinen Taxis werde der Eurokurs korrekt abgerechnet: «Wer einen Eins-zu-eins-Kurs nimmt, zieht die Kunden über den Tisch und rückt die ganze Branche in ein schlechtes Licht.» Er bedauert, dass es schwarze Schafe gibt: «Wenn ein Fahrer einen solchen Aufschlag verlangt, sollte man sich unbedingt wehren.» Dies kann man jedoch nur tun, wenn der Wechselkurs nicht zu Beginn der Fahrt vereinbart wurde oder der Preis den gesetzlichen Höchsttarif überschreitet, so Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei: «Zudem sollte man bei der Anzeige eine Quittung als Beweis mitbringen.»

Bei der Berner Gewerbepolizei heisst es ganz klar: «Es ist wichtig, dass dem Fahrgast ein solcher Wechselkurs vorher bekannt ist, damit er entscheiden kann, ob er sich darauf einlässt», betont Sprecher Marc Heeb.

«Ein solcher Kurs ist nicht fair»

Dass man gegen solche Praktiken vorgehen sollte, findet auch Milan Prenosil, Präsident der Zürcher Detailhandelsorganisation City Vereinigung: «Ich kann es zwar nachvollziehen, wenn man bei einer Zahlung mit Euro einen kleinen Aufpreis verlangt.» Ein Eins-zu-eins-Kurs sei nicht fair: «Mir ist auch nicht bekannt, dass dies die Läden hier tun.» Dass man im Ausland auch nicht mit Schweizer Franken zahlen kann, zählt für ihn nicht: «Wir sind von Euro-Ländern umgeben und sollten unseren Kunden aus dem Ausland schon etwas entgegenkommen.»

Bei Zürich Tourismus will man zu diesem Thema keine Stellung beziehen. Anders in Bern: «Ein solches Vorgehen ist nicht touristenfreundlich und könnte negative Auswirkungen auf das Image einer Stadt haben. So etwas sollte es heutzutage nicht mehr geben», sagt Bern-Tourismus-Sprecherin Nicole Schaffner.

* Name der Redaktion bekannt

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Grosert am 29.07.2014 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Und da Fragen sich die Taxifahrer, wieso man nicht mehr Taxifahren möchte.

  • Erik Schiegg am 29.07.2014 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Aber dann über Uber

    fluchen...

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  • Wurzel am 29.07.2014 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu bequem zum Umrechnen

    Ohne Taschenrechner können die doch gar nicht umrechnen und um den oder die HandyApp zu benützen, sind sie wahrscheinlich zu bequem! Wo man geht und steht Abzocke - das ist die Schweiz!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.N. am 30.07.2014 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Lösung.

    Lasst doch die Taxis in Zürich einfach stehen! Wo ist denn da das Problem, einfach vorbei zu gehen?

  • A. Kuster am 30.07.2014 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kluger...

    ...fährt mit Uber! :-)

  • Taxi 2014 am 29.07.2014 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Lösung

    Das Problem ist bereits gelöst: UBER akzeptiert alle Währungen.

    • Friedrich am 30.07.2014 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      Gebühren

      Aber nur über Kreditkarte

    • Kevin am 30.07.2014 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau! Weg mit den Taxi Gewerbe.

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  • Nachdenker am 29.07.2014 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    1:1 ist ok, ansonsten kann man ja auch..

    zur nächsten Geldwechselmöglichkeit fahren, Bank, Banokomat Hotel etc. Ob das dann billiger und schneller ist kann jeder selbst entscheiden

  • Ruedi Heeb am 29.07.2014 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    2 x Euro bei Zeitschriften !!!

    Das ist die Retourkutsche . Wenn ich eine Deutsche Zeitschrift kaufe bezahle ich 2 x Euro !!!!

    • Micha Reich am 30.07.2014 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Denk nach

      Das liegt aber sicher nicht am Euro sondern eher an den absolut überteuerten inländischen Steuern und Gebühren. Kauf die Zeitungen halt im Ausland, das lohnt sich.

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