Bern

08. April 2019 10:29; Akt: 08.04.2019 11:40 Print

Tödliche Tramhaltestelle – jetzt reagiert die Stadt

Bereits zwei Personen wurden an der Haltestelle Kocherpark von einem Tram erfasst und getötet. Nach provisorischen Massnahmen hat die Stadt Bern mit Bauarbeiten begonnen.

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Nach einem schweren Tramunfall mit tödlichem Ausgang bei der gefahrenreichen Haltestelle hat die Stadt Bern reagiert: 18 Haltestellen, die als gefährlich eingestuft werden, sollen nun entschärft werden. Sehen Sie in der Bildstrecke die gefährlichsten Haltestellen der Stadt Bern: Die diversen Haltestellen am werden als gefährlich eingestuft. Passanten, Pendler, Kinder, Bummler – allesamt laufen zwischen der Heiliggeistkirche und dem Loeb über die Tramschienen und Fahrbahnen der Busse. Auch die Haltestelle beim in Richtung Bahnhof ist risikoreich. Das nur sehr enge Trottoir, unzählige Touristen und Passanten und der heranfahrende Bus sind wohl eine gefährliche Mischung. Auch die Haltestelle Bierhübeli, stadtauswärts, stuft die Stadt Bern als nicht ungefährlich ein. So will man auch dort für mehr Sicherheit sorgen. Beim Hirschengraben Bern «chlepfte» es schon öftes; stadtein- wie auch auswärts. So will man den dortigen Perimeter und die beiden Haltestellen genauer unter die Lupe nehmen. Nur eine Haltestelle weiter, bei der Station, lauert der nächste Gefahrenherd für Berner Pendler. Auch dort will man nun Massnahmen ergreifen. Bei der kommen unzählige Linien von Bernmobil zusammen. Zudem ist der Permieter um das Wahrzeichen stets gut bevölkert. Dies birg ein zusätzliches Risiko. Schnell auf den Zug springen, müde vom Arbeitstag, unzählige Busse, Velos und Autos: Die Gefahr bei der beim Bahnhof Bern ist nicht ohne. Müde Studenten? In Gedanken verlorene Dozenten? Oder doch einfach eine unübersichtliche Verkehrsführung? Die Verkehrsplaner der Stadt Bern haben auch die als risikoreich eingestuft. Die Haltstelle Dübystrasse in Richtung Köniz birgt laut der Stadt Bern ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Berner Pendler. Die Situation beim soll ebenfalls sofort entschärft werden. Im Kirchenfeld gibt es ebenfalls eine Station, die ihre Gefahren birgt: Die . Die kleine, beinahe versteckte birgt ebenfalls Risiken. Bei der Haltestelle Bern in Richtung Stadt hat die Behörde Sicherheitsbedenken. Die vielen Schüler, ein Zebrastreifen und unzählige Autos, die an der Haltestelle vorbeifahren, könnten gefährlich zusammenspielen. Auf der anderen Seite der Lorrainebrücke, beim der Haltestelle Bollwerk der 20er und 21er Linie, sieht die Stadt Bern ebenfalls Handlungsbedarf. Hier die gesamte Liste der Haltestellen, die das Verkehrsplanungsamt nun sicherheitstechnisch entschärfen will.

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Das Perron wird verbreitert und mit einem Geländer ausgestattet, wie die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün am Montag mitteilte. Die Bauarbeiten begannen am Montag. Sie sollen bis Mittwoch kommender Woche dauern.

Im Juni 2018 hatte eine Frau die Effingerstrasse beim Zebrastreifen unterhalb der Seilerstrasse überquert, als sie von einem stadtauswärts fahrenden Tram erfasst wurde. Es war der zweite tödliche Tramunfall innert sieben Jahren.

Bernmobil reduzierte darauf die Höchstgeschwindigkeit. Die Trams sind zwischen Hirschengraben und Kocherpark nur noch mit 25 statt 35 km/h unterwegs. Zudem wurde auf der Strassenoberfläche die Markierung «Achtung Tram» angebracht.

Mehr Platz für Pendler

Nun solle die Sicherheit an der Haltestelle effektiv verbessert werden, schreibt die Tiefbaudirektion. Das Perron, das zwischen Strasse und Gleisen liegt, soll auf der Höhe des Zebrastreifens mittels mobiler Elemente verbreitert und zudem mit einem Geländer ausgerüstet werden.

Die Verbreiterung der Mittelinsel schafft mehr Platz für wartende und querende Fahrgäste. Zugleich wird die Strasse enger: Die linke der beiden Fahrspuren stadtauswärts wird auf einer Länge von rund 70 Metern aufgehoben.

Bei den baulichen Massnahmen handelt es sich um Provisorien. Ihre Auswirkungen sollen mit einem Monitoring erhoben und anschliessend ausgewertet werden.

(cho)