Cupfinal 2018

20. November 2018 10:31; Akt: 20.11.2018 11:37 Print

700'000 Fr für Polizeieinsatz am Cupfinal

Der Cupfinal 2018 in Bern hat Polizeikosten von mehr als 700'000 Franken verursacht. Das geht aus einem Vortrag des Berner Gemeinderats ans Stadtparlament hervor.

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Die Fanmärsche der Berner führten durch die Altstadt. Über die Nydeggbrücke ging es zum Stade de Suisse. Der Marsch wurde von einem Polizeiaufgebot begleitet. Der Berner Fanspaziergang blieb friedlich. Es wurde gesungen und immer wieder wurden Fackeln gezündet. Über der Altstadt hingen teilweise dichte Rauchschwaden. Auf der Marschroute wurde immer wieder Feuerwerk gezündet. Die YB-Fans zogen über die Nydeggbrücke. Die Zürcher Fans starteten ihren Marsch in der Länggasse. Auch auf der Zürcher Seite wurde einiges Material abgebrannt. Es wurden Zwischenhalts bei Imbissbuden und Tankstellenshops gemacht. Die Zürcher liefen via Länggasse durchs Nordquartier zum Stade de Suisse. Rund um den Falkenplatz blieb Müll liegen. Mehrere hundert FCZ-Fans marschierten etwa zeitgleich vom Falkenplatz los in Richtung Stadion. Auch vereinzelte Regentropfen konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Mit Feuerwerk und lautem Gesang zogen die Berner Fans durch die untere Altstadt. Auch hier haben sich mehrere hundert Fans versammelt. Zeitgleich haben sich die YB-Fans auf dem Bärenplatz für den Abmarsch bereit gemacht. Auf dem Falkenplatz formierten sich die Zürcher für den Marsch zum Stade de Suisse. Mehrere hundert Supporter strömten vom Bahnhof zum Falkenplatz. Kurz nach 10 Uhr sind die FCZ-Fans in Bern eingetroffen. Bevor die Extrazüge aus Zürich eingetroffen sind, war an der Sidlerstrasse, wo sich die FCZ-Fans versammeln, nicht viel los. Nur vereinzelte Polizisten sind zu sehen. Urs und Jüre verfolgen YB seit Jahrzehnten. Dass man heute das Double schafft, ist ihnen wichtig. «Grosse Nervosität, grosse Vorfreude». So fassen Astrid, Kevä und Alain ihre Gemütslage zusammen. Die Stärkungen für diesen Fussballsonntag reichen von Kaffee und Gipfeli bis zu Bier. Bereits ab 9 Uhr haben sich YB-Fans auf dem Bärenplatz versammelt.

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Tausende Fussballfans säumten am Cupfinal 2018 die Strassen von Bern und verfolgten den Match an zahlreichen Public-Viewings oder im Stadion. Der Schweizer Meister YB verlor den Final schliesslich mit 1:2 gegen den FCZ.

Vor dem Match defilierten die Fanlager beider Mannschaften zum Stadion, jeweils eskortiert von der Polizei. Nun wird klar, wieviel Geld dieser Polizeieinsatz gekostet hat: 700'000 Franken. Deutlich günstiger war demnach die YB-Meisterfeier vom Pfingstsonntag. Sie führte zu Polizeikosten von gut 160'000 Franken.

Nachkredit wird beantragt

Die Stadtregierung listet die Polizeikosten der beiden Anlässe detailliert auf, weil sie einen Nachkredit zum Globalbudget des Polizeiinspektorats beansprucht. Zusammen mit Gebührenbefreiungen etwa für Reinigungen und Signalisation entstanden Kosten von gut einer Million Franken. Der Stadtrat entscheidet am 29. November.

Sicherheitsdirektor Reto Nause wies in der «Berner Zeitung» vom Dienstag darauf hin, dass trotz des Nachkredits kein Geld aus der Stadtkasse fliesse. Im Gegenteil: Dank der Beteiligung des Schweizerischen Fussballverbandes an den Polizeikosten des Cupfinals spüle es sogar 350'000 Franken herein.

Polizei leistete rund 7281 Mannstunden

Was die Stadt angehe, seien die Polizeikosten für die Fanmärsche durch den Ressourcenvertrag mit der Kantonspolizei gedeckt. «Das zeigt mir, dass wir mit unserem Vertrag auch grosse Anlässe stemmen können», sagte Nause der BZ.

Vor dem Cupfinal, den Zürich gegen YB gewann, gab es Fanmärsche der Zürcher und der Berner Fans. Laut Vortrag leistete die Polizei rund um den Cupfinal 7281 Mannstunden. Die Grundversorgung für ein Heimspiel beträgt 200 Stunden. Ob der Cupfinal auch im kommenden Jahr in Bern stattfindet, ist noch offen.

(bho/sda)