Berner Breitenrain

11. Februar 2019 17:08; Akt: 11.02.2019 23:29 Print

Teure Wohnungen der Migros sorgen für Ärger

Die Migros-Überbauung im Breitenrain-Quartier sorgt erneut für Wirbel. Berner stossen sich an den hohen Mietpreisen für Wohnungen.

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Es war ein langer und steiniger Weg für die Migros-Überbauung im Berner Breitenrainquartier. Zuerst zogen etliche Anwohner ihre Einsprachen bis vor Bundesgericht, dann verzögerten Aktivisten die Arbeiten auf der Baustelle. Dies, indem sie gar einen Baum auf dem dortigen Gelände besetzten.

Nun, nach all den Zwischenfällen, steht das Projekt kurz vor der Vollendung; die Migros-Filiale ist ab Ende Mai offen, die 50 neuen Wohnungen sollen im September von Mietern bezogen werden. Diese müssen jedoch tief in die Taschen greifen.

Wie die «Berner Zeitung» am Wochenende publik machte, sind die Wohnungen im Familienquartier überdurchschnittlich hoch. Für die 3,5-Zimmer-Wohnung beträgt der Bruttomietzins zwischen 2855 und 2985 Franken. 21 solche Einheiten werden zu beziehen sein.

Die monatliche Miete für die einzige 1,5-Zimmer-Wohnung beträgt 1365 Franken. Die Überbauung mit Innenhof verfügt über sieben 2,5-Zimmer-Wohnungen – diese kosten zwischen 1995 und 2230 Franken. Die 15 4,5 Zimmer-Wohnungen werden mit bis zu 3545 Franken veranschlagt – bestehen jedoch teilweise aus Duplex-Einheiten. Für die 5,5-Zimmer-Wohnung werden monatlich 3775 Franken fällig. Von Letzteren sind lediglich sechs vorgesehen.

Verärgerte Mütter und zynische Nachbarn

Diese veröffentlichten Mietzinse schlugen auf Facebook hohe Wellen. Mehrere Nutzer machten ihrem Ärger dort Luft: «Wer soll das genau bezahlen können? Familien!? Wohl kaum! Solch hohe Mieten können sich nur Doppelverdiener leisten! Das ist Ressourcen-Verschwendung», schreibt etwa eine aufgebrachte Mutter. «Toll gemacht Migros. 3000 Stutz für eine 3,5-Zimmer-Wohnung mitten im Familienquartier», schreibt ein anderer Bewohner sarkastisch.

«Wir haben viele Interessenten»

Der Migros sind die Reaktionen nicht entgangen. «Wir nehmen Reaktionen immer ernst und prüfen diese», sagt Pressesprecherin Andrea Bauer zu 20 Minuten. Doch sie relativiert auch: «Die Preise für einen Neubau nach neusten Energie- und Schallschutzvorschriften sowie modernstem Ausbaustandard an dieser Lage kann nicht mit Altbauwohnungen verglichen werden.» Und das Bauprojekt im Breitsch stosse durchaus auf Interesse. Bauer: «Das zeigt die grosse Anzahl an Interessenten für die Wohnungsbesichtigung, die übers Wochenende eingegangen ist.»

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean Valet am 11.02.2019 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Familienfeindlich

    Neueste Energiestandarts sind offenbar nicht für Familien , liebe Grüne

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  • Robert am 11.02.2019 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Migros und sozial, das war einmal.

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  • slay am 11.02.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu hoch

    wenn 3 1/2 Zimmer Altbau-Wohnungen im Quartier bereits bis zu 1'800 Franken kosten, dann ist es klar das eine Neubauwohnung mit 94-98 Quadratmeter nicht gerade günstig sein wird bei dieser Lage... trotzdem zu hoch. aber solange die Nachfrage da ist bleibt der Preis auch so hoch...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick Von Burg am 14.02.2019 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbsternannte Ökonomie-Polizei

    Woher Leute sich das Recht nehmen, andern in deren Sache reinzureden, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Gut durchmischte Quartiere, in denen alle eine "standesgemäße" Bleibe finden, sind ideal. Wie bei jeder Immobilie entscheidet die Lage, der Ausbaustandard und die Attraktivität, sprich Zweckmäßigkeit den Preis. Wenn jetzt die Politik noch die Aussenräume aufwertet, wen soll es dann noch wundern, dass alle in die Nähe solcher Hotspots ziehen wollen! Mir scheint, das sind die Statussymbole unserer Zeit!

  • Jajaja am 14.02.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum regt ihr euch auf?

    Die machen nur das, was s Die machen nur das, was z.B. Die Pensionskassen schon lange machen.

  • Daniela Valsecchi am 13.02.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenwohnungen

    Also eigentlich klassische Beamtenwohnungen....denn seit die Bundesämter grössere Löhne bezahlen als Banken, ist es nur noch von diesen finanzierbar....danke rot-grünes Bern....der Rest zieht dank ser Unternehmenssteuer auch noch in andere Kantone

    • Berner Bär am 13.02.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Daniela Valsecchi

      Offensichtlich ist es noch nicht bis zu Ihnen vorgedrungen: Die Lohnklassen in der Verwaltung (also auch diejenigen des Bundes) sind funktionsbezogen und haben mit "Riesenlöhnen" nichts zu tun! Und dass die Verwaltung Banken übertrifft, wäre mir auch ziemlich neu ...

    • Daniela Valsecchi am 13.02.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      so neu ist es auch nicht

      Das überrascht Otto Normalverdiener oder etwa doch nicht? Ein Lohnvergleich der «Handelszeitung» zeigt, dass nicht mehr die Bankangestellten die fettesten Lohntüten nach Hause tragen, sondern die Bundesbeamten. So verdienten die 36'700 Bundesangestellten im Jahr 2013 im Durchschnitt je 120'075 Franken. Das ist aber noch nicht alles: Neben dem regulären Einkommen kassiert jeder Dritte beim Bund zusätzlich Leistungsprämien. Pro Kopf macht das im Schnitt noch einmal 2650 Franken. Obendrauf gibt es weitere Funktions-, Sonder- und Arbeitsmarktzulagen.

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  • Hugo Jungo am 13.02.2019 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauverzögerung

    Jahrelange einsprachen bis vor Bundesgericht,sprich bauverzögerung verursachten Mehrkosten die jetzt bezahlt werden müsse-

  • Realist am 12.02.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnraum für alle

    Wir wollen in den Quartieren doch eine gemischte Wohnbevölkerung. Daher ist es gut, dass Wohnraum auch für gut betuchte geschaffen wird. In diese haben eben auch Ansprüche und können sich dies leisten. Warum sollte im Breitenrain nicht auch Wohnraum für diese Schicht geschaffen werden? Ich verstehe die Aufregung nicht.