Erste Erfolge

24. November 2017 06:01; Akt: 24.11.2017 06:01 Print

Thun kämpft mit Falken gegen Krähenplage

von Annina Häusli - Saatkrähen sorgen für rote Köpfe bei den Anwohnern und Spaziergängern im Thuner Schwäbis. Die Stadt kämpft jetzt mit Greifvögeln gegen die Plage.

Der Falkner im Einsatz in Thun (Video: aha)
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Gaia (10) hört man schon von Weitem schreien. Das Wanderfalkenweibchen ist einer von drei Raubvögeln, die Falkner Ulrich Lüthi einsetzt, um die Saatkrähen im Thuner Schwäbis zu vertreiben. «Das Ziel ist es, die Saatkrähen am Nestbau und Brüten zu hindern», sagt Lüthi.

Seit Ende September markiert Lüthi mit Gaia im Schwäbis und an anderen Krähen-Hotspots in Thun zwei Mal pro Woche Präsenz. Dies mit Erfolg: «Beobachtungen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass die Zahl der Krähen abgenommen hat», schreibt die Stadt in einer Mitteilung von dieser Woche.

Zuvor hatte die steigende Zahl an Saatkrähen für grossen Unmut gesorgt – Lärm und Vogelkot hatten diverse Beschwerden und höhere Reinigungskosten zur Folge.

Die natürlichen Feinde der Saatkrähen

«Raubvögel wie Gaia sind natürliche Feinde der Krähen», erklärt Lüthi. Grössere Exemplare könnten sogar Krähen jagen und erlegen. Doch soweit lässt es der Falkner dann doch nicht kommen: «Das ist für meine Vögel zu gefährlich in der Stadt mit all den Autos.» Deshalb lasse er den Wanderfalken nur von einer Stange zu einer Beuteattrappe fliegen. Diese ist mit einer sogenannten Lockleine an einen Kanister gebunden, damit Gaia nicht mit der «Beute» davonfliegen kann.

Das Spektakel erweckt auch die Aufmerksamkeit von Passanten: Lüthi und seine gefiederte Freundin sorgen für viele neugierige Blicke. Die Spaziergänger sprechen Lüthi während seiner Arbeit immer wieder an. «Das ist schön, viele bedanken sich bei mir dafür, dass die Krähen weg sind», so Lüthi. Auch der zuständige Gemeinderat, Konrad Hädener, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, zeigt sich erfreut über den Erfolg. «Seit Beginn der Massnahmen, von denen der Einsatz eines Falkners nur ein Teil ist, sind die Krähen verschwunden und wir haben auch markant weniger Beschwerden.»

Uhu-Attrappen helfen ebenfalls

Gaia ist nicht der einzige Vogel, der die Thuner Krähenplage bekämpft. Auch Uhu-Attrappen mit beweglichen Flügeln sind Teil des Massnahmenpakets der Stadt Thun. Passanten können diese Flügel mithilfe einer Schnur zum Flattern bringen.

Bis Ende Februar werden Lüthi und Gaia noch im Einsatz stehen, danach fängt die Schonzeit der Krähen an, die bis Ende Juli anhält. Hädener hofft, dass die Krähen dann nicht wiederkommen. «Ansonsten werden wir wohl wieder einen Falkner engagieren müssen.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amina123 am 24.11.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    waren zu lange geschützt...

    ... nun hats wieder zu viele. von mensch gemacht,weil für den natürlichen feind kaum mehr lebensraum vorhanden. gebt sie doch wieder zum abschuss frei,die landwirte würdens danken. von mensch herbeigerufen,die überpopulation,nun sollte es auch erlaubt sein,durch menschenhand gegenzuwirken,dass der bestand wieder auf 'normales niveau' kommt.kontrollierte reduktion also.

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  • Globi am 24.11.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flopp

    Krähen sind intelligent und werden die Uhuatrappen bald durchschauen.

  • K. T. am 24.11.2017 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Saatkrähen nicht gleich Rabenkrähen

    Hier gehts um Saatkrähen, nicht um Rabenkrähen. Letztere sind überall, erstere breiten sich von Westen her aus. Ich vermisse im Artikel etwas Hintergrundinformation. Was genau stört an den Saatkrähen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 24.11.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schlau

    Krähen sind sehr schlau und intelligent. Sie wurden schon immer gejagt, aus verschiedenen Gründen. Ehrlich gesagt wäre es mir lieber, man würde Kormorane verscheuchen, evtl. jagen, als Krähen.

  • Leon am 24.11.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Jagd ist unsinnig

    Es gibt keine Überpopulation. Seit jeher wurden Rabenvögel gejagt. Erst seit kurzem erholen sich die Bestände. Die Tiere haben sich, ganz nach Darwin, angepasst und wichen auf Gebiete aus, in denen ihnen keine Gefahr droht. Übrigens: Allzu oft wird noch heute die Jagd mit fadenscheinigen Begründungen rechtfertigt. Jede wissenschaftliche Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Überpopulation von Rabenvögel und Bestandsrückgang von anderen Singvögel kommt zum Schluss, dass die gefiederten Schwarzen einen unbedeutenden Einfluss auf den Rückgang von Meisen und Co. haben.

  • Globi am 24.11.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flopp

    Krähen sind intelligent und werden die Uhuatrappen bald durchschauen.

  • K. T. am 24.11.2017 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Saatkrähen nicht gleich Rabenkrähen

    Hier gehts um Saatkrähen, nicht um Rabenkrähen. Letztere sind überall, erstere breiten sich von Westen her aus. Ich vermisse im Artikel etwas Hintergrundinformation. Was genau stört an den Saatkrähen?

  • Amina123 am 24.11.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    waren zu lange geschützt...

    ... nun hats wieder zu viele. von mensch gemacht,weil für den natürlichen feind kaum mehr lebensraum vorhanden. gebt sie doch wieder zum abschuss frei,die landwirte würdens danken. von mensch herbeigerufen,die überpopulation,nun sollte es auch erlaubt sein,durch menschenhand gegenzuwirken,dass der bestand wieder auf 'normales niveau' kommt.kontrollierte reduktion also.

    • Bäh! am 24.11.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amina123

      Wie wäre es wenn man anstatt mit sinnlosen Schutz Jagdt Schutzzyklen einfach mal den natürlichen Feinden auch Platz einräumen würde? Aber ja es kostet ja zuviel...entweder weil, im Falle der Raubvögel hohe Bäume benötigt würden oder aber, bei Wolf und co. die Subventionen lieber in einen BMW gesteckt werden als für Herdenschutz zu sorgen.

    • E.Schmid am 24.11.2017 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amina123

      Genau so ist es. Gratuliere,sehr guter Kommentar.

    • Negan am 24.11.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amina123

      Es hat auch von zweibeinigen Wesen zu viel, menschengemacht. Bitte nicht mehr schützen, sondern zum Abschuss freigeben. Saatkrähen haben kaum natürliche Frassfeinde, warum sollen sie dann nicht das tun, was wir so gerne machen, nämlich einfach sich breit machen?

    • Einä us Bärn am 25.11.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      roten Punkt

      BMW, sind das nicht die Fahrzeuge mit einem grossen roten Punkt auf dem Heck, von der Leasinggesellschaft?

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