Jugendbande in Thun

21. Dezember 2018 05:42; Akt: 21.12.2018 11:05 Print

«Mitglieder der 36er sind Möchtegern-Gangster»

In Thun treibt eine Gang namens 36er ihr Unwesen. Die gut ein Dutzend jungen Männer sollen auch die Krawalle nach dem Spiel FC Thun – GC ausgelöst haben.

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Am vergangenen Wochenende erschütterten Krawalle die Stadt Thun. Nach dem Fussballmatch FC Thun – GC eskalierte die Situation am Bahnhof. Die Bilanz: zwei zerstörte Linienbusse, verletzte Polizisten und ein Sachschaden von Tausenden von Franken.

In den Tagen danach war von gewaltbereiten Fussballfans aus Zürich und Thun zu lesen. Doch eigentlich war es eine Thuner Gang, die noch vor Spielende die Eskalation auf dem Bahnhofplatz anzettelte – und damit die Grundlage für die darauffolgenden, heftigen Ausschreitungen legte. Die Sicherheitskommission der Stadt Thun bestätigt diesen Sachverhalt.

Schon mehrmals negativ aufgefallen

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Gang namens 36er in Thun ihr Unwesen treibt. Die jungen Männer, die hauptsächlich aus dem Quartier Lerchenfeld stammen, sorgen im Städtchen seit längerem immer wieder für Probleme.

So haben die Jugendlichen, die alle im Alter zwischen 15 und 20 Jahren sind, etwa am letzten Thunfest gewütet. Auch hätten sie an den Wochenenden vermehrt in Bars randaliert oder Gleichaltrigen abgepasst und diese verprügelt. «Wir verfolgen mit der Polizei das Treiben dieser 36er», sagt Thuns Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler. Sämtliche Mitglieder – es seien etwas mehr als ein Dutzend – seien mittlerweile polizeilich bekannt.

Wie ein Insider berichtet, fielen die 36er aber nicht nur durch ihre Gewaltbereitschaft und Einschüchterungen auf, sondern auch durch Drogenkonsum und ein frauenfeindliches Weltbild. «Diese Typen sind alles andere als Unschuldslämmer», meint der Insider.

«Möchtegern-Gangster»

Siegenthaler stimmt dieser Aussage zu, relativiert aber: «Die 36er sind vor allem Möchtegern-Gangster. Sie wären gern gefürchteter, als sie es tatsächlich sind.» Dennoch behält der Sicherheitsdirektor die 36er im Auge: «Nach wie vor in enger Zusammenarbeit mit der Polizei.»

(20M)