Kirchlindach BE

21. November 2018 05:49; Akt: 21.11.2018 05:49 Print

16 Tieren auf Gnadenhof droht die Einschläferung

von S. Ulrich - Die 13 Schweine, zwei Kühe und eine Ziege der Arche Samar wurden vor der Schlachtung gerettet. Weil dem Gnadenhof der Stall gekündigt wurde, droht ihnen nun erneut der Tod.

Einen Einblick in den Lebenshof Arche Samar gibt's im Video.
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Ami und seine Freundin Mimi dösen zufrieden im Stroh, ein paar Meter weiter hinten im Stall guckt Emily neugierig. Die beiden Schweine und die Ziege sind Bewohner der Arche Samar, dem Gnadenhof in Kirchlindach BE. Ihr Zuhause teilen die drei mit elf weiteren Schweinen und zwei Kühen. Sie alle wurden einst vor der Schlachtbank gerettet.

Nun sind die Tiere erneut vom Tod bedroht: Die Bauernfamilie, bei denen die Tierschützer eingemietet sind, hat dem Verein auf Ende Februar gekündigt. Unter anderem deshalb, weil der Landwirt den Stall ab Frühling 2019 für den Eigenbedarf braucht. «Finden wir bis dahin kein neues Zuhause für unsere Tiere, müssen wir sie einschläfern lassen», sagt Philipp Hoppen, Vorstandsmitglied bei der Arche Samar.

Schweine zu vermitteln ist schwierig

Es wäre ein schwerer Schlag für das Arche-Team. «Die Tiere sind uns ans Herz gewachsen wie anderen Menschen ihre Haustiere. Ihre Dankbarkeit für die Zuwendung, die wir ihnen geben, ist unbezahlbar», sagt der 31-jährige Veganer. Aber auch für den Verein als solches wären die Folgen einer Einschläferung fatal: «Ohne Tiere würde die Arche ihren Zweck verlieren und wohl aufgelöst.»

16 Tieren auf Gnadenhof droht die Einschläferung

Seit nunmehr zwei Monaten suchen die Tierschützer nach einer neuen Bleibe für die 16 Tiere. Trotz vieler leer stehender Ställe in der Region sind sie bislang nicht fündig geworden. Gerade die Vermittlung der Schweine sei schwierig. Hoppen: «Schweine machen viel Dreck und brauchen einen grösseren Betreuungsaufwand als etwa Kühe oder Schafe.»

Hinzu kommt, dass ein Grossteil der Schweine unter gesundheitlichen Problemen leidet. «Viele kamen aufgrund von Krankheiten im Ferkelalter in die Arche und sind mittlerweile viel älter als Schweine normalerweise werden», sagt Hoppen. Zwischen fünf und neun Jahre alt sind Ami, Mimi und Co. Zum Vergleich: In der Intensivtierhaltung beträgt die Lebenserwartung einer Sau laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten weniger als drei Jahre, die eines Mastschweins gar nur sechs bis sieben Monate.

Bauer muss sich nicht mit Tieren abgeben

Soll man alte und kranke Tiere um jeden Preis am Leben erhalten? Ja, findet Hoppen: «Auch Menschen haben im Alter ihre Gebrechen. Trotzdem kümmern wir uns um sie.»

Um die Chancen auf ein neues Zuhause zu erhöhen, hält der Verein die Anforderungen an den künftigen Vermieter tief. «Es reicht, wenn er die Räumlichkeiten an uns vermietet. Mit den Tieren muss er nichts zu tun haben, wenn er nicht will», sagt Hoppen. Gesucht werde ein Stall mit Auslauf, der sich in der Region befinde. Die Miete sei verhandelbar.

Während die Situation den freiwilligen Helfern Kopfzerbrechen bereitet, haben die Tiere laut Hoppen von all dem nichts mitbekommen – bis auf Schwein Ami: Der 7-jährige Eber sei hochsensibel und spüre schnell, wenn etwas nicht in Ordnung sei. Hoppen: «Etwa eine Woche nach der Nachricht über die Kündigung hat er mich beim Fressen gebissen. Das hat er vorher noch nie getan.»

Weitere Infos unter arche-samar.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bauer Fritz am 21.11.2018 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TRÄUMER

    Die ganze Welt sollte ein Gnadenhof werden.Respekt gegenüber Tieren und den Pflanzen und die Menschen unter sich!

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  • Elfe am 21.11.2018 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Wünsche euch, Tiere und Menschen, dass bald eine neue Türe aufgeht und ihr einen tollen Platz findet. Danke für den Einsatz für alte und kranke Tiere Selber Besitzerin eines alten Hundes, 13, und einer Katze 181/2.

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  • basrouge am 21.11.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Wäre schön wenn unsere ach so humanitäre und soziale Schweiz auch mal in solchen Fällen Unterstützung bieten würde. Schliesslich wird in unserem Land genug Geld für unnötiges zum Fenster rausgeworfen . Aber Tiere gelten nun mal in der Schweiz nichts ausser man kann sie ausbeuten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mimi am 22.11.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no plastic, more meat

    alle grünen wollten zuerst alles doppelt verpackt wegen hygiene, jetzt wollen sie alles wieder umkehren....aber das plastiklöffellchen im kaffitassli beanspruchen sie jeden tag.....aber hallo....ich verzichte auf viel plastik, aber was haben heute ovomaltine gemacht?

    • Suikerbuik am 22.11.2018 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      mimi

      Was hat die Plastik Verpackung mit dem Gnadenhof der Tiere tun?

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  • mimi am 22.11.2018 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    piggs vs plastic

    ...und heute verteilten ovomaltine millionen von plastikfläschen! lieber plastik vermeiden....

  • Britt am 22.11.2018 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Tierliebe

    Bitte hilft den Tieren neues zu Hause finden ! Wer kann helfen ?

  • Meinungen am 22.11.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    250

    Vertreten 7'000'000 Schweizer..? Bomben Leistung...(lasst bitte den gesunden Verstand walten..)...und ooooojeeeee...Jedes Leben hat ein Ende..oder gibt's am Ende in unserer Zeit..Überlebende..?

    • Cathy am 22.11.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Meinungen

      Wenn so viele Menschen wie Tiere umgebracht würden, gäbe es einen Riesen Aufstand. Auch Tiere haben ein Recht auf ein schönes Leben

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  • Annemarie Schmutz am 21.11.2018 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut Aiderbichl

    Liebe Pächter des Gnadenhofes. Habt ihr schon auf Gut Aiderbichl nachgefragt? Ich finde das eine tolle Einrichtung.

    • Für und wider abwägen am 22.11.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Geldmaschiene Aiderbichel

      Der "Gnadenhof" Gut aiderbichel ist in erster Linie eine Geldmasschiene. Da werden Spendengelder en mass kassiert und der Hof als touristische Attraktion vermarktet das es kracht. die Angestllten werden dabei oft schlechter behandelt als die Tiere. Ich habe Verwandte in der Gegend. Der Hof hat einen schlechten Ruf bei den Leuten die die Hintergründe kennen. ein Gnadenhof für Arbeitstiere ist okay aber Schlachttiere nicht. Sie sind zu schwer für die Gelenke und leiden nur.

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