Aarburg AG

15. Oktober 2019 12:11; Akt: 15.10.2019 13:10 Print

Hunde ertränkt – Richter sprechen milderes Urteil

Die Frau des Aarburger Tierquälers zog das Urteil des Regionalgerichts ans Obergericht weiter. Dieses hat nun ein milderes Urteil gesprochen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 18. September 2016: Ein damals 36-jähriger Portugiese band die beiden Rehpinscher seiner Ehefrau mit ihren Hundeleinen an je ein Stahlrohrband und fixierte das Ganze mit Kabelbindern. Dann warf er die Hunde nacheinander in die Aare, wo sie qualvoll ertranken.

Freiheitsstrafe fällt weg

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte den Mann im Mai 2018 wegen mehrfacher Tierquälerei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Seine Ehefrau kassierte eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten sowie eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken und eine Busse von 1800 Franken. Sie soll ihren Mann zur Tat angestiftet haben, weil sie die Gerüche der Hunde nicht mehr ertragen konnte.

Weil die Portugiesin das Urteil weitergezogen hatte, musste kürzlich das Obergericht über den Fall befinden. Dieses verurteilte die Beschuldigte nun zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 30 Franken und einer Busse von 1500 Franken. Das geht aus dem schriftlichen Urteil hervor, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Die bedingte Freiheitsstrafe fällt weg.

Sie liess Ehemann Drecksarbeit machen

Nicht nur eine Freiheitsstrafe sei geeignet, die Frau von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, begründen die Oberrichter das Urteil. Daher sei für diejenigen Straftaten, für die eine Geld- oder Freiheitsstrafe ausgesprochen werden könne, eine Geldstrafe zu verhängen.

Dass sie nur Anstifterin und nicht ausführende Täterin war, mindere ihre Schuld nicht. Im Gegenteil: Sie habe die «dreckige Arbeit ihren Ehemann machen lassen», heisst es im schriftlichen Urteil.

Ferner wies das Gericht darauf hin, dass die Beschuldigte andere Optionen gehabt hätte, um die Hunde «loszuwerden», etwa sie in ein Tierheim zu bringen. «Mit den verschiedenen legalen Lösungsvarianten hat sie sich aber offenbar nicht hinreichend befasst», halten die Oberrichter fest.

(sul)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Swissbluelake1 am 15.10.2019 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum

    verwundert mich das nicht. Das ist doch hier schon normal. Hunde werden erschossen, ertränkt, erschlagen in diesen Gebieten. Ich wohne selber in Südandalusien, ca. 60 km von der portugiesischen Grenze entfernt und habe zu meinen beiden 5 zusätzliche Hunde aufgenommen Auch drei Welpen habe ich retten und vermitteln können. Immer wieder stehen mir die Haare zu Berge

    einklappen einklappen
  • Tiere am 15.10.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heisst das jetzt: weiter so??

    Es ist nur unverständlich, sie soll sich das mal vorstellen beim nächsten Bad wie es sich anfühlt, schlechtes Urteil

    einklappen einklappen
  • Frau am 15.10.2019 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Hunde

    Es sind ja nur Hunde! Dieses Urteil ist inakzeptabel und zeigt einmal mehr das unsere Kuscheljustiz mehr auf der Seite der Täter ist, als die der Opfer. Auch wenn es NUR Tiere sind

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Observante am 15.10.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich !!!!

    eine solche Tat zu tun und dann wird dass Urteil noch heruntergesetzt. Man sollte sich vorstellen wenn dem Richter der dieses Urteil als banal bezeichnet dass selbe passieren würde wenn er besitzer wäre von eigenen Teieren ? Würde mich wunder nehmen wie dann dass Urteil wäre. Für mich eine schande der Justiz.

  • Respekt am 15.10.2019 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warum die Strafe?

    Lasst ihr frei! Er ist einer von uns! Er tut etwas für Klima. Greta ist stolz.

  • kewi am 15.10.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wut

    Auch ich habe es so erlebt. Der Beschuldigte hat seinen Hund geschlagen und dann erschossen. Das Urteil. Der Arme Mann hat dabei seinen Hund verloren, das leide er schon genug dadurch, daher keine Verurteilung. Nicht mal das er keine Tiere mehr halten darf. Ich habe innerlich geschrien!

  • die Ritterin am 15.10.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg damit

    Waterboarding und Ausweisung, wäre die richtige Strafe, anstatt mimimi. Wüsste ich wer diese Leute sind, würde ich dafür sorgen, dass sie in der Schweiz keinen Fuss mehr auf den Boden bekommen.

  • Der_Baum am 15.10.2019 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Namen

    Namen, gebt uns Namen. Die Gerichte zeigen sich unfähig.