Blausee-Mitholz BE

24. Januar 2017 10:07; Akt: 24.01.2017 10:07 Print

Tierschutz zeigt Blausee AG wegen Fischer-Event an

Im Oktober fand am Blausee das traditionelle Ausfischen statt. Tierschützer geben an, es sei mit Zangen an lebenden Fischen herumgewerkelt worden. Nun haben sie Anzeige erstattet.

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Die STS-Sektion Dachverband Berner Tierschutzorganisationen (DBT) hat gegen die Blausee AG Anzeige erstattet. In der Kritik steht das traditionelle Ausfischen vom Oktober 2016.

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Dem Tierschutz stösst sauer auf, dass Laien ohne Fischerpatent gezielt angesprochen wurden und die Blausee AG zuliess, dass gesetzliche Vorgaben missachtet wurden.

Fische seien extra ausgesetzt worden

«Anders als es die Bezeichnung des Events vermuten lässt, wurden laufend neue Fische in den Angelteich eingesetzt – mit dem einzigen Zweck des Fangs durch Angeltouristen», schreibt der DBT in einer Medienmitteilung. Insgesamt acht Tonnen Fisch – das sind mehr als 20‘000 Einzeltiere – konnten im Kandertal gefangen und anschliessend gekauft werden.

Beim «ganz besonderen Erlebnis für Jung und Alt», wie die Werbung der Blausee AG versprach, waren Vertreter des örtlichen Tierschutzvereins vor Ort. In der Medienmitteilung geben sie an, sie hätten miterlebt, wie von Laien gefangene Fische am Haken zappelnd herumgezeigt und fotografiert wurden – «anstatt die Tiere sofort zu töten», kritisieren sie.

Fische sollen zudem mit ungeeignetem Gerät «mehr schlecht als recht» betäubt worden sein. Weiter wollen sie beobachtet haben, «dass mit Zangen an noch lebenden Fischen herumoperiert wurde, um die Haken aus dem Maul zu entfernen. Und dies vor dem Betäubungsschlag und damit gesetzeswidrig.»

Aufsicht sei nicht eingeschritten

Eine Aufsicht sei zwar vorhanden gewesen. «Sie schritt aber nie ein, selbst bei offensichtlichem Widerhandeln gegen das vom Anbieter abgegebene Alibi-Merkblatt bezüglich Fischerei- und Tötungsvorschriften.»

«Was wir am Blausee gesehen haben, möchten wir nie mehr sehen müssen», sagt Dr. Rolf Frischknecht, Präsident des DBT.

(ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • james mc'neil am 24.01.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einseitiger Beitrag

    Gibt es dazu Bilder oder sonstige Beweise dass sich alles so zugetragen hat wie vom DBT behauptet? Es wirkt arg dannach als wäre der Event an sich, an dem offenbar die Fischerei und der Blausee der Bevölkerung nähergebracht werden soll, dem Tierschutz ein Dorn im Auge gewesen. Der Artikel enthält kein einziges Wort von Seitens der Blausee AG. Wurde diese überhaupt befragt? Wenn sich alles so zugetragen hat wie behauptet und gezielt Vorschriften missachtet wurden, so ist natürlich ein riesen Skandal, was ich überhaupt nicht in Abrede stellen will. Die Vorwürfe stützen sich jedoch allesamt einzig und alleine auf Behauptungen des STS, was ohne Beweise und Gegendarstellung dazu zu wenig fundiert ist um als Wahrheit dargestellt zu werden.

  • Schäfer am 24.01.2017 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Reisserischer Titel!

    "Tierschützer geben an, es sei mit Zangen an lebenden Fischen herumgewerkelt worden" das nennt sich Haken lösen, wen der Fisch das Mass noch nicht erreicht hat, muss er unverzüglich und schonend zurück gesetzt werden. wie soll das gemacht werden, ohne Hakenlösezange? Tierschutz ist richtig und wichtig, aber hier übertreibt der Tierschutzverein wiedr mal masslos und schadet bloss sich selbst und dem Tierschutz

  • kurt am 24.01.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die besten Forellen

    Wir gehen jedesmal auf dem Weg ins wallis da eine Blauforelle zu essen. Die beste die ich kenne

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sunflower am 24.01.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähnliches erlebt

    Vor ein paar Jahren waren mein Mann und ich mit unseren Kindern dort spazieren. Wir haben den Hobbyfischern zugeschaut. Unser kleiner Sohn konnte es kaum fassen (und wir auch nicht!), wie ein Fischer es nicht fertigbrachte, einen Fisch totzuschlagen. Der Fisch zappelte vom Holzdeck rüber bis auf die Wiese, bekam wieder ein Schlag und war immer noch nicht tot und er hat weiter gezappelt, bis es nach einer gefühlten Ewigkeit geklappt hat. War wirklich schlimm mit anzusehen! Wir wollten im Restaurant, gleich dahinter, jemanden informieren, aber es war so überfüllt und niemand fühlte sich zuständig. Der Blausee ist ein wunderschöner Ort, aber das mit dem Fischen müsste viel besser überprüft werden.

  • Fischers Fritzli am 24.01.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schohnend

    Zur Info: Das lösen des Hacken mithilfe einer Zange, ist die schohnenste Art ein Fisch vom Hacken zu lösen, wen der Fisch wider freigelasen werden soll. Punkt!

  • Roy am 24.01.2017 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischen

    Sollte eigentlich nur derjenige der auch das patent / sana brevet hat. Die aufsicht hätte bestimmt mehr einschreiten sollen um das korrekte betäuben zu kontrollieren. Der rest ist halt fischen. Oder denkt ihr das beim hochseefischen mit schleppnetze alle fische entspannt sind? Käpten iglu lässt grüssen.

  • james mc'neil am 24.01.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einseitiger Beitrag

    Gibt es dazu Bilder oder sonstige Beweise dass sich alles so zugetragen hat wie vom DBT behauptet? Es wirkt arg dannach als wäre der Event an sich, an dem offenbar die Fischerei und der Blausee der Bevölkerung nähergebracht werden soll, dem Tierschutz ein Dorn im Auge gewesen. Der Artikel enthält kein einziges Wort von Seitens der Blausee AG. Wurde diese überhaupt befragt? Wenn sich alles so zugetragen hat wie behauptet und gezielt Vorschriften missachtet wurden, so ist natürlich ein riesen Skandal, was ich überhaupt nicht in Abrede stellen will. Die Vorwürfe stützen sich jedoch allesamt einzig und alleine auf Behauptungen des STS, was ohne Beweise und Gegendarstellung dazu zu wenig fundiert ist um als Wahrheit dargestellt zu werden.

  • Sandro am 24.01.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    ist leider so

    Habe bereits mit eigenen Augen gesehen, wie Laien teilweise mit ihren kleinen Kindern versucht haben, die gefangenen Forellen zu töten - leider erst nach einigen Versuchen und Minuten mit Erfolg. Viele Menschen leben noch immer im Irrglauben, dass Fische keinen Schmerz verspüren und ihnen somit nicht die gleiche Rechte wie anderen Tieren zustünde. Der Tierschutz greift hier zurecht ein. Wenn man bedenkt, dass das offenbar gang und gäbe ist am schönen Blausee.