Uni Bern

30. Januar 2015 06:02; Akt: 30.01.2015 13:07 Print

Tierversuchs-Labor wird jetzt zum Politikum

Das geplante Tierversuchslabor in Bern ist umstritten: Neben Tierschützern werden nun auch Politiker aktiv.

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Zahlreiche Tierrechtsaktivisten demonstrierten letzte Woche in Bern gegen Tierversuche an der Uni Bern. (Bild: Klaus Petrus)

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Der Grosse Rat hat letzte Woche einen Kredit für ein neues Gebäude der Uni Bern durchgewinkt. Der 142 Millionen Franken teure Komplex soll auch eine Zuchtanlage für Versuchstiere beinhalten. Gegen diese regt sich nun nach Protesten von Tierschützern auch politischer Widerstand.

Der überparteiliche Vorstoss fordert vom Kanton mehr Transparenz über Tierversuche. «Es braucht einen Bericht über die Situation und über Massnahmen, die Versuche zu reduzieren», so Grossrat Bruno Vanoni (Grüne). Unterzeichnet wurde sein Postulat von 18 weiteren Grossräten aus SP, GLP und der Grünen Partei. Besonders über die öffentlich finanzierten Tierversuche an Uni und Spitälern gebe es kaum Informationen. «Bisher wissen wir nur ungenau, wo und wie oft Tierversuche durchgeführt werden, da dies auf Bundesebene geregelt ist», so der Grossrat. Erst wenn mehr Informationen vorhanden seien könne man überhaupt abschätzen, ob die Behörden aktiv werden müssen.

Tierschützer wollen Referendum ergreifen

Tierrechtsaktivisten allerdings wollen im Februar das Referendum ergreifen: «Tierversuche sind unnötig und verursachen grosses Leid», so Philipp Hoppen vom Verein tier-im-fokus.ch. Für einen fragwürdigen Forschungsnutzen würden die Tiere in einer sterilen Laborlandschaft und in ständiger Angst leben. «Ihr Leiden wird in Kauf genommen und konsequent aus der Forschungstätigkeit ausgeblendet», so Hoppen. Das wisse man nicht erst seit gestern – umso mehr gehe ein weiterer Ausbau von Tierversuchen an der Uni Bern in die völlig verkehrte Richtung.

(sie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cleo am 30.01.2015 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig... 

    Tierversuche sind unnötig! Aber wie immer geht der Egoismus der Menschheit vor, egal ob dabei Tiere die grausamsten Schmerzen erleiden!

  • Loli am 30.01.2015 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei!

    Für nichts auf der Welt sind Tierversuche gerechtfertigt! Es gibt heutzutage andere Mittel und Wege solche, Medis, Kosmetika etc. zu testen. Diese Alternativen sind einfach viel teurer und das schmeckt vielen Menschen nicht. Jedes Tier hat das Recht auf eine artgerechte Haltung!

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  • Mensch am 30.01.2015 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegt mal...

    ...möchtet ihr so ausgeliefert sein wie diese Tiere? ..auch sie haben ein Recht auf ihr Leben...der Mensch ist so grausam und egoistisch...jeder hier der das befürwortet sollte selbst mal herhalten...und ja , es gibt Alternativen ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • maila am 31.01.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne medis nicht mehr am leben

    Ohne die Medikamente, welche ich, 37, täglich einnehmen muss, und die, wie ALLE Medikamente an Tieren getestet wurden, wäre ich heute nicht mehr am Leben und meine 2 Töchter hätten keine Mutter mehr. Mein Herzmuskel ist durch eine Myokarditis schwer geschädigt. Alle, welche sich so sehr über Tierversuche aufregen, stellt euch mal die Frage ob ihr euch zur Verfügung stellen würdet. Oder würdet ihr die Behandlung einer Chemotherapie für euer Kind mit grossen Heilungschancen ablehnen? Oder die Medis für den kranken Hund... wo denkt ihr würden die getestet?

  • Liliana am 31.01.2015 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde gerne...

    Eine Frage stellen. Was würde passieren, wenn gegen Krebs und Herz-Kreislauf Krankheiten ( Ich glaube, daran sterben im Moment die meisten Menschen ) ein Heilmittel gefunden würde? Abgesehen von meiner Frage, ich bin gegen Tierversuche.

    • Simone Machado Rebmann am 31.01.2015 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      Chance nicht verpassen!

      Ein Heilmittel wird am ehesten mit einer tierversuchsfreien Methode wie Zellkultur, Biochip, Bioreaktor oder Microdosing gefunden! Der Kanton Bern sollte die Chance nicht verpassen und in diese Forschung investieren, nicht in Tierversuche!

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  • Claudia Schüpfer am 31.01.2015 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativen

    Tiere sind keine Wegwerfware! Einem Tier bewusst Schmerzen zufügen und zu verstümmeln unter dem Decknamen der Wissenschaft, ist einfach nur widerlich und pervers. Unsere Politiker in Bern vergeuden unsere Steuergelder für nicht aussagekräftige und unnötige Tierversuche, anstatt sie sinnvoll in fortschrittliche Testmethoden zu investieren, eine Frechheit! Wo bleibt da der Fortschritt?

  • Rita Lehnen am 30.01.2015 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Versuchen an Tieren!

    Die Tiere leiden ! Und das darf einfach nicht sein...!!! Danke an alle, die dort dagegen protestieren . Ich wohne leider zu weit weg, würde aber sofort mitmachen ...

  • Antonietta/Tumminello am 30.01.2015 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Forschung ohne Tierversuche !!!

    Tierversuche sind aus medizinischen und moralischen Gründen prinzipiell abzulehnen, weil die Ergebnisse aus den Tierversuchen aufgrund der Speziesunterschiede zwischen Mensch und Tier nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die trotzdem millionenfach vollzogene Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen wird dadurch zum reinen Glücksspiel zum Nachteil von Mensch und Tier. Menschen erleiden nachweislich schwerste Schäden durch nicht übertragbare, irreführende Ergebnisse aus Tierversuchen (z.B. Contergan, Lipobay).