Todesdrohung auf Facebook

14. November 2019 14:10; Akt: 14.11.2019 14:43 Print

«Deine Kinder werden für dich büssen»

Eine Walliser Familie musste Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dies, weil der Vater, ein Walliser Staatsanwalt, auf Facebook brutalst bedroht wurde.

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Droh-Mails und Hassbotschaften gegen Politiker, Journalisten oder etwa Behördenmitglieder häufen sich – mit dieser Tyrannei wird heutzutage immer öfters versucht, Gegner mundtot zu machen. Jetzt ist auch ein Walliser Zielscheibe schlimmster Anfeindung geworden: Die Kinder des Walliser Oberstaatsanwalts Rinaldo Arnold wurden auf Facebook mit dem Tod bedroht. Verfasser ist ein 29-jähriger, vorbestrafter Einheimischer, wie der «Walliser Bote» berichtet. (Bezahl-Artikel)

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«Ich freue mich darauf, deine Kinder zu sehen»

In der Drohung schrieb der Absender dem Staatsanwalt etwa, er wisse, wo seine Kinder zur Schule gingen – «sie werden für dich büssen. Sie sollen sich verstecken, sonst sind sie tot. Ich weiss, wo ihr wohnt. Ich freue mich darauf, deine Kinder von Angesicht zu Angesicht zu sehen».

Aufgrund des Posts musste die bedrohte Walliser Familie Sicherheitsvorkehrungen treffen. Gegenüber dem «Walliser Boten» sagte der Familienvater: «In der Funktion als Staatsanwalt ist man immer wieder mit verbalen, persönlich gerichteten Drohungen ausgesetzt. Mit Todesdrohungen gegen meine Kinder aber ist eine rote Linie überschritten worden. Wir mussten diese darüber informieren und sensibilisieren.» Den Mann habe er schliesslich angezeigt. Dieser wurde inzwischen wegen Beschimpfung und Drohung zu weiteren 2400 Franken verurteilt.

Racheakt oder Fifa-Affäre als Auslöser?

Hintergrund der gesamten Geschichte könnte Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnolds Nähe zu Fifa-Boss Gianni Infantino sein. Seit Monaten wird der Jurist wegen dieser umstrittenen Beziehung angeprangert. Derzeit versucht eine Walliser Linksallianz etwa, Arnold aus seinem Amt als Oberstaatsanwalt zu entfernen.

Die Todesdrohung des 29-Jährigen könnte aber auch ein Racheakt sein: Der Walliser wurde von der Staatsanwaltschaft Oberwallis wegen diversen Delikten – darunter Verkehrsdelikten, Missbrauch von Ausweisen und Diebstahl – zu einer unbedingten Geldstrafe von 13'000 Franken verurteilt. Die Strafe fiel happig aus: Dies, weil der Mann in einem vorherigen Verfahren bereits wegen Körperverletzung bedingt verurteilt worden war.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.Hess am 14.11.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher Mieter sein reicht

    Um auf's übelste angefeindet zu werden brauche ich weder Politiker noch Staatsanwalt sein, einfacher Mieter reicht. Wir werden wegen von unserem Hauswart ganz übel angefeindet und gemobbt.... Tun kann man dagegen nichts weil die Beweise fehlen...im moment noch.

  • Hotwith am 14.11.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    in der heutigen welt.nichtmer höfflich.

  • Söihäfeli Söideckeli am 14.11.2019 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freunde der Fifa

    Keine Frage, solche Drohungen gehen gar nicht! Aber kommen halt meistens auch nicht von ungefähr. Und wer sich halt auf den Social Media Kanälen zur Show stellt kann halt auch nicht nur das positive davon ernten. Ist in anderen Lebensbereichen auch nicht anders!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 14.11.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Hotwith am 14.11.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    in der heutigen welt.nichtmer höfflich.

  • Söihäfeli Söideckeli am 14.11.2019 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freunde der Fifa

    Keine Frage, solche Drohungen gehen gar nicht! Aber kommen halt meistens auch nicht von ungefähr. Und wer sich halt auf den Social Media Kanälen zur Show stellt kann halt auch nicht nur das positive davon ernten. Ist in anderen Lebensbereichen auch nicht anders!

  • Mr. Chinaman am 14.11.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Wenn jemand Todesdrohungen oder sonstiges erhält, dann wird das sicher auch seine Gründe haben. Not und Verzweifelung bringen die Wahre Natur des Menschen zum vorschein. Und die ist nun mal nicht Sozial und friedlich, sondern egoistisch und destruktiv. So ist die Natur, so ist der Mensch. Haben auch Einstein und Freud schon erwähnt. Schlussendlich schaut jeder für sich selbst und jeder bekommt, was er verdient. Da sind Beamte und Politiker keine Ausnahme.

    • Mario M. am 14.11.2019 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Chinaman

      Rechtfertigst und verteidigst du hier gerade Morddrohungen? Die Strafe von 2400.- ist ein Witz. Für solche Drohungen müsste mind. eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten unbedingt folgen. Was so eine Drohung auslöst bei den Betroffenen ist ganz schlimm

    einklappen einklappen
  • D.Hess am 14.11.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher Mieter sein reicht

    Um auf's übelste angefeindet zu werden brauche ich weder Politiker noch Staatsanwalt sein, einfacher Mieter reicht. Wir werden wegen von unserem Hauswart ganz übel angefeindet und gemobbt.... Tun kann man dagegen nichts weil die Beweise fehlen...im moment noch.