Nach abgesessener Haftstrafe

11. November 2019 12:24; Akt: 11.11.2019 12:29 Print

Der Mörder von Madiswil will zurück in die Freiheit

Er erschoss seine Schwägerin auf offener Strasse, nun hat der Todesschütze seine Strafe abgesessen. Die Behörden halten ihn jedoch immer noch für gefährlich.

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Im Oktober 2007 spielten sich auf dem Coop-Parkplatz in Madiswil schreckliche Szenen ab: Eine Frau wird von ihrem eigenen Schwager erschossen und verstirbt noch vor Ort. Ihre Leiche wird erst fünf Tage später in ihrem Auto gefunden.

Der Mörder wird nach aufwendigen Ermittlungen zu neun Jahren Haft verurteilt. Dieser wäre eigentlich bereits 2017 wieder frei gekommen. Seine Haftstrafe wurde jedoch verlängert, da die Behörden davon überzeugt sind, dass der Verurteilte weiterhin gefährlich ist. Heute lebt er in einer fürsorgerischen Unterbringung.

Täter will in die Freiheit

Nun möchte der 69-jährige Todesschütze wieder in die Freiheit. Er möchte zurück in sein Stöckli und dort seinen Lebensabend verbringen, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Der Mörder argumentiert, dass von ihm dort keine Gefahr ausgehe.

Dass der Mann demnächst zurück in sein Stöckli kann, ist jedoch unwahrscheinlich. Laut den Richtern würde er dort unausweichlich auf die Angehörigen seines Opfers stossen. Daher sei es ausgeschlossen, den Mann «ohne jede Vorbereitung» aus der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen.

Beschwerde gutgeheissen

Das Bundesgericht hat nun die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Oberaargau beauftragt, zu prüfen, welche Massnahmen sie anordnen kann, die weniger stark in die Persönlichkeitsrechte des Mörders eingreifen. Die Behörde muss definieren, unter welchen Bedingungen der Mann wieder alleine in die Freiheit kann. Der Verurteilte gab seine Tat nie zu, wurde jedoch im Nachhinein durch DNA und Fingerabdrücke an der Tatwaffe überführt.

(rc)