Region Olten

16. Februar 2019 12:30; Akt: 17.02.2019 09:56 Print

Toilettenfeuchttücher verstopfen Kläranlagen

Die Abwasserreinigungsanlagen im Kanton Solothurn stehen vor einer grossen Herausforderung: Toilettenfeuchttücher verstopfen die Anlagen und kosten die Betreiber viel Geld.

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Es sind nicht etwa grosse Werkzeuge oder andere grosse Gegenstände, die den Arbeitern der Abwasserreinigungen im Raum Olten Sorge bereiten. Die Übeltäter sind vielmehr die Feuchttücher in den Toiletten, wie sie Hunderttausende zu Hause haben. Sie legen die Pumpen lahm, weil sie sich nicht auflösen, sondern verknäueln, wie die «Solothurner Zeitung» schreibt.

«Eigentlich sind Feuchttücher nichts als ‹Bschiss› an der Bevölkerung», ärgert sich Ueli Obi, Klärmeister der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Region Grenchen. Die Hersteller würden den Leuten vorgaukeln, dass es umweltfreundlich sei, Feuchttücher das WC hinunterzuspülen.

Teure Gedankenlosigkeit

Besonders mühsam wird die Situation in den ARA beim ersten starken Regen im Sommerhalbjahr. In dieser Zeit werden besonders viel Feststoffe auf einmal angeschwemmt. Das Auf-, Zuschrauben und Putzen kann dann zwei bis drei Stunden dauern. Weil die ARA-Mitarbeitenden aus Sicherheitsgründen jeweils zu zweit arbeiten, kostet das Wegwerfen der Feuchttücher vier bis sechs Arbeitsstunden, und für das Unternehmen entstehen Mehrkosten.

«Es wäre schön, hätten wir die Fremdstoffe nicht im Abwasser», sagt Markus Bieli, Betriebsleiter der ARA Falkenstein (Oensingen). Neben Feuchttüchern denkt er besonders an Putzlappen und Tampons, die sich ebenso wenig auflösen. «Allein im letzten Jahr hat das Rechengut bei uns im Volumen um ein Viertel zugenommen.» Das kostet pro Tonne rund 140 Franken für die Verbrennung in der Kebag.

Nicht überall ein Problem

Nicht bei allen Kläranlagen im Kanton Solothurn sind die Feuchttücher aber ein Problem. Bei der grössten Anlage im Kanton, dem Zweckverband Abwasserregion Solothurn-Emme, seien die Tücher prinzipiell kein Problem: «Zu verdanken ist das der imposanten Grösse der Systeme, die die Vliese schlucken können», so der Geschäftsführer Markus Juchli.

(bho)