19. Juni 2006 22:25; Akt: 20.06.2006 12:46 Print

Transsexuelle sucht jetzt in Berlin das ganz grosse Glück

Seit ihrer Geschlechtsumwandlung ist genau ein Jahr vergangen: Nun hat es die Solothurnerin Sandra Lia Infanger nach Berlin verschlagen.

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«Eigentlich geht es mir so gut wie noch nie», sagt Sandra Lia Infanger (26). Ein Jahr nach der Geschlechts-OP zieht die Solothurnerin eine positive Bilanz: «Ich bin glimpflich davongekommen und hatte nur wenig Komplikationen.» Ein Wermutstropfen bleibt aber: «Es sieht halt einfach nicht natürlich aus.»

Nachdem ihre Politkarriere in der Schweiz ins Stocken geraten war und es auch mit der Liebe harzte, lebt Infanger nun seit einigen Monaten in Berlin. «Die Stadt hat mir viel zu bieten – ich bin täglich auf Entdeckungstour», sagt die Transsexuelle.

Langweilig ist ihr Leben in Deutschland sicher nicht: Ein Krisengespräch mit dem Arbeitgeber hat Infanger bereits hinter sich – und nach einem Wasserschaden in der Wohnung steht sie mit der Verwaltung auf Kriegsfuss. «Etwas anderes war von mir ja auch nicht zu erwarten», lacht die 26-Jährige. «Trotzdem bleibe ich vorerst in Berlin.»

Ihre Zelte in der Schweiz ganz abbrechen mag sie dennoch nicht: Die Solothurner Wohnung ist nach wie vor ungekündigt. Infanger gibt zu: «Manchmal denke ich sehnsüchtig an meine Arbeitsgspänli und mein Zuhause in der Schweiz.»

Raffaela Moresi