Friedhof in Grenchen

01. Februar 2019 13:27; Akt: 01.02.2019 13:27 Print

Trauernde dürfen keine Blumen mehr niederlegen

Auf den Gemeinschaftsgräbern in Grenchen sind Blumen oder Grabschmuck verboten – wegen des Grabmal-Reglements. Die Empörung in der Stadt ist riesig.

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Blumen oder persönliche Gegenstände niederlegen und eine Kerze anzünden. Zu Tausenden pflegen Angehörige die Gräber ihrer Liebsten, auch auf dem Friedhof in Grenchen. (Symbolbild) Doch damit soll nun Schluss sein: Im Grabmal-Reglement ist nämlich das Ablegen von Blumen- oder Grabschmuck auf der Wiese verboten, wie die «Solothurner Zeitung» am Freitag schreibt. Mittels einer Holztafel informiert die Friedhofsleitung die Besucher. «Gegenstände, die auf der Wiese liegen, werden vom Friedhofspersonal an die Mauer mit den Inschriften gelegt.» Grund für die Massnahme ist das Grabmal-Reglement, in dem geschrieben steht:«Blumen dürfen nur beim dafür vorgesehenen Ablageort vor den Inschriften niedergelegt werden.» Das Verbot löst auf Social Media eine Debatte aus. Unterstützung erhalten die Besucher des Friedhofs auch von Gemeinderätin Nicole Hirt. Diese gibt zu: «Die Annahme des Reglements in dieser Form war ein Fehler.» Mit einem Vorstoss möchte sie nun erreichen, dass Grabschmuck in Zukunft während den Wintermonaten und an Feiertagen auf der Wiese abgelegt werden darf. Bei der Stadt verantwortlich für den Friedhof ist die Baudirektion. «Wir haben aufgrund der Rückmeldungen der Bevölkerung entschieden, das Reglement praktisch umzusetzen», erklärt Stadtbaumeister Aquil Briggen. Das Verbot, Blumen nicht mehr niederzulegen, werde an Feiertagen nicht mehr durchgesetzt. Den Vorstoss von Nicole Hirt werde man beantworten und vermutlich eine Anpassung des Reglements vorschlagen.

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Blumen oder persönliche Gegenstände niederlegen und eine Kerze anzünden. Zu Tausenden pflegen Angehörige die Gräber ihrer Liebsten, auch auf dem Friedhof in Grenchen. Auf der Wiese des alten Gemeinschaftsgrabs wurden dort Gegenstände abgelegt, um der Liebsten zu gedenken. Doch damit soll nun Schluss sein: Im Grabmal-Reglement ist nämlich das Ablegen von Blumen- oder Grabschmuck auf der Wiese verboten, wie die «Solothurner Zeitung» am Freitag schreibt.

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Mittels einer Holztafel informiert die Friedhofsleitung die Besucher. «Gegenstände, die auf der Wiese liegen, werden vom Friedhofspersonal an die Mauer mit den Inschriften gelegt.» Grund für die Massnahme ist das Grabmal-Reglement, in dem geschrieben steht:«Blumen dürfen nur beim dafür vorgesehenen Ablageort vor den Inschriften niedergelegt werden.»

«Das ist eine traurige Sache»

Das Verbot löst auf Social Media eine Debatte aus. «Das kann ich wirklich nicht verstehen!» oder «Das ist eine traurige Sache, dass man nicht einmal mehr ein Lichtlein niederlegen darf» ist dort zu lesen. Unterstützung erhalten die Besucher des Friedhofs auch von Gemeinderätin Nicole Hirt. Diese gibt zu: «Die Annahme des Reglements in dieser Form war ein Fehler.» Jedes Reglement könne man aber ändern.

Mit einem eingereichten Vorstoss möchte sie erreichen, dass Grabschmuck in Zukunft während den Wintermonaten und an Feiertagen auf der Wiese abgelegt werden darf. «Trauer ist ein sehr emotionales Thema und sehr individuell. Dem sollte mit dem nötigen Feingefühl begegnet werden», sagt Hirt.

Stadt signalisiert Entgegenkommen

Für den Friedhof ist bei der Stadt die Baudirektion verantwortlich. «Wir haben aufgrund der Rückmeldungen der Bevölkerung entschieden, das Reglement praktisch umzusetzen», erklärt Stadtbaumeister Aquil Briggen. Das Verbot, Blumen nicht mehr niederzulegen, werde an Feiertagen nicht mehr durchgesetzt. Den Vorstoss von Nicole Hirt werde man beantworten und vermutlich eine Anpassung des Reglements vorschlagen.

(bho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • U.Brunner am 01.02.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Blumen

    ..Und viel mehr Blumen Während des Lebens, denn auf den Gräbern blühn sie vergebens. (Peter Rosegger)

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  • Peter Pan am 01.02.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wunsch der Verstorbenen

    Die Verstorbenen die ein solches Grab gewählt haben, wollten üblicherweise genau ein "anonymes" Grab und eben keine Blumen. Dehalb ist es eigentlich keine Frage des Reglementes, sondern, ob sich die Angehörigen an den Wunsch der Verstorbenen halten.

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  • Friedhof am 01.02.2019 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Friedhof

    Dies ist auch richtig so. Man kann ja Alternativgräber wie Erdgrab oder Urnenwand für seine Angehörigen wählen und nicht das Gemeinschaftsgrab. Blumen und Kerzen sind schnell hingestellt und werden zu 80% nicht mehr entsorgt wenn die Kerzen heruntergebrannt oder die Blumen verwelkt, vertrocknet oder erfroren sind. (Je nach Jahreszeit) und dies sieht auf dem Gemeinschaftsgrab auch nicht sonderlich gepflegt aus..... Also es gibt genug andere Varianten als Gemeinschaftsgräber mit hunderten von roten , leeren Friedhofkerzenbecher

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tochter am 01.02.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...........

    Beerdigt wird nur die Hülle. Mein Vater lebt in meinen Gedanken weiter.Er hat einen Platz in meinem Herzen.Ich zünde eine Kerze an,stell sie neben Vaters Photo und spreche mit Ihm.Friedhöfe sind für mich überflüssig .

  • VOGEL am 01.02.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht richtig

    Würde es um einen NICHT-Christlichen-Glauben handeln würde sich KEIN MENSCH erlauben dies zu verbieten. Trauernde Menschen sollte man nicht noch schikanieren.

  • Der SeheR am 01.02.2019 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beamte

    Das ist die Folge von zu vielen Unterbeschäftigten Beamten. 40% der Beamten entlassen dann haben die restlichen 60% genug Arbeit und keine Zeit für Blödsinn.

  • Maria am 01.02.2019 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Blumen

    Wer in Gemeinschaft seine letzte Ruhe findet akzeptiert die Gemeinschaftsregeln. Und Angehörige sollten sich nach den Wünschen des Verstorbenen richten.

  • Anne am 01.02.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freie Entscheidung

    Gemeinschaftsgräber sind eben "Schmuckfrei" . Für alle anderen gibts Einzelgräber. Und man sollte den Wunsch des Verstorbenen akzeptieren.