07. April 2005 23:15; Akt: 07.04.2005 23:15 Print

Treibstoff in Belp zu teuer: Flugzeuge tanken im Ausland

Seit Januar gibt es keinen subventionierten Treibstoff mehr für Privatflieger: Das bedeutet massive Umsatz-Einbussen für Bern-Belp. Die Piloten der Firmen-Flugzeuge tanken lieber im billigen Ausland.

Fehler gesehen?

«Ein weiterer Schritt, der unsere Wettbewerbsfähigkeit bedroht», klagt Flughafen-Direktor Charles Riesen. Mit dem Stopp für vergünstigten Treibstoff hat der Bund den Regionalflughäfen eine wichtige Umsatzquelle verbaut: Piloten von Firmen-Flugzeugen holen sich ihr Kerosin nun lieber im billigeren Ausland. Genaue Zahlen über die Einbussen gebe es zwar noch nicht: «Sie sind aber bedeutend», verrät Riesen.

Der Solothurner SVP-Nationalrat Roland Borer befürchtet, dass Privatflieger bald nur noch zum Parken
in der Schweiz sind: «Einen grösseren wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn gibt es nicht.» Hinzu kommt: Die Firmen erledigen nun auch Unterhalt und Catering im Ausland. Eine logische Folge, findet der Belper SVP-Nationalrat Rudolf Joder: «Alles fällt wie ein Kartenhaus zusammen.» Tatenlos zusehen wollen die beiden Politiker nicht: Sie planen einen Vorstoss, damit der Treibstoff wieder verbilligt wird. Auch der Kanton hat das Problem erkannt: «Der Wirtschaftsstandort Bern darf nicht gefährdet werden», sagt Adrian Studer vom Amt für Wirtschaft und Arbeit. Allfällige Gegenmassnahmen würden geprüft.

Raffaela Moresi