Demo vor Bundeshaus

06. Juni 2019 10:05; Akt: 06.06.2019 15:42 Print

Polizei stoppt Kunstblut-Aktivisten

In Bern findet eine unbewilligte Demonstration von Umweltaktivisten statt. Diese wollten Kunstblut auf dem Bundesplatz einsetzen.

Quelle: Leserreporter
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Die Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) hatte in den vergangenen Wochen unter anderem in der Westschweiz für Aufregung gesorgt. Rund 300 Aktivisten blockierten Mitte April in Lausanne mit einem Picknick auf der Grand-Pont-Brücke während einer Stunde den motorisierten Verkehr. Ähnliche Aktionen gab es bereits in zahlreichen Städten Europas.

Nun rufen die Aktivisten zu einer weiteren nicht bewilligten Aktion gegen die Umweltzerstörung auf. Am Donnerstagvormittag sollte vor dem Haupteingang des Bundeshauses Kunstblut vergossen werden, danach wollten die Beteiligten sich auf die Strasse legen.


Das Blut, das die Kapo nicht wollte

Die Kantonspolizei Bern hat den Aktivisten jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wurden von einem gut sichtbaren Polizeidispositiv erwartet, wie Jolanda Egger, Sprecherin der Berner Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Die Kantonspolizei habe vom Parlament den Auftrag erhalten, den Hauptzugang zum Bundeshaus für die Parlamentarier frei zu halten. Derzeit findet im Bundeshaus die Sommersession statt.

Die Aktivisten vergossen in der Folge einige Kübel Kunstblut auf dem benachbarten Bärenplatz – die Kapo erlaubte nicht, dass die rote Flüssigkeit auf den Bundesplatz gegossen wurde. Danach begaben sich die Demonstranten auf den Bundesplatz, wo sie ihrem Protest gegen die Umweltzerstörung auf Spruchbändern und in Statements Ausdruck verliehen.

Zutritt über Seiteneingang

Die Kantonspolizei Bern empfahl den Parlamentariern, während dieser Zeit das Bundeshaus über die Nebeneingänge zu betreten. Diese «Präventivmassnahme», wie sie Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti (SP/TI) nannte, stiess vielen Nationalratsmitgliedern sauer auf.

(sda)