«Mehrere Hunderttausend Franken»

05. Dezember 2019 11:44; Akt: 08.12.2019 11:48 Print

Unbekannte Schweizerin soll Vermögen erben

Franz Etschmann verstarb vor einem Jahr in Wien und hinterliess ein grosses Erbe. In Bern machen sich nun zwei Anwälte auf die Suche nach seiner Tochter, auf die ein Vermögen wartet.

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Zwei Wiener Erbermittler sind in Bern auf Spurensuche. Sie versuchen die uneheliche Tochter von Franz Etschmann aufzuspüren. Dieser ist 2018 verstorben. Als sein einziges Kind erwartet die Bernerin ein grosses Erbe von ihrem Vater, wie Tele Bärn berichtete.

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Drei Jahre in Bern

Der Österreicher Franz Etschmann zog 1961 von Wien in die Schweiz. Er wohnte knapp drei Jahre in Bern an sieben verschiedenen Orten. In dieser Zeit wurde er Vater einer unehelichen Tochter. 1964 verliess Etschmann Bern wieder, um nach Wien zurückzuziehen.

Dort lebte und arbeitete der gelernte Schlosser bis zu seinem Tod im Jahr 2018. In Österreich heiratete Etschmann auch zweimal – seine Ehen blieben jedoch kinderlos.

«Gehen von mehreren Hunderttausend Franken aus»

Nun sind die Wiener Erbermittler Markus Purkhart und Andreas Gres in Bern unterwegs, um die verschollene Tochter ausfindig zu machen. Laut ihren Schätzungen müsste die Schweizerin zwischen 55 und 57 Jahre alt sein.

«Wir würden gerne sagen, wie hoch das Erbe ist, wir wissen es aber nicht», sagt Purkhart. Die Erbermittler könnten aber bestätigen, dass der Betrag über das normale Hinterlassenenvermögen hinausgehe. «Wir gehen von mehreren Hunderttausend Franken aus», präzisiert der Wiener Erbermittler. Wie ein gewöhnlicher Schlosser zu einem solchen Vermögen kommen konnte, ist für die beiden Anwälte unklar.

Suche ist nicht einfach

Purkhart und sein Kollege werden eine Woche lang versuchen, die Erbin via Medien ausfindig zu machen. Falls dies nicht gelingt, gebe es nur noch eine Möglichkeit: «Wir können im Stadtarchiv 9000 Akten durchwühlen, in der Hoffnung, dass wir so die Tochter finden», sagt Purkhart. Dies würde mehrere Wochen dauern. «Falls wir keine Erbin finden, würde das Geld de facto an den österreichischen Staat gehen», so der Erbermittler zu 20 Minuten.

Roland Gerber, der Berner Stadtarchivar, ist der Sache gegenüber skeptisch eingestellt. «Es ist sehr kompliziert, wenn man über die Akten nach der Tochter suchen will», erklärt Gerber. Es sei nicht klar, ob es im Archiv noch Informationen zu Etschmanns Tochter gebe.

«Erstaunlich, wie wenige Testament hinterlassen»

Bis jetzt hätten sich nur wenige Personen gemeldet, die richtige Erbin sei nicht unter ihnen gewesen. Die Erbin müsse sich ausweisen können und beweisen, dass sie die gesuchte Tochter sei. «Eine Geburtsurkunde mit dem Namen des Vaters wäre ideal», sagt Purkhart. Aber auch ohne Urkunde sei es möglich, die richtige Erbin zu eruieren.

Solche Suchen nach verschollenen Erben sind für die hauptberuflichen Erbermittler keine Seltenheit. Auch dafür ins Ausland zu reisen, komme häufig vor. Purkhart: «Es ist erstaunlich, wie wenig Menschen ein Testament hinterlassen.»

Sind Sie oder kennen Sie die gesuchte Erbin? Hinweise zur Identität sind an folgende Adresse schicken:

Dr. Purkhart GMBH
+43 664 2800 150
gres@purkhart.com

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • noname am 05.12.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super Sache

    aber bis die Anwälte die Tochter gefunden haben, wird das Erbe schnell zum Honorar der Anwälte.. ;-)

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  • DLibertas am 05.12.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vater wär mir lieber gewesen

    Ich hätte definitiv lieber den Vater gehabt.

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  • Spassvogel am 05.12.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung Vieler.

    Könnte es sein, dass sich jetzt vor Weihnachten viele uneheliche Töchter melden...? ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Priska Kistler am 06.12.2019 03:20 Report Diesen Beitrag melden

    Etschmann Erbe

    Maleika Als uneheliches Kind hat die Erbin der ledige Nsme der Mutter bekommen , ev. wurde sie später noch adoptiert und trägt den Namen des Adoptivvater oder noch besser sie wurde von snfang sn belogen und wuchs als Kind des Ehemann und ihrer Mutter auf. Gibt viele möglichkeiten.

    • Mann Oh Mann us Zrüich am 06.12.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Einmal durchlesen

      Sinngemäss richtig, aber voller Schreibfehler. Einmal durchlesen wäre angesagt bevor man es verschickt. Habe mir angewöhnt alles durch ein Korrekturprogramm laufen zu lassen. Einfacher zum lesen. Danke

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  • MonaLisa am 05.12.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ermittlungen nach Erben

    Der Verstorbene hat pflichtbewusst Alimenten bezahlt+das kann man belegen.Auch Jahre später!Sollten v.Verstorbenen DNS gesichert worden sein,werden diese in einer Datenbank eingegeben.Ist die Erbin nicht Vorbestraft wird es schwieriger aber nicht unlösbar.Im Staatsarchiv-CH ist alles ersichtlich wo/wie+wann der Verstorbene bezahlt(od.aber nicht bezahlt hat)Er überwies in der+in die CH+dort wäre ein Anfang zu machen unter seinem Namen.Er zahlte d.Mutter seines Kindes.Das kann man nachvollziehen.Da müsste A die Hebel setzten+keine Rechtsanwälte.Das sollte Länderübergreifend möglich sein.

  • Jakob Isler am 05.12.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchen bis gefunden

    Hoffentlich wird die Erbin gefunden, das Geld soll definitiv nicht an den Staat gehen. Das wäre die absolute Geldverschwendung.

  • Nico am 05.12.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hände weg!

    Wenn dann erst einmal alle Steuern, Gebühren, Honorare usw. bezahlt sind, bleibt der Erbin vermutlich nichts mehr übrig. Ich gehe sogar sehr stark davon aus, dass sie noch Geld aus ihrer eigenen Tasche geben müsste um all das zu bezahlen!

  • lb am 05.12.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woher?

    mir ist ein Rätsel woher die Beamten wissen, dass überhaupz eine uneheliche Tochter gibt.