Glasscherben um Burgdorf

16. April 2019 17:32; Akt: 16.04.2019 17:32 Print

Über hundert Flaschen aus fahrendem Auto geworfen

Entlang einer Strasse wurden Hunderte zerbrochene Glasflaschen gefunden. Seit Anfang Jahr häufen sich solche Fälle in der Region. Kapo und Bevölkerung rätseln.

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Zerbrochene Glasflaschen sammeln sich seit mehreren Monaten auf den Strassen rund um Burgdorf, Utzenstorf und Hindelbank. Über 20 Meldungen gingen seit Januar diesbezüglich bei der Kantonspolizei Bern ein. Erst letzten Sonntag wurden erneut über hundert Glasflaschen auf der Hauptstrasse von Hindelbank nach Oberburg gefunden. Die Kapo geht davon aus, dass die Flaschen aus einem fahrenden Auto geworfen wurden, und sucht nun nach Zeugen.

Die Scherben lagen nicht nur auf der Fahrbahn, sondern auch an Strassenböschungen oder im angrenzenden Wiesland, was die Reinigungsarbeiten massiv erschwerte. Die Kosten belaufen sich laut Kapo bislang auf mehrere tausend Franken.

Die Täter schlagen laut der Kapo vorwiegend an den Wochenenden zu und würden den Müll meist ausserhalb von Siedlungen aus einem Auto werfen. So auch am Wochenende. In Hindelbank rätselt man derweil über die Identität der Vandalen.

«Überall wird Müll illegal entsorgt»

«Es ist schrecklich, dass manche Leute ihre Abfälle einfach aus dem Auto werfen», sagt eine Frau aus Hindelbank zu 20 Minuten. Sie geht davon aus, dass der Unbekannte zu faul ist, seinen Müll fachgerecht zu entsorgen und deswegen seine Abfälle auf den Landstrassen der Region entsorgt. Ihr sei schon seit mehreren Wochen aufgefallen, dass sich immer mehr Müll am Strassenrand sammele.

Ein 55-jähriger Hundehalter aus dem Nachbardorf ist da anderer Meinung. Er vermutet, dass ein genervter Anwohner seiner Wut Luft machen wollte, da auf besagtem Strassenabschnitt immer wieder Raser unterwegs seien. «An den Wochenenden fahren hier viele mit überhöhter Geschwindigkeit», so der Mann. Er geht davon aus, dass sich ein Anwohner an dem Motorlärm störe und deswegen einen Unfall provozieren wolle. Ein junger Strassenbauer aus der Region sieht das Ganze weniger dramatisch: «Es wird ja ohnehin überall illegal Müll entsorgt.»

Kapo sucht Zeugen

Die Kantonspolizei kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob es zwischen den verschiedenen Meldungen einen Zusammenhang gibt oder es sich gar um denselben Täter handelt. Sie sucht deswegen Zeugen, die in der Region verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

(rc)