Unfall im Kandertal BE

01. Juli 2018 11:10; Akt: 02.07.2018 09:31 Print

«Sie quetschten sich zu fünft in dieses Kistchen»

Am Samstagnachmittag stürzten fünf Menschen im Kandertal aus einer Transport-Seilbahn, zwei wurden schwer verletzt. Es handelt sich offenbar um eine Älplerfamilie.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sie stürzten aus der Transportseilbahn in unwegsames Gelände und mussten mit dem Helikopter gerettet werden: In Reichenbach im Kandertal BE sind bei einem Unfall mit einer privaten Seilbahn am Samstag vier Menschen verletzt worden, zwei davon schwer.

Kritisch sei der Zustand der Verletzten – eine Frau und ein Mann – jedoch nicht, wie Sarah Wahlen, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt.

Seilriss in 10 Metern Höhe

Bei den Verunfallten handelt es sich laut einem Bericht des «Blicks» um eine Älplerfamilie. Insassen der Bahn seien ein 56-jähriger Bauer, dessen 46-jährige Ehefrau, die beiden Kinder des Paares und der Partner einer der Töchter gewesen.

Über die Unfallursache besteht nach wie vor Unklarheit. Die Kantonspolizei ermittelt, sagt Mediensprecherin Sarah Wahlen gegenüber 20 Minuten. Abgeklärt werden muss auch, ob mit der betreffenden Transportseilbahn auch Personen transportiert werden durften.

Möglicherweise wollte die Familie sich den rund 45-minütigen Fussweg zur Talstation auf 1650 Meter sparen und stieg deswegen in die kleine Kiste des privaten Bergbähnli. Offenbar riss dann das Seil und es kam zum Drama: Die Familienmitglieder stürzten aus rund 10 Metern Höhe auf das unwegsame Steilhang-Gelände.

Mit dem Rettungsheli ins Spital

Während der Bauer und seine Ehefrau beim Aufprall schwer verletzt werden, kommen ihre Töchter mit leichten Verletzungen davon, können das Spital noch am gleichen Tag wieder verlassen. Der Freund der Familie hat grosses Glück, bleibt beim Sturz unverletzt.

Die Bergung der Opfer ist angesichts des schwer zugänglichen Geländes schwierig. Zwei Helikopter der Rettungsflugwacht und ein Helikopter der Air Glaciers fliegen die Verletzten in verschiedene Spitäler.

Vor Ort findet 20 Minuten am Sonntag das Unfallbähnli vor. «Offenbar haben sie sich zu fünft in dieses Kistchen gequetscht», sagt ein Anwohner vor Ort, «die haben riesiges Glück gehabt».

(jdr/sda)