Tag danach

25. Juli 2014 11:19; Akt: 25.07.2014 17:56 Print

Unwetterschäden in Schangnau sind immens

Am Tag danach in der Gemeinde Schangnau: Die Schäden gehen in die Millionen, die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang und die gesamte Schweiz zeigt sich solidarisch.

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«Die Nacht war glücklicherweise ruhig», sagt Markus Grossenbacher , Regierungsstatthalter des Emmentals. Nun aber, seit Tagesanbruch, zeigen sich die Folgen des Unwetters vom Donnerstag in ihrem vollen Ausmass: geflutete Felder, zerstörte Häuser und Schäden in Millionenhöhe.

Die Stimmung in Schangnau ist sehr gedrückt. Trotzdem: «Die Schangnauer beklagen sich nicht, sondern packen an und helfen einander gegenseitig,» erzählt Grossenbacher. Unterstützung erhalten sie zudem vom Zivilschutz. Als Erstes werden nun die unter Wasser stehenden Kellerräume ausgepumpt. Hier sei Eile geboten, denn die schlammigen Wassermassen würden beim Trocknen hart wie Beton werden.

Zudem werden auch die Bachläufe geräumt und vom gesamten Schwemmholz befreit. Bei einem erneuten Gewitter müssen die Bäche frei sein, damit sie nicht sofort wieder über die Ufer treten. «Der morgige Tag macht uns noch grosse Sorgen, in der Schweiz sind erneut Regenfälle prognostiziert», fürchtet sich Grossenbacher im Namen der Schangnauer. Er hofft, das Emmental werde dieses Mal verschont bleiben.

Hilfe aus der ganzen Schweiz

Die Solidarität mit den Emmentalern ist schweizweit gross: «Es melden sich Leute aus der ganzen Schweiz, die uns bei den Räumungsarbeiten helfen wollen.» Das Angebot wird geschätzt, aus Koordinationsgründen müsse man aber momentan auf diese Hilfe verzichten. «Wir haben aber ein Konto mit dem Vermerk «Unwetterschäden» eingerichtet, auf das Spendengelder eingezahlt werden können.» Es laufen auch Verhandlungen mit der Glückskette über einen allfälligen Spendenaufruf. Denn eins ist im Emmental allen klar: Die Schäden sind immens.

Das Hochwasser im Emmental am Donnerstag, 24. Juli:

Am Freitag waren die Einsatzkräfte vor allem bemüht, die Bachläufe von Geröll und Holz zu befreien. Damit will man sich auch gegen allfällige neue Gewitter wappnen. Das Ausräumen der Bachläufe habe jetzt Priorität, sagte der Emmentaler Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher auf Anfrage. Denn so wolle man verhindern, dass die Bäche wieder über die Ufer treten, falls es wieder stark regnen sollte.

Erneut starke Regenfälle gemeldet

Gemäss Wettervorhersage sei im Schadengebiet von Samstag bis Sonntag wieder mit erheblichen Regenfällen zu rechnen, teilten die Behörden am Freitagabend mit. Dies gebe zu einiger Besorgnis Anlass. Die Einsatzkräfte hatten auch am Freitag mit Hochdruck daran gearbeitet, verschüttete Verkehrswege zu öffnen. Das Schadengebiet Bumbach ist vorläufig für den Allgemeinverkehr immer noch ab Schangnau gesperrt.

Die Wasser- und Stromversorgung sei gewährleistet, schreiben die Behörden weiter. Ebenso funktioniere die Kanalisation. Die betroffene Bevölkerung konnte zum Teil wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Am Freitag wurden nach wie vor Keller ausgepumpt.

Für die beiden Holzbrücken in Schangnau beziehungsweise Eggiwil, die von den Fluten weggespült wurden, gebe es inzwischen eine Lösung, sagte Grossenbacher weiter. Die Armee werde zwei Notbrücken bauen und hierzu die Arbeitskräfte und die Geräte stellen. Die Gemeinde besorgt das Material und einen Ingenieur.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gigi S. am 25.07.2014 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Tut endlich was.

    Wie lange dauern die verhandlungen - ewig. All die Vereine sammeln immer nur fürs Ausland. Da zahle ich keinen Cent mehr. Wir sind ja nicht wichtig. Wo sind die Baufirmen welche gratis Bagger stellen. Die Hilfswerke sonnen sich lieber im Ausland

  • ämmitauer aber nid schangnouer am 25.07.2014 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt seit ihr gefragt...

    mal sehn ob das schweizer volk die eigenen landsleute auch so unterstützt... doch die meisten schicken das geld ja lieber ins ausland... welch eine schande!

  • Berner am 25.07.2014 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kopf hoch!

    Habe gerade was überwiesen. Wir waren 1987 auch froh, dass man uns unterstützt hat!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beatrice am 26.07.2014 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein schangnauer ist faul im Gegenteil

    warum wird eigentlich dermassen gegen die Bauern gehetzt von wegen die erhalten direktzahlungen!? aber ist ja logisch das es die nicht braucht Milch Fleisch usw. gibt's ja in coop und Migros!! Aber wer produziert das ganze etwa Städter vom sofa aus? Nein dazu braucht es Bauern die Landschaft wird gepflegt ebenso die Tiere. da finde ich solche Kommentare komplett daneben ich kenne eine schangnauer Familie die hat alles verloren.Und wirklich alles bis zum haus Man lebt halt wo man ist. Ich selbst lebe auch im Emmental

  • max müller am 26.07.2014 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieber hier spenden!

    ja klar spendet nur geld nach afrika und all den schönen ländern. das machen wir ja seit den 80er jahren und verändert hat sich nichts. nach meiner meinung müsste dort schon gold in den flüssen fliessen. wir haben hier in unserem land genug arme menschen so wie kinder die michts haben. spenden bei solchen katastrophen sollte klar sein. alles linkes geschwätz hier!

  • Benny G. am 26.07.2014 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Armee

    habe eine allgemeine frage...wo bleibt die schweizer Armee mit den Rettungstruppen? jetzt wäre der richtige Zeitpunkt eingetroffen um diese Männer (Soldaten) zu alarmieren! Habe mit der Feuerwehr auch schon Hochwassereinsätze hinter mir und bei dieser gewaltigen Zerstörung, ist die Feuerwehr und Zivilschutz masslos überfordert! Man würde besser in solche Sachen investieren, wo man in der Bevölkerung wirklich brauch als Flieger und anderen Schrott zu kaufen! Und ja....werden die aus dem Ausland auch Spenden für unsere Landsleute, so wie wir das immer machen für andere Länder? ich bin gespannt!

    • Till Sitter am 26.07.2014 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Benny G.

      Wieso soll das Ausland für die Schweiz spenden, so wie die Schweiz das Ausland immer beschimpft, arrogant immer behauptet wir seinen die Besten, die klügsten, die demokratischsten und die anderen seien nur Diktaturen ? ?

    • T. Joss am 26.07.2014 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Spenden????

      Da kann ich nur zustimmen!!!! Wo sind die Spendenaufrufe??? Wärs im Ausland so hätte man da schon längst alles in Gang gesetzt! Man könnte ja anstatt Feuerwerk kaufen das Geld spenden!

    • Reto B. am 26.07.2014 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt ist die Armee recht, oder !

      Die Armee gibt es eben nicht mehr 365 Tage im Jahr da man eben der Armee gar nichts mehr geben will und darum hat BR Maurer das richtig getan und kauft nur noch das notwendigste und es sind nur noch die absolut wichtigsten Verbände mehr oder weniger im Einsatz. Das CH-Volk sollte halt vorher überlegen bei Abstimmungen und dazu gehören eben auch Flieger und all der andere Schrott ! Nur so funktioniert eine Armee. Entweder wir wollen eine Armee mit allem oder gar nicht und dann braucht Ihr auch nicht zu jammern, dann können ja alle die motzen ein Schaufel packen und da hin fahren !

    • Chris am 26.07.2014 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Wie recht du hast !!!

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  • Franco am 26.07.2014 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch alles versichert....

    Wozu spenden ? Ist doch eh alles versichert.....unfassbar was hier für ein Aufstand gemacht wird, spendet das Geld lieber für wichtige humanitärer Projekte in Ländern denen es wirklich schlecht geht !!

    • toto am 26.07.2014 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ franco

      wieso sollte man geld ims ausland spenden? wir haben hier auch genug probleme, nicht aus hochwasser bezogen, hört also auf geld in amdere länder stopfen wenn probleme noch vor der tür liegen!!

    • Franco am 26.07.2014 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Luxusproblemchen

      Unsere Luxusproblemchen hier im Wohlstandsland Schweiz sind wohl kaum mit den Katastrophen in anderen Ländern zu vergleichen...

    • peter am 26.07.2014 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unverständlich

      Gibt halt Menschen die spenden lieber für ein paar versicherte Gebäude als für verhungernde in anderen Länder... Verständlich ?? Nein !!!!

    • Erika am 26.07.2014 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Welche Probleme ???

      @toto: welche Probleme haben wir denn in CH ? Hungerkatastrophen ? Naturkatastrophen ? Epedemien ? Massive Armut ?? Unsere Probleme sind ein Furz gegen das was in anderen Ländern abgeht. Sie sind wohl aber einer der nix ins Ausland spendet bevor hier nicht jeder 3 mio fränkli aufm Postkonto und Eigenheim hat...

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  • gizmo am 26.07.2014 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie bitte

    Aus koordinationsgründen müsst ihr auf hilfe beim aufräumen verzichten aber die leute im gegenzug um spenden bitten, geht ja mal gar nicht. Naja von mir gibts kein rappen