Serienvergewaltiger

19. Februar 2020 04:47; Akt: 19.02.2020 04:47 Print

Kripo weiss alles über ihn, doch gefasst ist er nicht

Er soll ein Einzelgänger sein, Nachtclubs besuchen und im Unterwallis heimisch sein: Seit den 90ern versucht die Kapo einen Serienvergewaltiger zu fassen.

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Die Walliser Behörden fahnden seit fast 30 Jahren nach einem Serienvergewaltiger. Der sogenannte «Vergewaltiger mit der Maske» soll in den Jahren 1993 bis 2000 mehrere Frauen im Unterwallis missbraucht haben. Obwohl die Ermittler den Mann noch nicht identifizieren konnten, scheinen sie ihn genau zu kennen. Über den Verbrecher konnten Profiler in all den Jahren die unterschiedlichsten Details herausfinden. Über den Charakter des Mannes wissen die Ermittler folgendes: «Er hat wenig Achtung vor sich selbst und fühlt sich mittelmässig. Er hat Schwierigkeiten, eine normale Beziehung und eine dauerhafte emotionale Verbindung mit einer Frau einzugehen und benutzt sie wie einen Gegenstand. In Anwesenheit einer Frau verliert er sein Selbstvertrauen.» Der Mann wird als Einzelgänger eingeschätzt. Laut den Profilern soll er regelmässig Nachtlokale besuchen – oder zumindest damals – besucht haben. Der Mann, der unter anderem auch Erektionsprobleme hatte, sei ein Spanner. Arbeitete der Täter in den 90er-Jahren in einem Spital? Hatte er in seinem Alltag Zugriff auf medizinische Produkte? Während den Taten soll der Mann jeweils Chirurgen-Handschuhe getragen haben. Auch hatte er stets eine Taschenlampe Typ «Maglight» und eine Pistole dabei. Erstere benützte er, um die Körper der Opfer zu beleuchten. Die Pistole, um die Frauen zu bedrohen. Die Tatorte sollen ihm «gut bekannte Orte» gewesen sein. Vermummt tauchte er überfallartig auf und bedrohte seine Opfer auf dem Heimweg mit einer Pistole. Waren seine weiblichen Opfer in Autos unterwegs, zwang er sie, in die Baumgärten in Bramois oder ... ..in der Region Mont-Chemin bei Martigny zu fahren. Der Täter zwang die Frauen jeweils zu oraler Befriedigung oder Analverkehr, vergewaltigte und verletzte sie. Opfer, die zu Fuss auf dem Heimweg waren, zog der Täter in das Untergeschoss eines Gebäudes und zwang sie dort zu sexuellen Handlungen. Mit der Veröffentlichung all dieser Details hofft die Polizei bis heute, dass bei jemanden ein Licht aufgehen könnte.

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Im aktuellen Fall der Vergewaltigung in Basel verging nur wenig Zeit, bis die mutmasslichen Täter eruiert werden konnten. Einer der beiden Verdächtigen hat sich inzwischen der Polizei gestellt, sein 17-jähriger Komplize versteckt sich bislang noch im Ausland.

Während die Basler Polizei die entscheidenden Hintergründe des Falls schnell ans Licht bringen konnten, suchen andere Ermittler in gleichgelagerten Delikten manchmal auch über Jahre nach der Täterschaft. Die Vergewaltigung in Emmen LU von 2015 etwa konnte noch immer nicht gelöst werden. Auch die Walliser Behörden fahnden inzwischen schon seit fast 30 Jahren nach einem Serienvergewaltiger. Der sogenannte «Vergewaltiger mit der Maske» soll in den Jahren 1993 bis 2000 mehrere Frauen im Unterwallis missbraucht haben.

«Trotz intensivster Ermittlungen konnten wir den Täter noch nicht aufspüren», sagt der Walliser Polizeisprecher Stève Léger zu 20 Minuten. Noch immer hofft die Polizei auf den einen entscheidenden Hinweis – nach wie vor ist ein Zeugenaufruf der Kripo aus dem Jahr 2005 online.

Eigentlich weiss man alles...

Obwohl die Ermittler den Mann noch nicht identifizieren konnten, scheinen sie ihn genau zu kennen. Über den Verbrecher konnten Profiler in all den Jahren die unterschiedlichsten Details herausfinden. So sind Signalement, Charaktereigenschaften, Verhaltensmuster und etwa auch das genaue Tatvorgehen des Serienvergewaltigers bekannt.

Taten
Mit Pistole gedroht

Die Vergewaltigungen fanden in den 90er Jahren allesamt im Unterwallis statt. Die erste bekannte Tat soll der Mann 1993 begangen haben, die letzte aktenkundige im 2000. Die Tatorte sollen ihm «gut bekannte Orte» gewesen sein. Vermummt tauchte er überfallartig auf und bedrohte seine Opfer auf dem Heimweg mit einer Pistole.

Waren seine weiblichen Opfer in Autos unterwegs, zwang er sie, in die Baumgärten in Bramois oder in der Region Mont-Chemin bei Martigny zu fahren. Er versuchte dabei, möglichst keine Spuren zu hinterlassen: «Um zu verhindern, dass die Opfer die zurückgelegte Strecke sehen konnten, zog ihnen der Vergewaltiger jeweils einen Sack oder auch eine Jacke über den Kopf», wissen die Kriminalisten. Zudem band er den Frauen mit einer Schnur oder einem Kabelbinder die Hände auf den Rücken.

Opfer, die zu Fuss auf dem Heimweg waren, zog der Täter in das Untergeschoss eines Gebäudes und zwang sie dort zu sexuellen Handlungen. Der Täter zwang die Frauen jeweils zu oraler Befriedigung oder Analverkehr, vergewaltigte und verletzte sie.

Aussehen
Bleicher Typ und Raucher

Gemäss Aussagen der geschädigten Frauen soll es sich um einen Raucher handeln. Eingeprägt hatten sich die Opfer auch die bleiche Gesichtsfarbe des Mannes. Es scheint sich beim Täter allgemein um einen eher blonden Typen zu handeln: «Er hat helle tiefliegende Augen und hohe Backenknochen. Seine Nase ist eher lang und gebogen», wird weiter detailliert beschrieben. Zudem soll er stehts eine Art Sturmmaske getragen haben. Bei der Publikation des Zeugenaufrufs im 2005 soll der Vergewaltiger zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen sein. So dürfte der Gesuchte heute zwischen 45 und 55 Jahre alt sein.

Verdächties
Chirurgen-Handschuhe und Lampe

Arbeitete der Täter in den 90er-Jahren in einem Spital? Hatte er in seinem Alltag Zugriff auf medizinische Produkte? Während den Taten soll der Mann jeweils Chirurgen-Handschuhe getragen haben.

Auch hatte er stets eine Taschenlampe Typ «Maglight» und eine Pistole dabei. Erstere benützte er, um die Körper der Opfer zu beleuchten. Die Pistole, um die Frauen zu bedrohen.

Charakter
Wenig Selbstvertrauen

Obwohl die Profiler dem Mann wohl bis heute nie begegnet sind, können sie den Gesuchten ziemlich genau einschätzen. Über den Charakter des Mannes wissen die Ermittler folgendes: «Er hat wenig Achtung vor sich selbst und fühlt sich mittelmässig. Er hat Schwierigkeiten, eine normale Beziehung und eine dauerhafte emotionale Verbindung mit einer Frau einzugehen und benutzt sie wie einen Gegenstand. In Anwesenheit einer Frau verliert er sein Selbstvertrauen.»

Aufenthaltsort
Allein in Nachtlokalen

Der Mann wird als Einzelgänger eingeschätzt. Laut den Profilern soll er regelmässig Nachtlokale besuchen – oder zumindest damals – besucht haben. Der Mann, der unter anderem auch Erektionsprobleme hatte, sei ein Spanner.


Wissen Sie was? Melden Sie sich!
Mit der Veröffentlichung all dieser Details hofft die Polizei bis heute, dass bei jemanden ein Licht aufgehen könnte. «Erinnert Sie die Beschreibung des Täters an jemanden? Denken Sie einen hilfreichen Hinweis zu haben? Wurden Sie Opfer eines sexuellen Übergriffs?» fragen die Ermittler. Wer etwas zur endgültigen Lösung der Fälle sagen kann, soll sich nach wie vor bei der Kantonspolizei Wallis, genauer beim Chef der Kripo in Sitten, melden. (E-Mail: help@police.vs.ch; Postadresse: Kantonspolizei Wallis Chef Kr II Kripo PF 1119 1951 Sitten)

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