Nach Fehlentscheid im Emmental

15. Mai 2019 17:18; Akt: 15.05.2019 23:05 Print

Videobeweis für einen faireren Schwingsport?

Böse Zungen behauten, beim Emmentalischen Schwingfest in Zäziwil hätte ein lokaler Schwinger Heimvorteil gehabt. Ein Seeländer verpasste deswegen gar seinen zweiten Kranz.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Schwingsport und seine Bösen sind bekannt für Fairness und Kollegialität – «wir wollen sauberen und fairen Sport und verurteilen jedes unerlaubte Hilfsmittel zur persönlichen Leistungssteigerung», steht so auch im Leitbild des Eidgenössischen Schwingverbands.

Jetzt gibt aber der 6. Gang des Emmentalischen Schwingfest in Zäziwil vom vergangenen Wochenende zu reden. Dieser hätte nicht ganz dem gängigen Sportgeist des Schweizer Traditionssports entsprochen, melden Insider dem «Bieler Tagblatt».

Onkel soll geschummelt haben

Doch was ist passiert? Burger Matthieu (17) und der Einheimische Gasser Dominik (16) trafen im Sägemehl aufeinander. Für die zwei jungen Schwinger ging es bei diesem Gang um viel; beide hatten die Möglichkeit auf einen Kranz. Dann, plötzlich, als der auswärtige Seeländer überrollte, wurde der Kampf abrupt für entschieden erklärt – ein Tischrichter kürte den Emmentaler Schwinger von seinem Platz aus zum Sieger. Dies, obwohl der gegnerische Böse aus dem Seeland wohl nicht wirklich auf dem Rücken gelegen hatte.

Dieser Fehlentscheid soll laut Insidern kein Zufall gewesen sein. «Am Pult sass nämlich ein Verwandter des Emmentaler Schwingers: der Onkel», heisst es so in der Zeitung. Der Neffe habe also wohl vom Heimbonus profitiert und somit seinen ersten Kranz geschwungen. Dies zum Nachteil des 17-jährigen Seeländers, der mit Platz 10 kranzlos ausging.

Videobeweis im Kampf der Bösen

Im Bieler Tagblatt wird jetzt die Frage gestellt: Braucht es nun auch im Schwingen einen Videobeweis? 20 Minuten hat diverse involvierte Personen kontaktiert – und hat unisono dieselbe Antwort erhalten: «Videobeweis? Ja nicht!»

Fehlentscheide könne es geben, heisst es gar bei der Familie des benachteiligten Schwingers. «Ob fair oder nicht, es geht weiter», sagt dessen Vater Bernhard Burger. Glück und Pech lägen beim Schwingsport eng beieinander – «beim nächsten Mal wird das Glück dann vielleicht auf der Seite meines Sohns liegen.» Auch der Präsident des Seeländischen Schwingerverbands meint ganz rittelrich: «Fehlentscheide können passieren; Videobeweise wollen wir dennoch nicht.»

(20M)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • arno am 15.05.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausstand

    Braucht es nich, aber auch keinen Onkel oder Götti am Tisch. Ist ein Verwandter im Ring muss der verwandte Kampfrichter in den Ausstand. Das ist alles!

    einklappen einklappen
  • Pedro am 15.05.2019 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absoluter Schwachsinn

    Im Schwingen gab und wird es immer auch mal wieder eine Fehlentscheidung geben. Schwach ist sicher, dass der Onkel nicht von sich seinen Platz am Kampfrichtertisch geräumt hat und in den "Ausstand" getreten ist. Im Gegensatz zu Fusballern akzeptieren die Schwinger eine Fehlentscheidung, man weiss, einmal ist für und eine anderes Mal gegen mich. Eine Hochgeschaukelte Geschichte der Medien, sonst nichts.

  • Ueli Domintsch am 15.05.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oje..

    hörte schon in 6. Gang auf...? Oje, als Schwinger bekomme ich bei diesem Artikel Augenkrebs..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul J. am 16.05.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Von mir aus abschaffen

    Diese übergrossen Schwingfeste sollten ganz angeschafft werden. Kennt man sich dann wird gegschaut. Geht nur noch um viel Geld und um darum alles Strassen zu verstopfen.

    • Jule am 16.05.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      dann aber alle...

      Dann sollte man aber alle Sportveranstaltunge abschafen. Es geht in jedem Sport sicherlich um mehr Geld als im Schwingsport.

    • Paul J. am 16.05.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Interessiert doch nur Landeier

      Diese Bratwurst Feste mit 30'000 Zuschauern sind wohl nicht das gleiche wie ein Match mit 5000 Leuten. Munigrinde im Sägemehl die Zeiten sind doch hoffentl. bald vorbei.

    • Jule am 16.05.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Landei als Stadttschalppi

      Die Munigrinde mögen wenigstens etwas aushalten. Jeder Fussballer sollte mal ein paar Trainings bei den Schwingern machen, denn die Fussballer liegen ja nach jeder Berührung einer Ameise am Boden und jaulen.....

    • Padi am 18.05.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul J.

      Da gäbe es eine andere Sportart wo ich eher für eine Abschaffung wäre. Auch dort wird je nach Marsch die Stadt verstopft und je nach Ergebnis wird randaliert und demoliert. Sowas gibt es beim Schwingsport nicht. Keine Hirnlose möchte gern FNs

    • Thomas am 18.05.2019 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul J.

      Im Tennis geht es um viel Geld. Die Schwinger bekommen in erster Linie Naturalgaben und an manchen Schwingfesten kleinere Einheitspreise oder nichts. Ich hoffe nur das du immer schön auf deinem Sofa bleibst und keine verkehrsbehinderung bist.

    einklappen einklappen
  • Beat Brügger am 16.05.2019 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bschiss

    Der Schwingsport ist seit längerem bekannt für schummeleien das ist nichts Neues. Fast an jedem Schwingfest giebts solchen Bschiss.

  • Rita Reutistein am 16.05.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Tournierformen

    Eigentlich müssten die Swinger jeden andern mal auf den Rücken legen. Nur so kan der Chef erkoren werden. Swinger anlässe sollten länger gegen. Aber für eine erfolgreiche Karierre muss viel geübt werden im dunklen Swingkeller.

  • Albert am 16.05.2019 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stolz

    Unfaire kämpfer und deren anhang bringen es nicht weit im sport so auch im schwing sport nicht. Auf solche personen ist niemand stolz und der kranz hat nicht den stellenwert den er wirklich hätte

    • kiki am 16.05.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

      schön gesagt

      Leider ist der Sportgeist, bei Sportarten wo Geld im Spiel ist nicht mehr da. Da geht es nur um Kohle. So schade um den eigentlichen Sinn, der Sport mal hatte. Gesundbleiben und sich fair gegenüber dem Gegner zeigen. Alles nicht mehr inn heute.

    einklappen einklappen
  • Andy am 16.05.2019 04:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schwingen! Der Ring Richter entscheidet

    Habe in meiner Jugend selber den Sport gefrönt! War aber fürcherlich Schlecht darin. Doch das Bewertungsystem der Kämpfe blieb und bleibt mir ein Buch mit 7.Siegeln bis heute. Doch ob elektronische Technik Analyse hier hin gehört ist für mich ein Ding das die Welt nicht braucht! Es ist eine Volks- und Amateursport (bis auf ein paar Profis), und das soll es auch bleiben. Die Technik macht den Sport nicht gesünder und besser.