Zibelemärit

28. November 2016 18:53; Akt: 28.11.2016 18:53 Print

Volk und Promis feiern ein ganz anderes Fest

Das Berner Strassenfest hat zwei komplett verschiedene Seiten: Während sich Berner Prominente in schicken Lokalen treffen, prostet sich das Volk draussen mit Glühwein zu.

Stimmen und Eindrücke vom Zibelimärit gibts im Video.
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Küsschen hier, Gratulationen da: Alec von Graffenried wird am Montagmorgen im Salon Trianon im Schweizerhof von allen Seiten mit netten Worten zugedeckt. Er hat sich nach dem Wahlabend am Morgen schon wieder in Schale geworfen, um mit Berns Elite anzustossen.

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Es ist Zibelemärit und die Vereinigung Bärentrust verleiht den Bäredräck 2016, weshalb sie zum Zibelemärit-Zmorge im edlen Hotel lud. Es ist ein Traditionsanlass: Wer im politischen oder gesellschaftlichen Leben der Stadt Bern etwas zu melden hat, wird persönlich eingeladen.

Volk und Elite feiern ein ganz anderes Fest

Häppchen für die Elite

Das Buffet lässt keine Wünsche offen: Warmer Zibelechuechä, Schinken, Brötchen aller Art, Käse, Orangensaft und Weisswein. «Ich bin jedes Jahr eingeladen, weil ich selber einmal den Preis erhielt», sagt Schauspielerin Heidi Maria Glössner. Sie posiert mit Alec von Graffenried für ein Foto. «Er wird Stapi, ganz bestimmt.» Der Politiker freut sich. Ob er denn geschlafen habe? «Vier Stunden, vielleicht auch dreieinhalb», sagt er und geht weiter, denn er müsse zum nächsten Anlass. Unterwegs schüttelt er andere Hände, kriegt weitere Küsschen.

Wenige Stunden später geht es im Hotel Bellevue Palace weiter. Im Getümmel: Wieder von Graffenried, aber auch Noch-Stapi Tschäppät, SVP-Hardliner Erich Hess, Valiant-Geschäftsleiter Paul Wüthrich, Ex-BEKB-Kader Jean-Claude Nobili, Kult-Koch Anton Mosimann und was sonst noch Rang und Namen hat. Auch die als Pink Lady bekannte Cordelia Hagi ist anzutreffen. Sie sagt: «Hier muss man dabei sein, wenn man in Bern etwas bewegen will.» Sie habe dank einem Zibelemärit-Apéro einmal einen Verein gründen können und innert 24 Stunden die nötigen Mitglieder beziehungsweise Geldgeber gefunden.

Glühwein auf der Strasse

Draussen in der Kälte ist von der Schickeria nicht viel zu sehen. Hier drängt sich das Volk durch die Gassen – ein «Gstungg» eben – es fliegen Konfetti und Plastikhämmer. Gefeiert wird mit nicht mit süffigem Weiss-, sondern mit wärmendem Glühwein. Viele sind bereits in angeheiterter Stimmung. «Ein Glühwein am Morgen vertreibt die Sorgen», so das Motto von Dominik Mosimann aus Interlaken.

Zibelemärit 2016

Auch Michelle Ringgenberg aus Zollikofen ist bereits in feucht-fröhlicher Stimmung. Die 19-Jährige besucht das traditionelle Volksfest nicht zum ersten Mal. «Für eine waschechte Bernerin ist es einfach Pflicht, am Morgen aufzustehen und an den Zibelemärit zu gehen», findet sie.

Der traditionelle Berner Markt zieht auch jedes Jahr Schaulustige aus dem Ausland an. Marcel Dräger aus Berlin ist schon zum zweiten Mal angereist. «So etwas wie den Zibelemärit kennen wir bei uns nicht», so der 34-Jährige. Was ihm denn besonders gefalle. Er hebt seinen Glühwein-Becher und lacht.

(ct / sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tuco am 28.11.2016 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berner Regierung

    Lieber Glühwein mit dem Volk. Als etwas trinken mit dieser Schikimiki Szene.

  • Nelken Heini am 28.11.2016 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuscht

    Traurig- kurz nach 18:00 als ich mich nach einem harten Arbeitstag in das getümmel begeben habe bekam ich an keinem stand mehr weder glühwein noch ein zibelechueche oder sonst was zu mampfen.... =/

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  • A. R. Beits-Loser am 28.11.2016 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zibelechueche !

    Hätte ich heute in einem der orangen Riesen nicht Zibele- und Chääschueche gesehen, hätte ich den Zibelemärit voll verpasst. E Guete!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 29.11.2016 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war enttäuscht

    Ich war ein bisschen von der Organisation enttäuscht. Es gab kaum Sanitäreeinrichtungen. Was ich sehr schade finde auch das Kebab und Thai am Zibelemärit ganz gross dabei sind, was eigentlich gar nichts mit dem Markt zu tun hat. Ich habe noch Fotos von meiner Ur Ur Grossmutter vom Zibelemärit das sind Welten.

  • Hene am 29.11.2016 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lunapark

    Zwiebelmarkt iist sehr schön,dafür der Lunapark eine Schande für die Stadt Bern!

    • Berner am 29.11.2016 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      Berndeutsch

      ds heisst de Zibelemärit & nid Zwiebelmarkt. Schandflecke sind immer Ansichtssache, ich für meinen Teil finde den Mediamarkt in der Markthalle schändlicher als der Lunapark.

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  • caree am 29.11.2016 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    promistatus

    ab wann ist man denn ein "Promi"?

  • Marc am 28.11.2016 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht arbeiten

    Das tollste daran ist das wir jedesmal frei kriegen! Am Zwibelemärit war ich aber trotzdem noch nie!

    • Oho mann am 29.11.2016 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Aha, das bekommen wir nicht und habe es auch nie bei anderen Arbeitgebern. Wau, wo kann ich mich euch bewerben?

    • Heinz am 29.11.2016 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schönes Leben

      Sicher arbeitest du im "fuhle Egge" also bei der Stadt selber in der Gemeinde oder beim Kanton.

    • Heiri am 29.11.2016 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz

      Fuule Egge? Habe 2H Zeitgutschrift bekommen.. und die katholischen Kantone bekommen frei für jede "Hundsverlochete" '?! Gänn es doch dem Marc. Hätten alle gerne frei an dieser tollen Chilbi =)

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  • Linksaussen am 28.11.2016 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volksfest, dass ich nicht lache!

    Da kommen Menschen extra aus Berlin an den Zibelemärit angereist und die Berner stehen zu nachtschlafender Zeit auf, um auch noch etwas davon mitzubekommen. Später müssen sie nämlich arbeiten gehen, damit sie den Touristen nicht im Wege stehen.