Berner Wahlen

15. März 2018 05:47; Akt: 15.03.2018 05:47 Print

Wählen für Ahnungslose

Gross- und Regierungsrat werden Ende März erneuert. Doch wie soll man wählen, wenn man die Kandidaten kaum kennt? Experten erklären, wie sich Wahlmuffel helfen können.

Sehen Sie im Video, was Schüler der Schule für Gestaltung in Bern zum Thema Wählen zu sagen haben. (Video: ber)
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Der Berner Stimmbürger hat wieder die Qual der Wahl. 2111 Personen wollen Ende März in den Grossen Rat einziehen, aber nur 160 werden es schaffen. Bis dahin heisst es Wahlzettel ausfüllen, kummulieren und panaschieren. Doch wie genau geht man vor, wenn man keine Ahnung hat, wer diese Menschen sind, die im Wahlprospekt um die Wette grinsen?

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Vor allem junge Menschen sehen sich dabei vor Probleme gestellt, da sie oft zum ersten Mal wählen. Hierbei stehen die Lehrer in der Pflicht, die vom Lehrplan beauftragt sind, genau solche Fragen ihrer Schüler zu klären. «Es gibt natürlich verschiedene Vorgehensweisen, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann», sagt Michael Gurtner, Ressortleiter Allgemeinbildung (ABU) an der gibb.

Vorträge über Parteien

Manche Lehrpersonen liessen ihre Klassen ein Smartvote-Profil erstellen und gelangten auf diesem Weg zu einer Wahlempfehlung. «Andere wiederum informieren sich auf easyvote.ch zu aktuellen Wahlen und Abstimmungen oder laden Politiker in die Schule ein.» Oft würden die Schüler auch Präsentationen über Parteien oder Kandidierende vorbereiten und gewinnen so einen Einblick ins Thema.

Eine ganze Politwoche führt jeweils die Schule für Gestaltung in Bern durch. ABU-Lehrer Patrick Helfer: «Jeden Herbst werden Politiker aus verschiedenen Parteien zu Podiumsgesprächen eingeladen, bei denen sich auch die Schüler einbringen können.» Durch den gezielt darauf ausgerichteten Unterricht hätten die Jugendlichen jeweils auch das nötige Vorwissen, um mitdiskutieren zu können. Helfer: «Es kann je nach Thema auch vorkommen, dass die Diskussionen Arena-mässig emotional werden.»

«Bevölkerung hat Probleme mit Wahlen»

Eine von Gurtner oben angesprochene Form der Informationsbeschaffung ist die Website easyvote.ch, auf der man sich über politische Begriffe und wählbare Personen informieren kann. In einfacher Sprache wird unter anderem erklärt, wie man in fünf Schritten wählt und welche Aufgaben die gewählten Personen dann auszuführen haben.

Patrick Helfer findet die Angebote von easyvote und smartvote gut und ist der Überzeugung, dass alle stimmberechtigten Personen, zwecks politischer Meinungsbildung, solche Angebote nutzen sollten. «Mit Hilfe dieser Online-Plattformen kann man einfach und überschaubar die richtige Wahl treffen und somit die richtigen Personen wählen.» Wie sich die Schüler selbst zu helfen wissen, sehen Sie im Video oben.

Und wen wählen die Leute, die sich unsicher sind, schliesslich? Polit-Experte und Direktor an der ZHAW Reto Steiner: «Viele schlecht informierte Menschen verzichten darauf, zu wählen. Und wenn sie wählen, dann am ehesten Personen, die sie aus dem Fernsehen kennen, oder ganze Listen.» Meist würden von solchen Personen Parteien im linken oder rechten Spektrum gegenüber den Mitteparteien bevorzugt, erklärt Steiner. Zudem habe eine kürzlich durchgeführte Studie ergeben, dass auch die Fotos der Kandidaten wichtig sind. Steiner: «Sympathisch aussehende Kandidierende, die auf dem Foto gut beleuchtet sind, haben eine grössere Chance, gewählt zu werden.»

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner am 15.03.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bestehende weg.

    Komplettaustausch. Alle wählen, welche bis jetzt nicht da waren. Schlimmer kann es nicht kommen.

  • thurgauer am 15.03.2018 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich wähle nur noch Personen, wo ich weiss wofür sie stehen - Strasenpfähle und Telefonmasten .... alle Anderen sind nach der Wahl völlig verändert.

  • M.Furrer am 15.03.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wählen!

    Ich gehe wählen und ich lasse mich wählen! Politik war schon als Kind ein grosses Thema bei mir. Und ich lasse mich nicht gerne fremdbestimmen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy Seeland am 15.03.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkriterium Geldbörse

    Überlegen Sie sich, welche Parteien Ihnen in den letzten Jahren Geld aus der Tasche gezogen haben, welche nicht. Nehmen Sie dann die Listen mit den Verwchwendern und Dieben, und schmeissen die weg. Was noch übrig bleibt, lesen Sie ob die politische Richtung passt oder nicht. Eliminieren Sie auch da die Nieten. Nun bleibt nicht mehr viel übrig, Kleinstparteien haben wenig Einfluss und sind nur als Add On zu verwenden. D. h. Unliebsame Personen aus Favorit Liste streichen und mit diesen Namen füllen. Fertig für Wahl

  • Wakd am 15.03.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Le System

    Der Begriff "Urne" sollte einem zum Nachdenken, eine Urne gehört auf den Friedhof. man begräbt seine Stimme. Früher musste man noch die Hand heben.. Soviel zum Thema Transparenz.

  • Heidi Heidnisch am 15.03.2018 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tendenziös

    Zu meiner Schulzeit war Politik im Unterricht verpönt. Wenn schon weibelten die Lehrer dann für die grossen Mitte-Rechts Parteien, während Kommunismus ein grosses rotes Tuch war. Auch Umweltthemen galten als kommunistisch, bevor sich SVP-Egli deren annahm. Politikunterricht kann nur zum Wohle der etablierten Parteien sein.

    • Rudolf Häni am 15.03.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Schulen sind neutral

      Meine Schulzeit ist noch keine 10 Jahre her, jdeoch in den 12 Jahren als ich an der Schule war, hat kein einziger Lehrer seine politische Meinung kund getan oder versucht die Meinungen der Schüler zu beeinflussen. Wir behandelten Politik im Geschichtsuntericht, allerdings sehr neutral. Alle Parteien wurden vorgestellt (auch die Kleinen) mit ihrem Programm, so wie's auch auf den Parteiwebseiten stand. Lehrer sind da meiner Erfahrung nach sehr professionell.

    • Frank am 15.03.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      neutral

      Der Unterricht ist so gestaltet, dass die Schüler lernen wie unser Staat funktioniert und wie man sich die nötigen Informationen verschafft von verlässlichen Quellen. Mit weibeln für die eine oder andere Partei hat das nichts zu tun. Höchstens Extremisten werden damit ein Problem haben, da diese für die Expansion auf schlecht informierte Leute angewiesen sind.

    • Heidi Heidnisch am 15.03.2018 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frank

      Da bin ich aber froh, scheint sich doch Einiges geändert zu haben, seit meiner Zeit, die allerdings ein wenig länger zurückliegt als 10 Jahre.

    einklappen einklappen
  • M.Furrer am 15.03.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wählen!

    Ich gehe wählen und ich lasse mich wählen! Politik war schon als Kind ein grosses Thema bei mir. Und ich lasse mich nicht gerne fremdbestimmen!

  • Maler50 am 15.03.2018 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Na ja,es ist manchmal wirklich schwer besonders Leute zu wählen welche man nicht wirklich kennt,ihre Politische Meinungen sind meist nur in groben Zügen bekannt. Natürlich ist ihre Politische Parteimitgliedschaft ein wichtiger Bestandteil aber vielfach weiss der Wähler nicht viel mehr vom Kandidaten! Darum ist auch bei mir das "Bauchgefühl" bei den Wahlen mitentscheidend!