Freiburg

05. Juli 2018 05:43; Akt: 05.07.2018 05:43 Print

Drohnen-Flugverbot wegen Bundesrats-Reisli

Freiburg verbietet während dem Ausflug des Bundesrats Drohnen. Dahinter stecken Befürchtungen wegen Terrorismus – aber nicht nur.

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Wie üblich findet der zweitägige Ausflug des Bundesrats im Heimatkanton des amtierenden Bundespräsidenten statt. In diesem Jahr ist Alain Berset (SP) an der Reihe – so führt die «Schulreise» der Landesegierung nach Freiburg. Doch etwas ist diesmal anders: Wie der Kanton Freiburg am Mittwoch mitteilte, ist der Einsatz von Drohnen während der Veranstaltungen verboten.

«Im Winter 2016 stürzte eine Drohne auf eine Frau»

Genauer gesagt: Modellluftfahrzeuge von null bis 30 Kilo sind in weniger als 100 Metern Entfernung der beiden vorgesehenen Treffen mit der Bevölkerung untersagt. Das erste Zusammentreffen mit dem Volk wird am Donnerstag in der Region Charmey zwischen 10 bis 15 Uhr stattfinden, das zweite am Freitag in Form eines Apèros von 11 bis 14 Uhr in der Stadt Freiburg.

Das Flugverbot sei aus Sicherheitsgründen nötig, so die Kantonspolizei Freiburg in ihrem Communiqué: Angesichts des erwarteten Andrangs soll mit dieser Massnahme die Sicherheit gewährleistet und das Risiko eines Absturzes eines Fluggerätes vermieden werden. «Wir haben ein Problem mit Drohnen», sagt Kapo-Kommunikations-Chef Martial Pugin. «Im Winter 2016 wurde etwa eine Frau von einer abstürzenden Drohne verletzt.»

Polizei darf Drohnen «neutralisieren»

Pugin betont, dass die Gesetzgebung während des Aufenthalts des Bundesrats nur leicht verschärft wird. Schon im Alltag sind die Gesetze bezüglich Drohnen strikt: Gemäss der Verordnung über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien (VLK) ist der Betrieb von Modelluftfahrzeugen mit einem Gewicht zwischen 500 Gramm und 30 Kilo im Umkreis von weniger als 100 Metern um Menschenansammlungen untersagt.

Im Falle eines Verstosses sei die Freiburger Polizei ausdrücklich befugt, die Drohne zu «neutralisieren». Pugin: «Damit ist gemeint, den Piloten aufzuspüren und ihn zu zwingen, die Drohne zu landen.» Dass von den Flugobjekten eine terroristische Gefahr ausgehen könnte ist der Polizei ebenfalls klar. Doch Pugin sagt: «Dies ist unwahrscheinlicher als der Absturz einer Drohne und damit sekundär.»

Programm der Reise noch unbekannt

Was vor allem bei Pressefotografen für Unverständnis sorgen dürfte ist, dass die Freiburger Behörden erst am Mittwoch informierten, dass eine allfällige Bewilligung für eine Drohne vier Tage vor der Veranstaltung hätte eingeholt werden müssen. Pugin: «Natürlich ist dies kurzfristig. Bisher kam es noch zu keiner Anfrage, aber wenn dies der Fall wäre, könnte man immer noch um eine Erlaubnis bitten.»

Was genau die Bundesräte auf der zweitägigen Reise erleben und wo sie nächtigen werden, ist derzeit noch streng geheim.

(ber)