Shooting in Thun

12. November 2018 05:50; Akt: 12.11.2018 11:26 Print

Waffennärrin missachtet für Instagram das Gesetz

Die 24-jährige Israelin Orin Julie verdient Geld, indem sie mit Waffen posiert. Beinahe hätte die Ex-Soldatin deswegen in der Schweiz einen Polizeieinsatz ausgelöst.

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Orin Julie (24) aus Israel liebt Waffen und knappe Outfits. Dass diese Kombination auf Instagram auf Gefallen stösst, liegt auf der Hand. Nun hat es die Waffennärrin, die einst Soldatin der Israel Defense Forces war, in die Schweiz verschlagen. Dies, um auch hier mit allerlei Schiesseisen zu posieren – und damit via Instagram und Co. Werbung für Waffenfirmen zu machen. In den Schweizer Bergen zeigte sich die 24-jährige «Gunfluencerin» deshalb mit modernsten israelischen Infanteriewaffen. Auch am Ufer des Thunersees turtelte die Brünette mit einer zur MP umgebauten Pistole. Ihre Auftritte wirken nicht nur gefährlich, sondern sind hierzulande höchstwahrscheinlich auch widerrechtlich. In der Schweiz ist es nämlich nicht erlaubt, Waffen zu tragen, wenn keine vom Kanton ausgehändigte Bewilligung vorliegt. So schreibt das Fedpol vor: «Wenn Sie an öffentlich zugänglichen Orten eine Waffe tragen wollen, müssen Sie bei der zuständigen kantonalen Behörde eine Waffentragbewilligung einholen.» Einen solchen Waffentragschein zu erlangen, ist schwierig und für Touristen wohl kaum möglich Denn das Gesuch wird nur dann bewilligt, wenn nachgewiesen werden kann, dass eine Waffe getragen werden muss, «um sich selbst, andere Personen oder Sachen vor einer tatsächlich drohenden Gefahr zu schützen». Hätte die Berner Polizei den Auftritt des sogenannten «Gun Bunny» mitbekommen, wären die Einsatzkräfte sofort ausgerückt: «Wenn bei uns diesbezüglich Hinweise eingehen, fahren wir sofort vor Ort», heisst es vonseiten der Kantonspolizei Bern. Man führe dann eine Kontrolle durch – «und falls eine Widerhandlung vorliegt, reagieren wir sofort.» Bis jetzt scheint Orin Julie aber noch keine Probleme mit dem Gesetz bekommen zu haben. Im Gegenteil: Die ehemalige Soldatin schwärmt für die Schweiz. «Noch immer im Himmel», schreibt sie zu einem Foto, auf dem sie im Lara-Croft-Look durch die Schweiz reist. Auch trug sie zu ihrem Israel-Cap auch das Schweizer Wappen auf dem Oberarm. Die Israelin lässt ihre Follower an ihrem Schweiz-Aufenthalt teilhaben. Fast 350'000 Follower konsumieren diese Bilder von Orin Julie. Denn in ihrer Heimat ist das junge Waffenmodel beliebt. So datete sie auch schon Avner Netanyahu, den jüngsten Sohn des Ministerpräsidenten. (Hier ein Bild von 2009) In einem Interview verrät die Veteranin den Grund: «Ich brachte etwas Ungewöhnliches in die sozialen Medien: Keine Badekleider, keine Bikinis – nur mich, meine Weiblichkeit und Waffen.» Die 24-Jährige liebt das Posieren mit Schusswaffen.

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Orin Julie aus Israel liebt Waffen und knappe Kleidung. Dass diese Kombination auf Instagram auf Gefallen stösst, liegt auf der Hand. Nun hat es die Waffennärrin, die drei Jahre in der israelischen Armee (IDF) diente, in die Schweiz verschlagen. Dies, um auch hier für Fotos mit allerlei Schiesseisen zu posen – und damit via Instagram und Co. Werbung für Waffenfirmen zu machen.

Schweizer Waffengesetz

In den Schweizer Bergen zeigte sich die 24-Jährige deshalb mit modernsten israelischen Infanteriewaffen. Auch am Ufer des Thunersees posierte die Brünette mit Schnellfeuerwaffen. Ihre Auftritte wirken nicht nur gefährlich, sondern sind vermutlich auch widerrechtlich.

In der Schweiz ist es nämlich nicht erlaubt, Waffen zu tragen, wenn keine vom Kanton ausgehändigte Bewilligung vorliegt. So schreibt das Fedpol vor: «Wenn Sie an öffentlich zugänglichen Orten eine Waffe tragen wollen, müssen Sie bei der zuständigen kantonalen Behörde eine Waffentragbewilligung einholen.» Einen solchen Waffentragschein zu erlangen, ist schwierig und für Touristen wohl kaum möglich. Denn das Gesuch wird nur dann bewilligt, wenn der Träger nachweisen kann, dass er eine Waffe braucht, «um sich selbst, andere Personen oder Sachen vor einer tatsächlich drohenden Gefahr zu schützen».

Polizei alarmiert

Hätte die Berner Kantonspolizei den Auftritt des sogenannten «Gun Bunny» in Thun mitbekommen, wären die Einsatzkräfte sofort ausgerückt: «Wenn wir diesbezüglich Hinweise erhalten, gehen wir vor Ort», lässt die Kapo verlauten. Man führe dann eine Kontrolle durch: «Falls eine Widerhandlung vorliegt, reagieren wir sofort.»

Bis jetzt scheint Orin Julie aber noch keine Probleme mit dem Gesetz bekommen zu haben. Im Gegenteil: Die ehemalige IDF-Soldatin schwärmt für die Schweiz. «Noch immer im Himmel», schreibt sie zu einem Foto, auf dem sie im Lara-Croft-Look durch die Schweiz reist. Auch kombiniert sie zu ihrem Israel-Cap das Schweizer Wappen.

Dates mit Avner Netanyahu

Fast 350'000 Follower konsumieren die Inhalte der jungen Kriegerin. Denn in ihrer Heimat ist das junge Waffenmodel beliebt. So datete sie auch schon Avner Netanyahu, den jüngsten Sohn des Ministerpräsidenten Bibi Netanyahu. In einem Interview verrät die Veteranin den Grund für ihre Instagram-Aktivitäten: «Ich brachte etwas Ungewöhnliches in die sozialen Medien: Keine Badekleider, keine Bikinis – nur mich, meine Weiblichkeit und Waffen.»

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